Erkenntnisse der alpinen Skisaison: Mikaela Shiffrin bleibt die Königin Zukunft der DSV-Herren sieht rosiger aus

Nach insgesamt 71 Weltcuprennen (37 bei den Herren, 34 bei den Damen) ging in Sun Valley eine spektakuläre Saison 2024/25 der alpinen Skirennläufer zu Ende. Superstars wie Lindsey Vonn, Marcel Hirscher und Lucas Pinheiro Braathen gaben ihr Comeback, Emma Aicher holte ihre ersten Weltcupsiege und Dominator Marco Odermatt fuhr wieder in seiner eigenen Liga. Das war aber noch längst nicht alles.

Highlights: Dürr nur von Dominatorin Shiffrin geschlagen

Quelle: Eurosport

Vor allem die Schweizer Herren feierten ihre Erfolge mit legendären Partys. In Kitzbühel rissen Franjo von Allmen und Co. den In-Schuppen "The Londoner" ab, bei der WM in Saalbach-Hinterglemm ließ sich das gesamte Team fiese Frisuren rasieren.
Das Comeback von Marcel Hirscher war nicht von Erfolg gekrönt, (deutlich) besser lief es für Lindsey Vonn und Lucas Pinheiro Braathen.
Und dann war da noch die Königin der Pisten, ein kommender Schweizer Superstar und Lichtblicke bei den deutschen Herren.
Unsere Erkenntnisse der alpinen Skisaison:

1. Alexis Monney auf dem Weg zum Superstar in der Abfahrt

Marco Odermatt feixte freudestrahlend im Zielraum, als hätte er gerade (mal wieder) ein Weltcuprennen gewonnen. Doch der Superstar hatte die Skistiefel schon ausgezogen und lag im Zwischenklassement "nur" auf Rang vier.
Und dennoch gab es für Odermatt an diesem sonnigen 28. Dezember 2024 in Bormio Grund zu feiern. Sein Kumpel Alexis Monney überquerte mit Startnummer 19 als Erster die Ziellinie und schnappte sich seinen Premieren-Weltcupsieg.
Bis dato war Monneys bestes Resultat in einer Weltcupabfahrt Rang acht in Kitzbühel in der Vorjahressaison. Sein Sieg auf der berüchtigten Stelvio kam für den Cheftrainer der Schweizer Herren aber keineswegs überraschend.
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"Das reicht!" Monney mit Wahnsinnslauf auf der Stelvio

Quelle: Eurosport

"In der Saisonvorbereitung haben wir uns im Trainerteam gefragt: 'Ist Alexis so viel schneller geworden oder der Rest des Teams langsamer?' Die Antwort darauf hat Alexis gegeben", sagte Tom Stauffer.
Der Sieg in Bormio war Monneys Durchbruch. Auf der Streif in Kitzbühel musste er sich nur John Crawford mit hauchdünnem Rückstand geschlagen geben (+0,08). Bei der WM in Saalbach holte er Bronze in der Abfahrt und Silber in der Team-Kombi und fuhr in Crans-Montana zweimal aufs Podest (Dritter in der Abfahrt, Zweiter im Super-G).
Egal ob auf den eisigen und schwierigsten Pisten in Bormio und Kitzbühel oder auf verhältnismäßig "einfachen" wie in Crans-Montana - Monney fühlt sich auf allen Strecken wohl. Mit seiner feinfühligen, eleganten Fahrweise schluckt er Bodenwellen lässig weg, ist ein guter Gleiter und vor allem in lang gezogenen Speedkurven extrem stark.
Ein Abfahrer, der das komplette Paket mitbringt, um in den nächsten Jahren viele Siege einzufahren. Der 25-Jährige profitiert zudem von der starken internen Konkurrenz mit Odermatt und von Allmen.
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Alexis Monney gewann in Bormio und wurde in Kitzbühel Zweiter

Fotocredit: Getty Images

2. DSV-Herren: Die Zukunft sieht rosiger aus

Die ernüchternden Zahlen vorneweg: In der abgelaufenen Saison gab es keinen Podestplatz im Weltcup für die deutschen Herren - zum ersten Mal seit der Saison 2003/04.
"Es war eher eine schwächere Saison, weil einfach die Ergebnisse nicht so gestimmt haben, wie man es erwartet hatte", bilanzierte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier: "Es war einfach zu wenig, was wir gezeigt haben." Maier bezog sich dabei auf das gesamte DSV-Team, die Damen standen allerdings mit Emma Aicher und Lena Dürr sieben Mal auf dem Podium.
"Gerettet" hat den Winter aus Herrensicht Linus Straßer mit Bronze im WM-Slalom von Saalbach. Im Weltcup kam der 32-Jährige zudem auf sieben Top-7-Platzierungen.
Was vordere Ränge oder Siegchancen angeht, ist Straßer im DSV alleine auf weiter Flur. Aber es tut was. Anton Grammel überraschte im Riesenslalom mit vier Platzierungen in den Top 15, bei der WM wurde er Zwölfter. Beim Weltcuprennen im norwegischen Hafjell fuhr er im zweiten Durchgang Laufbestzeit.
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Anton Grammel kam 2024/25 im Weltcup viermal in die Top 15

