Eurosport
Cristiano Ronaldo im Traum-Duo mit Lionel Messi bei PSG? Vier Transfer-Szenarien für den Superstar
Von
Publiziert 11/07/2022 um 23:01 GMT+2 Uhr
Cristiano Ronaldo will Manchester United offenbar verlassen. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres steht der portugiesische Superstar vor einem Wechsel. Unter den gehandelten Abnehmern finden sich natürlich einige Hochkaräter - doch die Auswahl erweist sich für den alternden Torjäger als äußerst schwierig, zumal in United gerne halten möchte. Eurosport.de stellt vier mögliche Szenarien vor.
"Nicht zu verkaufen": Ten Hag schließt Ronaldo-Wechsel aus
Quelle: Perform
Anfang Juli war im ehrwürdigen Old Trafford ein mittelschweres Beben zu verspüren. Cristiano Ronaldo soll bei Manchester United seinen Wechselwunsch hinterlegt haben, der 37-Jährige will nach nur einem Jahr im Theatre of Dreams seine Zelte offenbar wieder abbrechen.
Der verlorene Sohn, der vor neun Monaten noch für einen der spektakulärsten Deadline-Days der jüngeren Transfer-Geschichte sorgte und an den englischen Ursprung seiner Weltkarriere zurückkehrte, hat genug.
Mit Ronaldos Fernbleiben beim Trainingsstart von Manchester United wurde die Gerüchteküche weiter angeheizt. Laut den Berichten von "The Athletic" und "Guardian" waren familiäre Gründe dafür verantwortlich, dass der Portugiese beim Auftakt von Neu-Trainer Erik ten Hag nicht anwesend war. Ein bloßer Zufall? Daran darf gezweifelt werden.
Seit dem Bekanntwerden seines Wechselwunsches, wurden viele Vereine mit Ronaldo in Verbindung gebracht - einige sollen bereits um die Hand des fünfmaligen Weltfußballers angehalten haben.
FC Bayern sagt Ronaldo ab - diese Transfers sind möglich
Zu den möglichen Destinationen wurde auch der FC Bayern München gezählt. Beim deutschen Rekordmeister sieht man sich nach der Verpflichtung von Sadio Mané vorerst jedoch gesättigt. Ohnehin wäre Ronaldo zu alt, würde das Gehaltsgefüge komplett aushebeln. Auch deshalb erteilte Oliver Kahn einem Transfer jüngst eine Absage.
Doch wohin mit dem Superstar? Ronaldo eröffnen sich auf dem diesjährigen Transfermarkt einige interessante Möglichkeiten. Vom Verbleib bei Manchester United, über eine Rückkehr nach Spanien bis hin zur Erfüllung eines für unmöglich gehaltenen Traums. Eurosport.de fasst die spannendsten Optionen für CR7 zusammen.
1.) PSG: Vereinigung mit Messi - oder bleibt der Traum verwehrt?
Befindet sich einer der großen Fische im Transfer-Teich, ist Paris Saint-Germain natürlich zur Stelle. Nur allzu gern holt sich der französische Hauptstadtklub die schillerndsten Fußballer in seine Reihen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass PSG bei Ronaldo seinen Hut in den Ring geworfen haben soll. Laut portugiesischen Berichten sollen sich Ronaldo-Berater Jorge Mendes und der Superstar bereits persönlich mit PSG-Sportdirektor Luis Campos unterhalten haben.
Das spricht dafür: Für Ronaldo selbst spielt die Teilnahme an der Champions League eine gewichtige Rolle. Ohnehin wäre die europäische Bühne ohne einen der prägendsten Spieler der vergangenen zwei Jahrzehnte nur schwer vorstellbar. Bei Paris Saint-Germain würde Ronaldo aber nicht nur in den berühmtesten Stadien Europas auflaufen. Vielmehr hätte er dort trotz seines fortgeschrittenen Alters die realistische Chance, den Henkelpott zum sechsten Mal in seiner Karriere in die Luft zu strecken.
