Tour de France 2025: Florian Lipowitz weckt Hoffnung auf deutschen Coup - für Jens Voigt ist er Podiumskandidat

Alles schaut auf das Duell Jonas Vingegaard gegen Tadej Pogacar, aber kann ein deutscher Youngster vorne mitmischen? Der neue Hoffnungsträger der Radsport-Nation heißt Florian Lipowitz, die Sprinter um Pascal Ackermann und Phil Bauhaus träumen vom ersten Gelben Trikot nach einem Jahrzehnt - und nach bald 80 Etappen Durststrecke soll es endlich wieder mit einem deutschen Tagessieg klappen.

Tour de France 2025: Die Strecke der 21 Etappen bis nach Paris

Quelle: Eurosport

Erfolge deutscher Radprofis waren bei der Tour de France zuletzt selten. Aber wenn am Samstag die 112. Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt in Lille beginnt, rollt die Hoffnung auf einen deutschen Coup wieder mit. Auch und vor allem dank Youngster Lipowitz.
Nicht umsonst traut Tour-Boss Christian Prudhomme dem 24-Jährigen vom deutschen Top-Team Red Bull-Bora-hansgrohe zu, die Sieger der vergangenen fünf Auflagen, Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard, herauszufordern. "Wir wollen, dass das Duell weitergeht", sagte der Direktor des wichtigsten Radrennens der Welt der Nachrichtenagentur "AFP", aber "warum nicht mit einem (Remco) Evenepoel oder einem anderen dritten Mann, vielleicht (Florian) Lipowitz..."
Dass es der frühere Biathlet mit den Besten aufnehmen kann, bewies er als Gesamtdritter bei der Generalprobe Critérium du Dauphiné im Juni. Nach seinem steilen Aufstieg steht nun das Debüt bei der Großen Schleife an.
"Er ist mein Geheimfavorit für das Podium", sagte auch Eurosport-Experte Jens Voigt im exklusiven Interview. "Ich wäre nicht überrascht, wenn wir unter den Top Drei die gleichen Namen sehen würden wie bei der Dauphiné."

Voigt über Lipowitz: Podium nicht "aus der Luft gegriffen"

Voigt ist von den Qualitäten des Kletterers überzeugt: "Er ist selbstbewusst dank der Dauphiné – nicht viele können von sich behaupten, Evenepoel bei einer Rundfahrt zu schlagen. Florian fährt das ganze Jahr über schon so stark, dass ein Podium ja auch nicht völlig aus der Luft gegriffen wäre."
Der Ulmer erhält von seinem deutschen Rennstall dabei einige Freiheiten und muss nicht nur für Kapitän Primoz Roglic arbeiten, wie Sportdirektor Rolf Aldag jüngst dem "SID" verriet.
Um womöglich in den folgenden Jahren als erster Deutscher nach Andreas Klöden 2006 wieder aufs Podium zu fahren, soll Lipowitz wichtige Erfahrungen sammeln. Voigt sieht die "Joker-Rolle" auch als Chance für Lipowitz. Im Schatten von Roglic könne er sich eventuell an der Spitze halten und am Ende mehr Reserven als die etatmäßigen Kapitäne haben.
Die erste Etappe über 184,9 fast ausschließlich flache Kilometer mit Start und Ziel in Lille sollte zunächst an die Sprinter gehen, bevor es für die Klassementfavoriten um Lipowitz, Pogacar, Vingegaard und Co. ernst wird. Die Chance auf das Gelbe Trikot ist real - auch für Ackermann und Bauhaus.
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Tour-Strecke, 1. Etappe: Jagd auf Gelbes Trikot beim Auftakt in Lille

Quelle: Eurosport

Die Aussichten der anderen deutschen Starter

Damit erstmals seit Tony Martin 2015 wieder ein Deutscher überhaupt und erstmals seit Marcel Kittel 2014 ein deutscher Sprinter ins Maillot jaune schlüpft, muss aber viel passieren. Ackermann (Israel-Premier Tech) und Bauhaus (Bahrain Victorious) werden lediglich Außenseiterchancen eingeräumt.
Den ersten deutschen Etappensieg seit dem Jahr 2021, als Nils Politt auf dem zwölften Teilstück in Nimes triumphiert hatte, nimmt auch Georg Zimmermann (Intermarché-Wanty) in Angriff - mit Rückenwind nach seinem Sieg bei der deutschen Meisterschaft. "Ich freue mich riesig, das größte Radrennen im schönsten Trikot zu fahren. Das wird eine tolle Erfahrung", sagte Zimmermann.
Wie der Augsburger, der vor zwei Jahren seinen ersten Etappensieg als Zweiter knapp verpasst hatte, wittert auch der frühere Gesamtvierte Emanuel Buchmann (Cofidis) auf hügeligen Teilstücken seine Chance.
Limitiert sind dagegen die Rollen der Helfer Politt (für Pogacar bei UAE Emirates-XRG) und Maximilian Schachmann (für Evenepoel bei Soudal Quick-Step), auch Zimmermanns Teamkollege Jonas Rutsch muss eigene Ambitionen zunächst wohl hinten anstellen. Erstmals für die Tour nominiert wurden Niklas Märkl (Team Picnic PostNL) und Marius Mayrhofer (Tudor Pro Cycling).
(mit SID)
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Vingegaard exklusiv: "Muss besser als vor zwei Jahren sein"

Quelle: Eurosport


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