Rad-WM | Wout Van Aert vs Mathieu van der Poel - Belgier nimmt Silber-Fluch mit Humor: "Lieber nicht drüber nachdenken"
Sechs Goldmedaillen hat Mathieu van der Poel im direkten Duell Wout Van Aert schon vor der Nase weggeschnappt. Auf dem Belgier scheint beinahe ein "Silber-Fluch" zu lasten - fast immer, wenn er ins Ziel eines WM-Rennens kommt, ist der Niederländer entweder schon da oder hat das Rad vor ihm. Aber Van Aert versucht, die bittere Bilanz zumindest nach außen hin locker zu nehmen.
Highlights: Blutender van der Poel trotzt Sturz und Protest-Eklat
Quelle: Eurosport
Mit einem Lachen reagierte Van Aert in Glasgow auf die Reporterfrage, wie seine Siegesliste wohl aussähe, wenn er sich nicht mit van der Poel als Gegner herumschlagen müsste: "Darüber denke ich lieber nicht nach", sagte der 28-Jährige, der im Straßenrennen einmal mehr mit Silber zufrieden sein musste.
Immerhin hat Van Aert schon Erfahrung mit solchen Niederlagen gegen "MVDP", nicht weniger als fünf Mal musste er sich im WM-Rennen beim Cross mit Rang zwei begnügen - erstmals 2012 in der Nachwuchsklasse, zuletzt in diesem Frühjahr. Dazu kommt die schmerzhafte Pleite bei der Flandern-Rundfahrt, Belgiens wichtigstem Rennen, im Jahr 2020.
Doch die Silber-Sammlung des ansonsten so erfolgreichen Allrounders ist nicht allein wegen van der Poel derart umfangreich. Bei Olympia in Tokio war es im Straßenrennen Richard Carapaz, der Gold holte, im WM-Straßenrennen 2020 war Julian Alaphilippe stärker und in den WM-Zeitfahren erwies sich Filippo Ganna 2020 und 2021 als schneller.
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Showdown in Harelbeke: Van Aert sticht Pogacar und van der Poel aus
Quelle: Eurosport
Van Aert: WM-Titel und Etappensiege in Serie
Allerdings darf keinesfalls der Eindruck entstehen, dass Van Aert ein "ewiger Zweiter" sei - dazu hat er viel zu viele extrem hochkarätige Erfolge vorzuweisen, um die ihn vielfach auch van der Poel beneiden dürfte: Seine bereits neun Etappensiege bei der Tour de France - ob im Sprint, Zeitfahren oder Hochgebirge - haben eine einzigartige Bandbreite, dazu kommt der Gewinn des Grünen Trikots und eine herausragende Rolle als Edelhelfer de luxe bei den Tour-Siegen von Jonas Vingegaard.
Auch Goldmedaillen hat Van Aert mehr im Schrank als die allermeisten anderen Fahrer, dreimal war er bereits Cross-Weltmeister und in Glasgow zählt er im WM-Einzelzeitfahren am Freitag wie immer zu den Siegkandidaten. Dabei kommt es nicht zum Duell mit van der Poel - dieser hat im Kampf gegen die Uhr nicht das Niveau seines Dauerrivalen. Er greift dafür einen Tag später im Samstag nach dem historischen Triple im Rennen um Gold auf dem Mountainbike.
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Die entscheidende Attacke: Van der Poel lässt Pogacar und Co. stehen
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