Tour de France 2024 - Tadej Pogacar schüttelt am Col du Galibier alle ab und holt sich das Gelbe Trikot zurück
VonFelix Mattis
Update 02/07/2024 um 20:27 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) hat sich das Gelbe Trikot bei der Tour de France zurückgeholt und auf der 4. Etappe über den Col du Galibier all seine Kontrahenten distanziert. Der Slowene setzte sich kurz vor der Passhöhe ab und fuhr in der 19 Kilometer langen Abfahrt zum Tagesziel in Valloire noch 35 Sekunden auf fünf Verfolger heraus. Tageszweiter wurde Remco Evenepoel vor Juan Ayuso.
Pogacar lässt am Galibier die Muskeln spielen und rast davon
Quelle: Eurosport
Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) wurde mit ebenfalls 35 Sekunden Rückstand Vierter, Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) und Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers) kamen zwei Sekunden danach als Fünfter und Sechster über den Zielstrich.
Mit 53 Sekunden Rückstand fuhren Mikel Landa (Soudal-Quick-Step) und Joao Almeida (UAE Team Emirates) auf den siebten und achten Rang. Alle anderen verloren mehr als zweieinhalb Minuten.
"Ich bin sehr glücklich. Wir haben unseren Plan für heute sehr gut umgesetzt. Es war eine Traumetappe. Solo hier zu gewinnen, macht mich sehr glücklich", jubelte Pogacar im Sieger-Interview.
Sein Team hatte im Verlauf der Etappe das Rennen dominiert und am Col du Galibier nach und nach viele große Kontrahenten abgeschüttelt, bevor auf dem letzten Kilometer des Alpen-Riesen dann Pogacar selbst attackierte und sich entscheidend absetzte.
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Pogacar hängt Vingegaard am Galibier ab - Roglic mit Problemen
Quelle: Eurosport
"Ich wollte das Rennen heute richtig hart gestalten. Ich kenne diese Etappe sehr gut. Ich habe hier einige Wochen schon trainiert. Es hat sich wie ein Heimrennen angefühlt, als wir Sestriere passiert haben", so der Mann im Gelben Trikot.
Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), der im Gelben Trikot in den Tag gestartet war, verlor über fünf Minuten und büßte wohl alle Chancen auf einen Podestplatz am Ende der Tour in Nizza ein.
Pogacar führt die Gesamtwertung nach vier Tagen nun mit 45 Sekunden Vorsprung auf Evenepoel (Soudal-Quick-Step) und 50 Sekunden auf Titelverteidiger Vingegaard an. Ayuso (UAE Team Emirates / + 1:10) ist Gesamtvierter, Roglic (+ 1:14) Fünfter und Rodriguez (+ 1:16) Sechster. Landa und Almeida haben auf Rang sieben und acht 1:32 Minuten Rückstand. Die Top Ten der Gesamtwertung komplettieren Giulio Ciccone (Lidl-Trek / + 3:20) und Egan Bernal (Ineos Grenadiers / + 3:21).
Nach dem Bummelzug vom Vortag begann die 4. Etappe mit rasendem Tempo. Bergauf von Pinerolo in Richtung Sestriere war das Feld schneller unterwegs, als 24 Stunden zuvor im Flachland. Nach 19 Kilometern sicherte sich Mads Pedersen (Lidl-Trek) den Zwischensprint.
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"Das war ein Paradestück!" Pedersen beeindruckt im Zwischensprint
Quelle: Eurosport
Danach bildete sich bald eine 17-köpfige Spitzengruppe um Weltmeister Mathieu van der Poel (Alpecin-Deceuninck) und den ehemaligen Tour-Bergkönig Warren Barguil (dsm-firmenich-PostNL), der gemeinsam mit Christian Odd Eiking (Uno-X) bei je 2:31 Minuten Rückstand aufs Maillot Jaune der Bestplatzierte unter den Ausreißern in der Gesamtwertung war.
Die große Gruppe fuhr über Sestriere und bis an die italienisch-französische Grenze in Montgenèvre drei Minuten heraus, dahinter aber hielten EF Education-EasyPost mit Sean Quinn und UAE Team Emirates mit Nils Politt alles unter Kontrolle und als in Briancon der lange Anstieg in Richtung Col du Galibier begann, standen nur noch zwei Minuten auf der Uhr.
Politt leistet riesigen Dienst für Pogacar
Bei starkem Gegenwind im Serre-Chevalier hielt der Deutsche Zeitfahrmeister den Abstand zur großen Spitzengruppe ganz allein dann lange stabil, bis er rund 35 Kilometer vor Rennende ausscherte und die Nachführarbeit an Tim Wellens und Marc Soler übergab. Kurz darauf setzten sich an der Spitze Oier Lazkano (Movistar), Tobias Halland Johannessen (Uno-X), David Gaudu (Groupama-FDJ) und Christopher Juul-Jensen (Jayco-AlUla) von ihren Begleitern ab. Trotzdem aber verkleinerten die UAE-Helfer den Abstand kontinuierlich weiter.
Als es nach der Lautaret-Passhöhe in Richtung Galibier steiler wurde, übernahm Pavel Sivakov die Nachführarbeit und schnell waren alle Ausreißer eingeholt – zuletzt 7,5 Kilometer vor dem Gipfel und 26,5 Kilometer vor dem Ziel Lazkano. Kurz darauf bekamen aber auch schon die ersten Mitfavoriten Probleme, dem Peloton zu folgen: Simon Yates (Jayco – AlUla) und Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) fielen zurück, aber einen Kilometer später auch schon der Mann in Gelb, Richard Carapaz (EF Education-EasyPost).
UAE bringt am Galibier alle ans Limit
Anschließend drückte Adam Yates für UAE aufs Tempo und verkleinerte das Feld immer weiter, bevor dann Juan Ayuso und Joao Almeida sich auf den letzten fünf Kilometern des Anstiegs immer wieder abwechselten. Als Yates schließlich ausscherte, war man vorne nur noch zu acht: Almeida, Ayuso, Pogacar, Vingegaard, Evenepoel, Landa, Roglic und Rodriguez.
Pogacar wartete bis 800 Meter vor dem Gipfel die engen Serpentinen oberhalb der Tunneleinfahrt begannen und setzte dann eine harte Attacke, der nur Vingegaard folgen konnte. Doch nach den ersten beiden Spitzkehren musste auch der Däne den Slowenen ziehen lassen. Auf dem Gipfel hatte Pogacar knapp zehn Sekunden Vorsprung auf den Titelverteidiger und etwa 15 auf Evenepoel sowie schon mehr als 30 auf die anderen fünf.
Pogacar auch bergab der Schnellste
Im technischen, oberen Teil der Abfahrt blieb Vingegaard zunächst noch auf Tuchfühlung. Doch als es unten raus flacher wurde und mehr geradeaus ging, setzte sich Pogacar immer weiter ab und Vingegaard wurde von Rodriguez, Roglic sowie Ayuso eingeholt, die im technischen Teil an Evenepoel vorbeigeflogen waren.
Unten raus aber kam auch der Belgier wieder an sie heran und man fuhr zu fünft gut eine halbe Minute hinter Solo-Sieger Pogacar nach Valloire hinein auf die Zielgerade. Dort sicherte sich Evenepoel im Sprint die sechs Bonussekunden für Platz zwei vor Ayuso.
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De Florence à Nice : le parcours complet du Tour de France 2024
Quelle: Eurosport
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4. Etappe | BergetappePinerolo → Valloire / 139.6 km
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