Nach dem 31:24-Erfolg gegen Brasilien gab Uwe Gensheimer ein Interview, das für Wirbel sorgte.
Der Linksaußen, an dessen Leistungen während des Turniers immer wieder Kritik aufgeflammt war, sprach dabei die Tatsache an, dass auf seiner linken Seite weniger Bälle ankommen als auf der rechten.
Die Aussage wurde dem Profi von den Rhein-Neckar Löwen prompt als Kritik an den Teamkollegen ausgelegt.
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Beim abschließenden 23:23 gegen Polen bekam Gensheimer dann mehr Bälle, ließ es aber an Treffsicherheit mangeln.

Gensheimer der falsche Kapitän?

Pascal Hens nimmt den Kapitän nun in Schutz. "Sobald Uwe ein paar Bälle verwirft, dreschen alle auf ihn ein", so der ehemalige Nationalspieler. Gensheimer habe "sicher nicht sein bestes Turnier gespielt und nicht die gewohnte Quote erreicht". Die Erwartungen an den 34-Jährigen seien aufgrund seiner Klasse und seines Kapitänamts überdies besonders hoch. "Von daher kam das Interview nach dem Spiel gegen Brasilien rückblickend zum falschen Zeitpunkt", so Hens.

"Leistungssteigerung muss her": DHB-Team zieht Bilanz

Generell sieht es der 40-Jährige kritisch, dass mit Gensheimer ein Außenspieler als Kapitän fungiert. "Ich bin kein Fan davon. Das hat gar nichts mit Uwe zu tun, aber ich bin der Meinung, dass ein Kapitän immer Einfluss auf das Spiel nehmen muss. Das ist als Außenspieler immer schwieriger. Wenn es im Angriff oder der Abwehr hakt und der Kapitän außen steht, dann kann er nicht den nötigen Einfluss nehmen."
Gehakt hat es in der Tat beim deutschen Team, vor allem in der Abwehr im Mittelblock, mitunter aber auch im Angriff.

Hens: "Die Mannschaft muss das beweisen"

Die Gründe sieht Hens zum einen im Fehlen von gleich neun Spieler, zum anderen aber auch am Ausbleiben eines großen Aha-Erlebnisses. "Wir haben so ein bisschen das Problem, dass wir zuletzt von den sogenannten 'Endspielen' nicht so viele gewonnen haben, sie die Partien bei der WM gegen Ungarn und Spanien. Da haben wir gut mitgehalten, waren gegen Spanien auch drei Tore vorne, am Ende aber verlieren die Jungs. Das gibt dann so ein Wieder-nicht-gepackt-Gefühl. So eine Begegnung muss jetzt bald mal wieder gewonnen werden, sodass es 'klick' macht bei den Spielern."
Das Potenzial, bei der Olympia-Qualifikation und den Sommerspielen in Tokio erfolgreich zu sein, sei definitiv da, aber: "Die Mannschaft muss das jetzt auch beweisen."
Diese wichtigen Begegnungen stehen schon vom 12. bis 14. März an. Dann kämpft Deutschland innerhalb von nur drei Tagen gegen Schweden, Slowenien und Algerien um das Ticket für Tokio. Die Zielstellung ist klar: Es geht darum, "das Ding jetzt einfach mal zu wuppen".
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