Giro d'Italia 2024 - Tim Merlier kann auch in Woche 3 noch Sprints gewinnen: "Die Hater werden enttäuscht sein"

Tim Merlier hat mit dem Sieg auf der 18. Etappe des Giro d'Italia etwas geschafft, was ihm bislang noch nicht gelungen war: Der Belgier gewann erstmals eine Etappe in der dritten Woche einer Grand Tour und hat damit zum ersten Mal mehr als einen Tageserfolg im Verlauf einer solchen dreiwöchigen Rundfahrt eingefahren. "Die Hater werden enttäuscht sein", bemerkte er vielsagend im Sieger-Interview.

Merlier nach Sieg in Padua: "Die Hater werden enttäuscht sein"

Quelle: Eurosport

Mit seiner Aussage konnte Tim Merlier überraschen, doch die Message war klar: Der Belgier war nach genau jenen statistischen Fakten und auch danach gefragt worden, ob dieser Erfolg ein weiterer Schritt in seiner Karriere sei.
Doch Merlier, ein selbstbewusster Typ, sah das offensichtlich nicht so. Der 31-Jährige wusste längst, dass er dazu in der Lage ist und nutzte die Vorlage daher für das Statement an seine Zweifler.
"Ich glaube, viele sehen ihn als Sprinter, der wenn dann in der ersten Woche gewinnt - und dann entweder gar nicht zu Ende fährt oder einfach auch nicht mehr zum Zug kommt, weil er zu müde ist von den Bergen und den langen, schweren Etappen", erklärte auch Eurosport-Experte Jens Voigt im Velo Club.
"Deshalb war es ihm ein innerlicher Vorbeimarsch, zu sagen: Hier, der ist für Euch!"
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Milan zieht im Zielsprint den Kürzeren - Highlights 18. Etappe

Quelle: Eurosport

Zahlen allerdings lügen nicht, und so darf Merliers Erfolg in Padua eben doch als ein wichtiger Schritt betrachtet werden - genau wie bereits jetzt die ganze Saison 2024.

Der Weg des Tim Merlier

Drei Jahre ist es her, dass Tim Merlier in Novara die 2. Etappe des Giro d'Italia 2021 gewann, daran aber in den folgenden Sprints nicht mehr anknüpfen konnte und eine Woche später zum elften Teilstück nicht mehr antrat.
Knapp zwei Monate danach entschied er in Pontivy die 3. Etappe der Tour de France für sich und verließ die Frankreich-Rundfahrt später auf Etappe neun in Tignes.
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Hektische 3. Etappe fordert prominente Opfer - die Highlights

Quelle: Eurosport

Beim Alpecin-Team hielt man viel vom Belgier, der damals schon 28 Jahre alt war und spät in die Weltspitze der Sprinter vorstieß. "Er ist unser schnellster Mann, aber Jasper (Philipsen) ist etwas besser, wenn es hügeliger wird", erklärte Teamchef Christoph Roodhooft einst.
Für 2022 setzte die Mannschaft um Mathieu van der Poel bei der Tour auf Philipsen und Merlier durfte lediglich bei der Vuelta a España sprinten. Dort fuhr er zwar erstmals eine Grand Tour durch, blieb aber ohne Etappensieg und spielte in der Schlusswoche bei den immerhin noch drei Massenankünften gar keine Rolle mehr.

Merlier 2024 einer der vier stärksten Sprinter

Es kristallisierte sich heraus, dass Alpecin mehr und mehr auf Philipsen setzte und Merlier tat, was er tun musste: Er verließ das Team, wechselte zu Soudal - Quick-Step und sollte dort Nachfolger von Mark Cavendish werden - perspektivisch. 2023 nämlich setzte die Mannschaft von Manager Patrick Lefevere den Belgier bei keiner Grand Tour ein, ließ ihn lieber bei kürzeren Rundfahrten und Eintagesrennen Spitzenergebnisse jagen.
Dabei entwickelte sich Merlier nochmal spürbar weiter, wurde am Saisonende Vizeweltmeister im Gravel-Racing und bewies auch dort Härte. Die Ernte dieses Übergangsjahres fährt er nun in dieser Saison ein.
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Merlier bleibt Sprintkönig - Vine verteidigt Gesamtführung

Quelle: Eurosport

Merlier startete bereits bärenstark ins Jahr, gewann im Februar zwei Etappen bei der AlUla Tour in Saudi-Arabien sowie drei bei der UAE Tour - jeweils garniert mit dem Sieg in der Punktewertung. Im März entschied er den belgischen Halbklassiker Nokere Koerse für sich und Anfang April auch den Scheldeprijs, die "inoffiziellen Weltmeisterschaften der Sprinter", wie das Rennen genannt wird.

Scheldeprijs-Sieg gegen Philipsen besonders wichtig

Dort in Schoten setzte er sich gegen Landsmann und Ex-Teamkollege Philipsen durch, den wohl besten Sprinter der Saison 2023, und sendete damit ein klares Zeichen: Er gehört neben Philipsen, Jonathan Milan (Lidl-Trek) und Olav Kooij (Visma - Lease a Bike) zu den vier besten Sprintern der bisherigen Saison.
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Dominanz in Schoten: Merlier im Sprint unschlagbar

Quelle: Eurosport

Doch nicht nur in den reinen Sprints, auch bergauf präsentierte sich Merlier in dieser Saison so stark wie selten, hielt oft gut und länger mit als andere schnelle Männer.  
Als er auf der 13. Giro-Etappe in Cento im Massensprint bei Milans drittem Tageserfolg dieser Italien-Rundfahrt nur als 15. über den Zielstrich rollte, konnte man schon wieder glauben: Er kriegt es in der zweiten Hälfte einer Grand Tour einfach nicht hin. Der Sieg in Padua nun aber bewies das Gegenteil.

Milan vs. Merlier: Duell auf Augenhöhe in Rom?

Und auch wenn Milan bislang der Sprint-Dominator des Giro zu sein schien, steht es nun nur noch 3:2 für den Italiener gegen den Belgier. "Es wäre schön, wenn es am Ende 3:3 steht", blickte Merlier gegenüber Eurosport bereits auf die Schlussetappe am Sonntag in Rom voraus, der letzten Chance für die Sprinter.
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Sprint-Analyse: Milan verliert seinen Sprintzug und Merlier gewinnt

Quelle: Eurosport

Und seine Aussichten dürften in der "Ewigen Stadt" erneut gut sein. Denn auch wenn in Padua alle Augen auf Milan gerichtet waren und hauptsächlich auffiel, dass der Mann im Maglia Ciclamino seinen Sprintzug verloren hatte und deshalb von weit hinten sprinten musste:
Merlier hatte genauso wenig noch einen Anfahrer an seiner Seite und startete seinen Spurt quasi Seite an Seite mit dem Italiener, um letztlich im Foto-Finish zu gewinnen. Sie hatten nahezu dieselbe Endgeschwindigkeit und waren der gesamten Konkurrenz beide gleichermaßen überlegen.
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Wer kommt aufs Podium und wer holt Weiß - was geht noch beim Giro?

Quelle: Eurosport


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