Florian Lipowitz und Remco Evenepoel stark bei Katalonien-Rundfahrt: Red Bull-Doppelspitze glänzt und stößt an Grenzen

Erstmals haben Florian Lipowitz und Remco Evenepoel in Katalonien gemeinsam eine Rundfahrt für Red Bull-Bora-hansgrohe bestritten. Der einwöchige Härtetest lieferte wertvolle Erkenntnisse und brachte einige Spitzenergebnisse für das Team und sein Top-Duo. Die schweren Etappen gegen starke Konkurrenz zeigten aber auch, dass es mit Blick auf die Tour de France im Juli noch Herausforderungen gibt.

Highlights der Schlussetappe: Lipowitz und Evenepoel auf Siegjagd

Quelle: Eurosport

"Wir haben zwar einen Etappensieg in dieser Woche verpasst, aber ich denke, mit unserer Vorstellung hier können wir superhappy sein": Mit dieser Kurzanalyse im Ziel an Barcelonas Olympiaberg brachte Florian Lipowitz die insgesamt 1057 Kilometer durch Katalonien auf den Punkt.
Als erster Deutscher überhaupt grüßte der Schwabe am Ende der 105. Austragung des Traditionsrennens vom Abschlusspodium der Gesamtwertung. Ein Erfolg, mit dem angesichts seiner Krankheit in der Vorbereitung nicht zu rechnen gewesen war. Nach Paris - Nizza, der Tour de Romandie und der Dauphiné steht damit nun ein weiterer Podestplatz bei einer schweren einwöchigen Rundfahrt auf der Erfolgsliste des 25-Jährigen.
Doch der größte Erfolg war nicht die Platzierung, sondern die Art und Weise, wie sie erreicht wurde. Das Zusammenspiel der Teamkollegen Lipowitz und Star-Neuzugang Remco Evenepoel erwies sich als mustergültig, was längst keine Selbstverständlichkeit ist: Man erinnere sich nur an die letzte Tour de France und die Renngestaltung von Primoz Roglic dort ...
Evenepoel hingegen stellte sich nach seinem Sturz auf der 3. Etappe in den Dienst des Mannschaftskameraden und machte so dessen Sprung aufs Podium erst möglich. "Er war fantastisch, hat einen super Job für mich gemacht. Dafür bin ich ihm unglaublich dankbar. Dass ein Weltmeister so etwas macht, ist einfach unglaublich”, sagte Lipowitz nach der Tempoarbeit des Belgiers auf der letzten Bergetappe am Samstag.

Evenepoel glänzt mit Teamgeist

Wie groß die Auswirkungen des Crashs auf Evenepoels Leistungsvermögen letztlich waren, bleibt für außenstehende Beobachter Spekulation. Aber für alle sichtbar war sein Einsatz als vorbildlicher Teamplayer, der den Rollentausch vom Kapitän zum Edelhelfer lehrbuchmäßig vollzog.
”Ich hatte ein paar schwierige Tage. Die Folgen waren tatsächlich etwas größer als gehofft”, schilderte der Zeitfahrspezialist. Dass seine Ziele in Katalonien andere gewesen waren, hatten die ersten Renntage klar gezeigt: Schon beim Auftakt wäre ihm fast ein Etappensieg im Sprint geglückt, dann war er bis zu dem fatalen Sturz nach einer mutigen Attacke wieder auf Siegkurs gewesen. Dazu jagte er Bonussekunden an den Zwischensprints - Evenepoel wollte sich in der Gesamtwertung so weit oben wir möglich platzieren und Jonas Vingegaard herausfordern.
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Was war das denn? Evenepoel stürzt kurios und vergibt Sieg

Quelle: Eurosport

Das machte auch Red-Bull-Sportdirektor Klaas Lodewyck deutlich: ”Fakt ist, dass seine Woche hier ganz anders hätte verlaufen können. Ohne diesen Sturz wäre das Szenario ganz anders gewesen.”
Gerade deshalb ist die Harmonie zwischen den beiden Topfahrern so hervorzuheben, denn sie stellt keine Selbstverständlichkeit dar. Immer wieder sah man in den entscheidenden Phasen der letzten Etappen Evenepoel nicht nur einfach in der Tempoarbeit, sondern dabei auch regelmäßig mit dem Blick nach hinten zu Lipowitz, um die Pace optimal zu gestalten.
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Highlights 6. Etappe: Lipowitz auf Podium - Vingegaard siegt weiter

