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WM 2022 - Marokko-Verteidiger Achraf Hakimi geht auf Infantino und Schiedsrichter Al-Jassim los
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Publiziert 17/12/2022 um 22:30 GMT+1 Uhr
Achraf Hakimi ist nach der 1:2 (1:2)-Niederlage gegen Kroatien bei der WM 2022 nicht nur auf Schiedsrichter Abdulrahman Al-Jassim, sondern später in den Katakomben auch auf FIFA-Präsident Gianni Infantino losgegangen. Das berichteten mehrere Reporter aus dem Khalifa International Stadium in Al-Rayyan. Demnach habe der Abwehrspieler von PSG den Schweizer mit den "härtesten Worten" beleidigt.
Achraf Hakimi attackierte nach dem Spiel um Platz drei Schiedsrichter Abdulrahman Al-Jassim
Fotocredit: Getty Images
Nach Angaben von "MagentaTV"-Reporter Thomas Wagner, der das Spiel zwischen Marokko und Kroatien (1:2) vor Ort begleitete, habe Hakimi gegenüber Infantino die Schiedsrichteransetzung kritisiert und gefragt, "ob die FIFA nicht wolle, dass Marokko eine Medaille gewinnt". Demnach warf der Defensivspieler Al-Jassim vor, auf diesem Niveau "völlig überfordert" gewesen zu sein.
Dabei echauffierte sich der frühere Dortmunder aber nicht nur über die Referee-Leistung im Spiel um Rang drei, sondern auch bereits im Halbfinale gegen Frankreich (0:2). Laut dem schwedischen "SVT"-Reporter Johan Kücükaslan schimpfte Hakimi in einem sehr lauten Ton: "Das ist das zweite Spiel in Folge, das ihr gegen uns entscheidet. Was ist los mit euch?"
Nach der Niederlage gegen Les Bleus hatte Marokkos Fußballföderation offiziell Beschwerde gegen Schiedsrichter Cesar Arturo Ramos eingelegt, man habe den Afrikanern am Mittwoch in Al-Khor "zwei offensichtliche Elfmeter" verwehrt. Am Samstag beschwerten sich die Marokkaner nach 74 Minuten, als Hakimi im Strafraum zu Fall gekommen war.
Später beklagten sich die Löwen vom Atlas noch über ein vermeintliches Foulspiel im Sechzehner. Allerdings hatte Marokko vielmehr Glück, dass Kroatien nach einem Foul an Josko Gvardiol kein Strafstoß zugesprochen wurde.
Hakimi attackiert Schiedsrichter Al-Jassim
Die Fans der Marokkaner hatten bereits während der Begegnung ihren Unmut über die Leistung des Referees zum Ausdruck gebracht und immer wieder "FIFA Mafia" gerufen.
Schon nach dem Spiel hatte Hakimi auf dem Feld die Fassung verloren und sich vor dem katarischen Unparteiischen aufgebaut. Auch andere Spieler in Rot konfrontierten den 35 Jahre alten Al-Jassim, ehe Marokkos Verteidiger Badr Benoun dazwischenging und die Situation zumindest vorübergehend entschärfte.
Doch in der Flash Zone vor der Medaillenübergabe brannten bei Hakimi dann erneut die Sicherungen durch. Kücükaslan berichtete nach dem Vorfall mit Infantino auf Twitter von einer "extrem angespannten Stimmung im Spielertunnel". Wagner erklärte sogar, er habe noch nie erlebt, was sich dort gerade abgespielt habe. Infantino habe sich "ziemlich professionell" verhalten und versucht, Hakimi zu beruhigen.
Der Abwehrspieler von Paris Saint-Germain habe aber dennoch runde 20 bis 30 Sekunden auf den FIFA-Präsidenten eingebrüllt. "Er stand vor Infantino, weniger als fünf Zentimeter von ihm entfernt", berichtete der niederländische TV-Sender "NOS". Betreuer mussten Hakimi in die Kabine bringen, erst dann entspannte sich die Situation.
Regragui versucht zu beschwichtigen
Brisant: Die Mitarbeiter der FIFA versuchten offenbar zu verhindern, dass die anwesenden Journalisten die Szenerie dokumentieren.
"Sie wollten, dass wir die Bilder löschen. Es ist klar, dass dies peinliche Szenen für sie sind, und es ist ein bisschen naiv von ihnen zu denken, dass ein Dutzend Journalisten nicht darüber berichten sollten, wenn wir Zeugen des Geschehens sind", wird Kücükaslan von seinem eigenen Sender "STV" zitiert.
Trainer Walid Regragui versuchte, dem Vorfall auf der Pressekonferenz Wind aus den Segeln zu nehmen: "Wenn man verliert, ist man immer enttäuscht und verärgert. Manchmal überreagieren wir, das ist nun mal so. Wir können uns nicht hinter den Schiedsrichtern verstecken. Das ist nicht der marokkanische Stil."
Zahlreiche Attacken auf Schiedsrichter
Der Ausraster von Hamiki war beileibe nicht die einzige Attacke gegen Schiedsrichter bei der WM 2022 in Katar. Der deutsche Referee Daniel Siebert wurde nach dem Gruppenspiel zwischen Uruguay und Ghana von Edinson Cavani und Co. angegangen.
Lionel Messi und Emiliano Martínez attackierten Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz nach dem Halbfinaleinzug gegen die Niederlande (6:5 n.E.) scharf. Der Keeper der Albiceleste hatte den Spanier nach dem Spiel als "schlechtesten Schiedsrichter der Weltmeisterschaft" und "nutzlos" bezeichnet.
Und auch die Kroaten um Luka Modric wetterten nach der Halbfinalniederlage gegen Frankreich (0:3) gegen Daniele Orsato. Der 37 Jahre alte Kapitän polterte: "Ich spreche nicht gerne über Schiedsrichter, aber es ist unmöglich, es nicht zu tun. Er ist einer der schlechtesten."
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Die Argentinier um Lionel Messi beschwerten sich bei der WM 2022 gegen die Niederlande mehrfach bei Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz
Fotocredit: Getty Images
Hakimi entschuldigt sich bei Infantino
Hakimi entschuldigte sich am Samstagabend zumindest für seinen Ausraster bei Infantino, wie er im Interview mit dem schwedischen Medium "NRK" erklärte.
"Es ist nichts passiert. Ich war ein bisschen wütend über das, was in dem Spiel passiert ist. Aber das bleibt zwischen mir und Infantino", sagte der 24-Jährige: "Ich habe großen Respekt vor ihm, und als ich ihn wenig später traf, habe ich mich für meine Worte entschuldigt. Ich war nach dem Spiel verletzt."
Doch die Eindrücke aus Al-Rayyan behalten einen mehr als faden Beigeschmack.
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