Fotocredit: Getty Images

Mit 26 Jahren ist Grammel kein Rookie mehr, gehört aber seit dieser Saison zur erweiterten Weltspitze. "Anton hat in FIS- und Europacuprennen schon oft gezeigt, dass er schnell ist. Jetzt hat er es auch im Weltcup gezeigt. Ich traue ihm zu, in der nächsten Saison um Podestplätze zu fahren", sagte "ARD"-Experte Felix Neureuther.
Zudem gab es im Nachwuchsbereich zwei dicke Ausrufezeichen in den Speedwettbewerben aus deutscher Sicht. Mit Felix Rösle (Abfahrt) und Benno Brandis (Super-G) stellt der DSV die aktuellen Juniorenweltmeister.
Beide sicherten sich dadurch eine Teilnahme am Weltcupfinale in Sun Valley. Da die Abfahrt witterungsbedingt ausfiel, war Rösle untätig. Brandis schied im Super-G aus, zeigte aber bis zu seinem Ausfall ein vielversprechendes Rennen.
"Der Bursche bringt schon sehr viel Potenzial mit", findet Neureuther, "seine stärkste Disziplin ist von den Punkten her eigentlich der Slalom. Aber er kann Riesenslalom fahren, Super-G und Abfahrt. So etwas hatten wir schon lange nicht mehr in Deutschland." Etwas bremst der Experte dann aber doch: "Man muss den Jungs noch Zeit geben, es ist jetzt noch nicht so, dass die nächstes Jahr schon voll attackieren werden."
Aber Deutschland hat (endlich) wieder zwei Hoffnungsträger auf den Speedstrecken.
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Überzeugende Leistung: Grammel feiert Top-ten-Ergebnis

Quelle: Eurosport

3. Mikaela Shiffrin: Die Königin hat noch lange nicht fertig

Schwere Bauchverletzung nach Sturz in Killington, ein - mit Selbstzweifeln verbunden - harter Weg zum Comeback und Tränen der Freude und Genugtuung nach dem 100. Weltcupsieg - Mikaela Shiffrin hat eine emotionale Achterbahnsaison hinter sich.
In mehreren exklusiven Eurosport-Interviews ließ die US-Amerikanerin tief blicken in ihr Seelenleben. Wozu die erfolgreichste Weltcup-Rennläuferin der Geschichte trotz der Rückschläge imstande ist, zeigte Shiffrin in den letzten drei Slaloms der Saison mit den Rängen eins, drei, eins.
Damit steht die 30-Jährige bei 101 Weltcuptriumphen und ein Ende ihrer Dominanz ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Shiffrin peilt auch 2025/26 mit dem Höhepunkt Olympia in Mailand und Cortina d'Ampezzo weitere Siege an - nicht nur in ihrer Spezialdisziplin.
"Ein Saisonziel habe ich noch: Ich will im Gesamtweltcup die 500 Punkte knacken. Weit bin ich davon nicht entfernt", sagte sie vor dem Finale in Sun Valley im Gespräch mit Eurosport-Expertin Viktoria Rebensburg.
Hintergrund: Mit 500 Weltcupzählern verbessert Shiffrin ihre Startposition im Riesenslalom in der nächsten Saison. Durch den Sieg im letzten Slalom holte sie 537 Punkte - ein Platz zwischen den Startnummern 16 und 30 ihr damit gewiss.
Bei "Servus TV" richtete Shiffrin gleich mal eine Kampfansage an die Konkurrenz um Federica Brignone: "Ich möchte wieder gerne Weltcup-Riesentorläufe gewinnen, am besten schon in der nächsten Saison."
Bleibt Shiffrin von Verletzungen verschont, wird sie auch 2025/26 vor allem im Slalom schwer zu schlagen sein. Die Königin hat noch lange nicht fertig.
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Shiffrin: "Ich habe Lena am Start gesehen und dachte: 'Nein!'"

Quelle: Eurosport


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