An seiner Seite würden nämlich schillernde Namen wie Kylian Mbappé oder Neymar Jr. auflaufen. Die Kirsche auf dem Pariser Sahnehäubchen stellt jedoch die Vereinigung mit seinem ewigen Rivalen Lionel Messi dar. Sollte Ronaldo über den Ärmelkanal nach Frankreich übersetzen, würden Ronaldo und Messi erstmals in ihrer Laufbahn für denselben Verein angreifen.
Ein Szenario, für welches sich Messi bereits im Jahr 2015 ausgesprochen hat. "Ich will immer mit den Besten spielen und er ist einer davon." Jedoch hegt der Argentinier hinsichtlich eines gemeinsamen Engagements seine Zweifel. "Ich glaube, dass es für uns schwierig wäre, im selben Team zu spielen. Aber natürlich würde ich es gerne versuchen", wird der 35-Jährige vom "Mirror" zitiert.
Neben den großen Erfolgsaussichten sprechen auch die Zahlen für einen Transfer. Paris zählt zu den finanzstärksten Vereinen in Europa, das Gehalt des Portugiesen dürfte dem Champions-League-Finalisten von 2020 keine Probleme bereiten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/07/11/3408834.jpg)
Cristiano Ronaldo, Lionel Messi und Neymar - kann das funktionieren?
Fotocredit: Getty Images
Das spricht dagegen: Der Transfer-Größenwahn stellt jedoch auch eine gewisse Gefahr dar. Bereits in den vergangenen Jahren war das Pariser Star-Ensemble immer wieder in der Champions League krachend gescheitert - nicht zuletzt auch wegen des Überflusses an individuellen Hochkarätern.
Mit Ronaldo würde das bereits bestehende Offensiv-Trio einen weiteren Spieler mit einem gewissen Ego, das gepflegt werden will, dazugewinnen. Ein Umstand, welchen der angehende PSG-Trainer Christophe Galtier möglichst verhindern will. Der ehemalige Nizza-Coach machte bei seiner Vorstellung eine unmissverständliche Aussage. "Kein Spieler wird über dem stehen, was die Gruppe sein muss", lautet das Credo des Franzosen. Sollte sich ein Spieler nicht in das Mannschaftsgefüge einordnen, werde er diesen "aussortieren".
Galtier zeigte damit klare Kante und könnte der entscheidende Riegel sein, der sich einem möglichen Ronaldo-Transfer vorschiebt. Es darf bezweifelt werden, ob ein Quartett aus Ronaldo, Messi, Neymar und Mbappé auf dem Rasen harmoniert. Ein Umstand, der mit Sicherheit auch Ronaldo ein Dorn im Auge sein wird.
Transfer-Wahrscheinlichkeit: 25 Pozent
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/07/08/3406510-69610368-2560-1440.jpg)
Euphorie beim Medizincheck: Di María von Juve-Fans gefeiert
Quelle: Perform
2.) Barcelona: Ein Wechsel für Nicht-Romantiker
Vor wenigen Tagen dürften sich einige verwundert die Augen gerieben haben. Laut den Berichten der spanischen Sportzeitung "AS" mischt der FC Barcelona munter im Transfer-Poker um Ronaldo mit. Ausgerechnet Barcelona.
Unvergessen bleibt sein ikonischer Calma-Jubel im Camp Nou, als der Portugiese - damals noch im Dress von Real Madrid - am 21. April 2012 den vorentscheidenden Treffer im Titelkampf gegen die Blaugrana erzielte. Und ebenjener Ronaldo, der die Barca-Fans nicht nur an jenem Abend zur Weißglut brachte, soll sich nun in Verhandlungen mit den Katalanen befinden.
Das spricht dafür: Schiebt man Ronaldos Vergangenheit bei den Königlichen und seine über Jahre andauernde Fehde mit den Katalanen beiseite, bleiben einige wenige Argumente für einen Wechsel von CR7 nach Barcelona. Immerhin hievte sich der fünfmalige Champions-League-Sieger mit allergrößter Mühe in die Königsklasse, erfüllt damit auch Ronaldos Mindestanforderung.
