Cristiano Ronaldos Knallhart-Abrechnung mit Manchester United: Das unrühmliche Ende einer Traum-Ehe
Cristiano Ronaldo hat in einem ungewöhnlich offenen Interview mit dem britischen Reporter Piers Morgan für mächtig Wirbel gesorgt - und deutlich gemacht, dass seine einst so harmonische Ehe mit Manchester United aller Voraussicht nach in einer Schlammschlacht münden wird. Das unrühmliche Ende einer Beziehung zwischen einem der größten Spieler der Geschichte und dem englischen Rekordmeister.
Cristiano Ronaldo hat mit einem Interview für Aufsehen gesorgt
Fotocredit: Getty Images
Cristiano Ronaldo war während seiner Laufbahn nie dafür bekannt, als medialer Lautsprecher in Erscheinung zu treten. CR7 kommunizierte zumeist nur mit seinen Aktionen dem Fußballplatz. Beeindruckende Dribblings und Tore, unbändiger Ehrgeiz, bisweilen provokante Jubelposen, die ihm nicht wenige als pure Arroganz auslegten.
Ronaldo avancierte in den vergangenen 20 Jahren zu einer polarisierenden Figur. Der Größte der Geschichte für die einen, selbstverliebter Schnösel für die anderen. Eines ist jedoch unbestritten: CR7 zählt aus sportlicher Sicht zu den erfolgreichsten Akteuren seiner Zunft. Fünfmaliger Champions-League- und Ballon-d'Or-Sieger, Europameister mit Portugal, Titelträger in England, Spanien und Italien.
2021 wechselte Ronaldo zurück zu Manchester United, jenem Klub, bei dem er zwischen 2003 und 2009 unter Trainer Sir Alex Ferguson zum Weltstar reifte. Das Aufflammen einer nie erloschenen Liebe, das Comeback einer einstigen Traum-Beziehung - so wurde der Transfer zumindest seinerzeit romantisiert dargestellt.
Mittlerweile steht die Ehe jedoch vor dem Aus. Und die Scheidung wird womöglich in einer beispiellosen Schlammschlacht enden. In einem für Ronaldos Verhältnisse sehr freimütigen Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan packte der 37-Jährige all das aus, was ihm offenbar schon seit längerer Zeit unter den Nägeln brennt.
Ronaldo fühlt sich "betrogen"
Er fühle sich von seinem Arbeitgeber "betrogen", erklärte Ronaldo. Erik ten Hag, seit Sommer United-Coach und mit Blick auf die Degradierung des Angreifers offenkundig kein großer Ronaldo-Fürsprecher, respektiere ihn nicht. Dementsprechend respektiere er den Niederländer auch nicht.
Auch ten Hags Vorgänger Ralf Rangnick, der den englischen Rekordmeister in der Vorsaison interimsweise übernommen hatte, bekam sein Fett weg. "Wie kann man Trainer von Manchester United sein, wenn man nicht mal Trainer ist", sagte Ronaldo und bezog sich damit auf die Tatsache, dass der Deutsche mehrere Jahre nicht als Trainer, sondern als Funktionär von Red Bull und Lok-Moskau-Geschäftsführer gearbeitet hatte. Ronaldos nächster Seitenhieb: "Ich hatte vorher noch nie von ihm gehört."
Beim tragischen Verlust seines Sohnes im April habe er laut eigener Aussage zudem mehr Unterstützung von anderen Vereinen als von United erhalten. Die Verantwortlichen hätten sogar Zweifel geäußert, als Ronaldo von seiner Situation berichtete. Dies habe ihn "verletzt".
Manchester wollte einen Tag später nicht konkret auf die Vorwürfe reagieren. "Der Verein wird seine Reaktion erst nach Vorliegen der vollständigen Faktenlage überdenken", hieß es in einem offiziellen Statement.
Ronaldo wollte schon im Sommer weg
Dass das Verhältnis zwischen Ronaldo und ManUnited angeknackst ist, wurde schließlich im Sommer deutlich, als CR7-Berater Jorge Mendes seinen Klienten bei diversen europäischen Top-Vereinen angeboten hatte. Der Grund: Ronaldo wollte sich nicht mit der Europa League zufriedengeben, sondern standesgemäß in der Königsklasse auflaufen. Ein Abnehmer wurde allerdings nicht gefunden.
Es folgte ein Drama in mehreren Akten. Ten Hag verbannte Ronaldo in wichtigen Spielen auf die Bank, Ronaldos Trotz äußerte sich beispielsweise im vorzeitigen Verlassen des Stadions oder einer verweigerten Einwechslung. Wenig subtil, ein ehrliches Statement ließ sich jedoch keiner der Beteiligten entlocken. Bis jetzt.
Dass Ronaldos schonungslose Abrechnung kurz nach dem letzten United-Spiel vor der Winterpause erfolgt, dürfte kein Zufall sein. Sie soll aus seiner Sicht den Schlussakt bilden, nach seiner Rückkehr wolle er "die Dinge klären", was im Prinzip nichts anderes heißen kann als "die Trennung über die Bühne bringen".
Ein unrühmliches Schauspiel
Inwiefern die Vorwürfe stimmen, wissen nur die Protagonisten selbst. Was nach dem Zündstoff-Interview allerdings klar ist: Die Ronaldo-United-Liason endet äußerst unrühmlich. Fehlende gegenseitige Wertschätzung, stille, aber öffentlich zur Schau gestellte Abneigung, Schuldzuweisungen, Intrigen, Missgunst – das alles wird einem der verdientesten Fußballer unserer Zeit und dem bis heute erfolgreichsten Verein Englands nicht gerecht.
"Wie Picasso sagte, musst du etwas zerstören, um es wieder aufzubauen und wenn sie damit bei mir anfangen, ist das kein Problem für mich", erklärte Ronaldo und spielte auf Picassos berühmtes Zitat "jeder Schöpfungsakt ist zunächst ein Akt der Zerstörung", an.
Zerstörung ist hinsichtlich der Beziehung zwischen Ronaldo und United tatsächlich ein treffendes Bild. Er und der Traditionsklub stehen von den Scherben einer vormals glücklichen Allianz. In dieser Geschichte gibt es nur Verlierer.
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Quelle: Perform
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