Giro d'Italia 2026: Unibet und Dylan Groenewegen rutschen auf der Siegerstraße aus - Drei Dinge, die auffielen

Nach dem Regen-Chaos und Spektakel während der 5. Etappe des Giro d'Italia war das sechste Teilstück eine deutlich ruhigere Angelegenheit. Der Weg nach Neapel war mit 142 Kilometern kurz und die Sonne zeigte sich den Fahrern. Beides änderte sich, als das Feld die Stadt erreichte. In der letzten Kurve warf Unibet Rose Rockets eine aussichtsreiche Position weg. Drei Dinge, die auffielen.

Zusammenfassung - 6. Etappe: Ruhiger Tag endet im Sturz-Chaos

Quelle: Eurosport

In der "Sprinter-Hauptstadt", die in den vergangenen fünf Jahren jedes Jahr zur Giro-Strecke gehörte, jubelte mit Davide Ballerini schließlich ein Fahrer, den kaum jemand auf der Rechnung gehabt haben dürfte.
Der XDS-Astana-Profi wurde dabei zum Nutznießer eines Sturzes von Dylan Groenewegen in der letzten Kurve vor dem neuen Finish in Italiens drittgrößter Stadt. Auf dem Kopfsteinpflasterabschnitt in Richtung Ziel rutschte der Niederländer im beginnenden Regen aus, auch alle Sprinter nach ihm hatten keine Chance mehr auf den Sieg.
Am besten zog sich noch der Mann im Punktetrikot aus der Affäre. Paul Magnier kam durch den Sturz zum Stillstand und wurde trotzdem Etappendritter.
Dem dramatischen Zielsprint ging ein ruhiger Tag für das Peloton voraus, bei dem vor allem Nico Denz mit seinem schweren Sturz für Aufsehen sorgte. Sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe gab inzwischen Entwarnung.
Drei Dinge, die auf der 6. Etappe auffielen

1. Unibet macht alles richtig - und hat in der letzten Kurve Pech

Es ist die erste Grand-Tour-Teilnahme für das niederländische Unibet-Team. Die junge Equipe ist in den vergangenen Jahren unter der Leitung des "Rad-YouTubers" Bas Tietema stets gewachsen. In diesem Jahr und mit der Teilnahme am Giro in Aussicht konnte man einen echten Star für das Team gewinnen.
Um Sprinter Dylan Groenewegen wurde das Team aufgebaut, er sollte der Mannschaft die Erfolge bringen, die viel mehr als "nur dabei" sein möchte. Vier Siege fuhr er in diesem Frühjahr ein, am Ende der 3. Etappe in Sofia fehlte keine Radlänge zum ersten Grand-Tour-Sieg bei der ersten Teilnahme für das ProTeam.
In Neapel spielte man seine Karten perfekt aus. Die Männer in blau-lila sah man auf den letzten Kilometern immer weit vorne, die Mannschaft hatte das Finish genau ausgekundschaftet und war im technischen Finale stets perfekt positioniert.
Nur noch eine Schwierigkeit wartete: Eine 180-Grad-Kurve 400 Meter vor dem Ziel auf städtischem Kopfsteinpflaster. Die Namen Groenewegen und sein Anfahrer von Außen kommend - ebenfalls lehrbuchmäßig. Im einsetzenden Regen rutschten dann aber beide weg. Ein Sieg wäre alles andere als garantiert gewesen, auch Jonathan Milan und Paul Magnier befanden sich am Hinterrad des Niederländers. Trotzdem: Die perfekte Ausgangssituation fiel einzig und allein dem Pech zum Opfer.
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Sturz-Drama um Groenewegen im Kopfsteinpflaster-Finale

Quelle: Eurosport

"Es war ein bisschen rutschig, was", sagte ein etwas ungläubiger Groenewegen im Interview bei Eurosport nach der Ankunft. "Das kann im Sprint passieren, ich bin stolz auf das Team, das einen perfekten Job gemacht hat, am Ende ist es einfach Pech."