Quelle: Eurosport

Das lässt für die Tour de France hoffen, wo beide als gleichberechtigte "Wingmen" ins Rennen gehen und dem Team damit "ganz neue taktische Möglichkeiten" eröffnen sollen, wie der Rennstall als Vorgehensweise schon im Dezember ankündigte.

Vingegaard dominiert trotz Doppelspitze

Die zumindest aktuellen Grenzen der Doppelspitze wurden aber in Katalonien trotz vollem Einsatz auch deutlich. Weder gelang es Evenepoel, Lipowitz in der Gesamtwertung in den Bergen auf Platz zwei zu hieven, noch konnte Lipowitz am Schlusstag den Weg für einen Etappensieg von Evenepoel bereiten: Es blieb jeweils bei Rang drei.
Bei aller Stärke konnten sie selbst als Duo den souveränen Spitzenreiter Jonas Vingegaard nie in Gefahr bringen. Zwar gelang es den Dänen von seinen letzten Helfern zu isolieren, doch der Visma-Kapitän war jederzeit Herr der Lage und klar der stärkste Fahrer im Rennen.
Wäre die Königsetappe zur Bergankunft in Vallter auf fast 2200 Metern Höhe nicht witterungsbedingt gestrichen worden, hätte der Vorsprung von Vingegaard im Klassement höchstwahrscheinlich noch weitaus eindrucksvoller ausgesehen.
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Vingegaard zieht allen davon: Superstar gewinnt 6. Etappe

Quelle: Eurosport

In jedem Fall machte der 29-Jährige deutlich, dass man in diesem Jahr sehr mit ihm rechnen muss: Der Dominanz bei Paris - Nizza ließ er nun seinen insgesamt fünften Sieg bei einer einwöchigen World-Tour-Rundfahrt folgen. Auch wenn in beiden Rennen Teile der Konkurrenz durch Krankheit oder Stürze ausfielen: Vingegaard unterstrich, dass er der größte Herausforderer von Tadej Pogacar sein wird. Nach zwei Jahren, in denen ihn Stürze um eine optimale Vorbereitung hin zur Tour brachten, läuft jetzt alles nach Plan. Dieser sieht als sein nächstes Ziel den Giro d'Italia vor, während Pogacar sich nun den riskanten Kopfsteinpflaster-Klassikern stellt.
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Frankreichs Kletterspezialisten nicht zu knacken

Nicht untergehen darf bei einer genauen Betrachtung der Kräfteverhältnisse in Katalonien, dass zwei weitere Fahrer auf Augenhöhe mit Lipowitz unterwegs waren: Lenny Martinez (Bahrain) landete letztlich als Gesamtzweiter sogar knapp vor dem deutschen Aushängeschild, Valentin Paret-Peintre (Soudal) nur wenige Sekunden dahinter.
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Ungefährdet zum Etappensieg: Vingegaard bringt Vorsprung ins Ziel

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Für die beiden Leichtgewichts-Kletterer wird zwar das Gesamtklassement einer dreiwöchigen Rundfahrt eine ungleich größere Herausforderung - aber Fakt ist, dass sie hier der Doppelspitze von Red Bull erfolgreich Paroli bieten konnten.
Exakt drei Monate bleiben nun noch, dann sieht sich die Weltelite in Barcelona wieder, wenn dort die Tour de France 2026 beginnt. Lipowitz und Evenepoel nehmen vom Besuch in der Olympiastadt von 1992 jetzt viel Rückenwind mit - das ist kaum hoch genug einzuschätzen. Denn der nächste gemeinsame Start wird dann der Tour-Auftakt im Mannschaftszeitfahren sein.
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Gilmore gewinnt Schlussetappe der Katalonien-Rundfahrt im Sprint

Quelle: Eurosport


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