Tadej Pogacar legt immer wieder Leistungssteigerungen hin – in diesen Aspekten hat sich der Slowene verbessert
VonNiklas Bien
Publiziert 30/06/2026 um 15:22 GMT+2 Uhr
Tadej Pogacar ist aktuell der beste Radsportler der Welt. Daran bestehen angesichts der erdrückenden Dominanz des Slowenen schon seit einiger Zeit keine Zweifel mehr. Und trotzdem scheint es so, als könnte der vierfache Tour-de-France-Sieger noch eine Schippe drauflegen. Jeroen Swart von Pogacars Team UAE hat nun über die Entwicklung des Superstars gesprochen. Die Konkurrenz dürfte genau hinhören.
Pogacar contra Vingegaard - alle Siege der Superstars im Jahr 2026
Quelle: Eurosport
"Wenn wir uns Tadejs Werte ansehen, verbessert er sich definitiv nicht mehr in den gleichen Schritten wie früher. Dennoch hat es mich überrascht, dass wir ihm weiterhin kleine Leistungssteigerungen entlocken konnten", sagte Swart, Head of Performance bei Pogacars UAE Team Emirates - XRG, gegenüber "Cyclingnews".
Dabei war die Verantwortlichen beim Radsportteam aus den Vereinigten Arabischen Emiraten eigentlich davon ausgegangen, dass Pogacar sein Limit schon lange erreicht hätte.
Vor zwei Jahren schien das Maximum beim 27-Jährigen ausgeschöpft – war es aber nicht: Pogacar verbesserte sich noch einmal leicht.
"Wir dachten, wir würden uns künftig darauf konzentrieren, dieses Plateau zu halten. Zu unserer Überraschung hat er sich aber weiter verbessert – und das hat ihm auch bei den Klassikern geholfen", erklärte Swart.
An diesen Aspekten schraubte Pogacar
In den vergangenen Jahren hat Pogacar eine ganze Reihe von Eintagesrennen gewonnen. Allein in diesem Jahr entschied er Mailand–Sanremo, die Flandern-Rundfahrt und Lüttich–Bastogne–Lüttich für sich.
Die große Konstanz ist auch eine Folge des angepassten Trainings. Der Slowene legte Muskelmasse zu, um noch explosiver zu werden.

Tadej Pogacar jubelt zum vierten Mal bei Lüttich - Bastogne - Lüttich
Fotocredit: Getty Images
"Das war ein klarer Fokus. Über alle Rennen hinweg hat sich seine Gesamtleistung zwar nur marginal verbessert, aber selbst diese kleinen Fortschritte haben uns überrascht. Jede noch so kleine Steigerung hilft auf diesem Niveau", betonte Swart.
Für die anstehende Tour de France (4. bis 26. Juli live im Stream bei HBO Max) soll der Vierfachsieger mindestens seine Form aus dem Vorjahr bestätigen, so Swart: "Sollte er sich noch einmal steigern können, wäre das natürlich großartig."
Mentales Training gewinnt an Wichtigkeit
Körperlich müsste der Slowene so langsam aber sicher am Limit angekommen sein. Umso wichtiger werden andere Bereiche der Wettkampffitness.
"Sportpsychologie und mentales Coaching sind heute in allen Sportarten ein enorm wichtiger Bestandteil der Leistungsentwicklung. Die Rennen sind vom Start weg extrem intensiv und lassen kaum noch Verschnaufpausen zu. Phasen, in denen sich das Peloton erholen kann, sind mittlerweile eher die Ausnahme", sagte Swart.
Pogacars Entwicklung kannte bisher kaum Grenzen – wo er aktuell wirklich steht, kann er ab der kommenden Woche wieder auf der größten Bühne beweisen.
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