2. Magnier baut Führung in der Punktewertung aus - trotz Stillstand

Hinter den Pechvögeln kamen alle Topsprinter zum Stillstand. Milan war direkt hinter den Unibet-Profis betroffen, konnte einen Sturz aber gerade noch verhindern. Auch Magnier, der Mann im Maglia Ciclamina, geriet ins Stocken, hob sein Rad über die Gestürzten und setzte seine Fahrt fort.
Ballerini und Magniers Anfahrer Jasper Stuyven kamen als einzige ungebremst davon und waren nicht mehr einzuholen. Der junge Franzose lieferte bergauf aber einen beeindruckenden 400-Meter-Sprint mit stehendem Start ab und wurde Etappendritter.
"Ich glaube, ich war einer der Stärksten", sagte der 22-Jährige im Ziel und schilderte die chaotische Situation vor dem Ziel: "Es war ein gutes Finale für mich. Ich war auch gut positioniert. Leider sind die Fahrer vor mir gestürzt. Das hat mich aufgehalten und ich habe Geschwindigkeit verloren. Ich bin fast auf Groenewegen gefallen. Dann bin ich losgesprintet, aber ich war etwas zu spät dran. Ich bin enttäuscht, dass ich keine Chance hatte, eine weitere Etappe zu gewinnen."
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Quelle: Eurosport

Sein beherzter Antritt zum Ziel hatte für ihn aber einen positiven Nebeneffekt, der dem zweimaligen Etappensieger über die vergebene Chance hinwegtrösten dürfte: Seine Führung in der Punktewertung konnte er um 25 Punkte gegenüber Milan ausbauen. 66 Punkte beträgt der Abstand nun im Kampf um das Maglia Ciclamino.
Sein Sprint auf Platz drei könnte sich auf dem Weg nach Rom also noch lohnen.

3. Ruhetag fürs Peloton - bis zehn Kilometer vor dem Ziel

Für jede Etappe gibt es von Seiten der Giro-Organisation RCS eine Marschtabelle. Drei verschiedene Durchschnittsgeschwindigkeiten sollen dort Auskunft darüber geben, wann die Fahrer einzelne Wegpunkte markieren - ein schneller, ein mittlerer und ein langsamer Schnitt.
Lange Zeit bummelte das Peloton minutenlang hinter der langsamsten Berechnung hinterher, erst zum Ziel holte man die erwarteten 43 km/h noch fast ein. Ein Schnitt von 42,6 km/h auf einer komplett flachen Etappe sorgt bei keinem Profi für einen nennenswert erhöhten Puls.
Aber wer möchte es ihnen verdenken? Die 5. Etappe tags zuvor führte mit mehr als 4000 Höhenmetern fünfeinhalb Stunden lang durch Regen, Hagel und Kälte. Vom Sieger Igor Arrieta bis zum Letzten der Etappe hatte jeder Fahrer einen extrem harten, nicht selten wohl miserablen Tag.
Die 142 Kilometer von Paestum nach Neapel bei rund 20 Grad und leichter Bewölkung luden zu einem halben Ruhetag ein. Selbst eine Fluchtgruppe wollte sich kaum finden. Erst nach einer halben Stunde erbarmten sich zwei Alpecin-Premier-Tech-Fahrer und auch die sonst so ausreißwütigen Wildcard-Teams Bardiani und Polti-VisitMalta zogen erst nach 50 Kilometern nach.
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Quelle: Eurosport

Die Fluchtgruppe aus vier Fahrern wurde dann auch an der kurzen Leine gehalten - ohne, dass das Tempo großartig anstieg. 35 Kilometer vor dem Ziel war die Gruppe des Tages wieder gestellt.
Dann begann das richtige Radrennen - und wie schon am Ende des ersten Tages wartete das Drama bis ganz zum Schluss.
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Quelle: Eurosport


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