Darüber hinaus spricht auch der Kader, der im sommerlichen Barcelona zurzeit seine Formen annimmt, für eine erfolgreiche Zukunft. Mit Andreas Christensen und Franck Kessié wurden bereits zwei vielversprechende Akteure unter Vertrag genommen. Des Weiteren stellen Gavi, Ronald Araújo, Pedri und Ansu Fati einen kleinen Aspekt der Mannschaft dar, die auf die goldene Barça-Generation der 2010er Jahre folgen soll. Das Fundament für eine Rückkehr an die Spitze wird also bereits vorbereitet, Ronaldo könnte dem Projekt den letzten Schliff geben.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/07/11/3408832.jpg)
Cristiano Ronaldo im Clasico, April 2012
Fotocredit: Getty Images
Das spricht dagegen: Aus finanzieller Sicht entwickelt sich eine mögliche Verpflichtung von CR7 hingegen zu einer regelrechten Mammutaufgabe. Während sich die Ablöse des 37-Jährigen bei nur noch einem ausstehenden Vertragsjahr in Grenzen halten dürfte, kämpft der kriselnde Verein aus Katalonien gerade um jeden Cent.
Ganz nebenbei befindet sich Barcelona zurzeit in Verhandlungen mit Robert Lewandowski. Dem polnischen Weltfußballer würden die Katalanen im Erfolgsfall auch den Vorzug geben, verspricht der 33-Jährige doch noch einige Jahre mehr auf absolutem Top-Niveau. Sollte sich Barça mit dem FC Bayern einig werden, wäre Ronaldo wohl vom Tisch - sofern er überhaupt Thema war.
Zu guter Letzt stünde da noch der große Elefant im Raum. Ronaldo und Barcelona - das passt einfach nicht. Die größte Frage wäre wohl, wie die Barça-Fans auf eine Ankunft von CR7 im Camp Nou reagieren würden. Ein Fall von Anti-Romantik, der an den Ronaldo-Flirt von Manchester City im vergangenen Sommer erinnert. In der allerletzten Sekunde grätschte ManUnited dazwischen, bewahrte Ronaldos Ausnahmestellung im Old Trafford vor dem Kollaps. Ob sich die Geschichte in Spanien wiederholt? Eher unwahrscheinlich.
Transfer-Wahrscheinlichkeit: 5 Prozent
3.) Chelsea: Image trifft auf Spielidee
Bei allen Spekulationen über einen Transfer ins Ausland steht natürlich auch ein Verbleib in der Premier League im Raum. Berichten aus England zufolge soll sich ManUniteds Premier-League-Rivale Chelsea um die Dienste von Ronaldo bemühen. Allen voran Neu-Besitzer Todd Boehly soll vom Portugiesen träumen, mit dessen Verpflichtung er eine neue Ära an der Stamford Bridge einläuten könnte.
Das spricht dafür: Wie bereis erwähnt, soll Boehly der größte Befürworter von CR7 sein. Der US-Amerikaner, der den FC Chelsea Ende Mai mit einem Konsortium übernommen hatte, will das Image seines Vereins auch in seinem Heimatland aufpolieren. Würde Ronaldo tatsächlich bei den Blues anheuern, wäre für einen Hype um den Londoner Klub definitiv gesorgt.
Des Weiteren spricht auch die Kombination zwischen aufstrebender, junger Mannschaft und erfolgreichem Routinier für eine Zusammenarbeit. Zwar gelang Chelsea 2021 in der Champions League der Überraschungscoup, Ronaldo könnte den jungen Stars um Mason Mount, Reece James, Kai Havertz oder auch Timo Werner durch seine Erfahrung zur nächsten Entwicklungsstufe verhelfen.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/07/11/3408838.jpg)
Chelsea wäre eine weitere Möglichkeit für Ronaldo
Fotocredit: Getty Images
Das spricht dagegen: Dass eine solche Kooperation auch schief gehen kann, zeigte sich in den vergangenen neun Monaten in Manchester. Wie der "Mirror" berichtete, fühlten sich einige Spieler der Red Devils in den Schatten gestellt. Vor allem die junge Garde soll sich auf den Schlips getreten fühlen, wurde das Spiel von United doch auf Ronaldo zugeschnitten.
Darüber hinaus dürfte Teammanager Thomas Tuchel ein Wörtchen mitzureden haben. Seit dem Abgang von Sportdirektorin Marina Granovskaia soll dem deutschen Trainer mehr Mitspracherecht bei Transfers eingeräumt worden sein. Zwar hat Tuchel bereits während seiner Zeit bei Paris Saint-Germain bewiesen, dass er mit mehreren Superstars umzugehen weiß. Wie der "Independent" berichtet, habe Tuchel aber kein Interesse an einer Verpflichtung des alternden Superstars, zumal er nicht in die Philosophie des 48-jährigen Übungsleiters passt.
Transfer-Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent
4.) Verbleib in Manchester: Eine neue Ära im Schatten von CR7
Letzten Endes obliegt es aber Manchester United, seiner Identifikationsfigur die Freigabe zu erteilen. Immerhin fehlt es den Red Devils an Alternativen, Ronaldo zu ersetzen. Während Stadtrivale City (Erling Haaland), Liverpool (Darwin Nunez) und Arsenal (Gabriel Jesus) bereits ordentlich vorgelegt haben, blieb es im roten Teil von Manchester weitestgehend ruhig. Kann sich Ronaldo trotz der Stagnation bei ManUnited zu einem Verbleib bewegen?
Das spricht dafür: Ronaldo setzt sich bei Manchester gewissermaßen in ein gemachtes Nest. Die Fans lieben ihn, sein Status im Old Trafford ist unangefochten. Mit insgesamt 24 Toren in 37 Spielen war Ronaldo über alle Wettbewerbe hinweg der treffsicherste Spieler. Bruno Fernandes, Jadon Sancho oder auch Marcus Rashford arbeiten dem 37-Jährigen zu, stellen eine gewichtige Offensivreihe dar.
Mit den richtigen Handgriffen, die Neu-Trainer Erik ten Hag zu setzen versucht, könnte Manchester United bereits nach der kommenden Saison in die Champions League zurückkehren. Dafür müsste Ronaldo aber die bittere Pille schlucken, zum ersten Mal seit 2003/04 nicht in der Königsklasse aufzutreten. Die Red Devils qualifizierten sich in der abgelaufenen Saison nur für die Europa League.
"Er steht nicht zum Verkauf. Wir planen mit ihm für die Saison, und wir wollen gemeinsamen Erfolg", schob ten Hag einen Abgang von Ronaldo vom Tisch. Eine Aussage, die den Fans Hoffnung macht.
Das spricht dagegen: Doch auch ein Traditionsklub wie Manchester United kann sich keinen unzufriedenen Superstar leisten - vor allem keinen unzufriedenen Ronaldo. Trotz der Bekenntnis von ten Hag zum Portugiesen bleibt abzuwarten, inwiefern CR7 in das neue System des Niederländers passt. Bei Ajax Amsterdam bestimmte die Mannschaftsleistung das Geschehen, ein flexibles und flüssiges Spiel, welches nicht auf einen einzigen Akteur hinausläuft. Ob Ronaldo dort einen Platz findet?
Darüber hinaus setzte es in den vergangenen Monaten immer wieder Kritik an der exklusiven Behandlung, die Ronaldo genießt. Durch den Fokus auf den unumstrittenen Führungsspieler geraten andere talentierte Spieler in den Hintergrund, können ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Zwar schießt Ronaldo pro Saison über 20 Tore - diese Zahl würde sich in Abwesenheit von CR7 aber womöglich auf die verbliebenen Spieler aufteilen.
Zu guter Letzt stünde mit Ronaldo ein zu großer Schatten über dem Anbeginn der ten-Hag-Ära bei Manchester United. Soll der Niederländer wirkliche einen Umbruch erwirken, darf kein Spieler größer als das eigentliche Ziel sein. Mit Ronaldo im Fokus wird ihm der angestrebte Richtungswechsel deutlich erschwert.
Wahrscheinlichkeit: 45 Prozent
Das könnte Dich auch interessieren: Salihamidzic wohl in Turin: Poker um de Ligt wird heißer
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/07/10/3408165-69643468-2560-1440.jpg)
Ex-Teamkollege Bellingham zu City? Haaland lässt pikante Frage offen
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung