Alberto Tomba kritisch zu eingestellter 50er-Marke von Marco Odermatt: "Stärkste Rivalen haben sich selbst eliminiert"
VonNiklas Bien
Update 19/12/2025 um 11:49 GMT+1 Uhr
Marco Odermatt hat bei der Gröden-Abfahrt seinen 50. Weltcupsieg gefeiert und damit die Marke von Ski-Legende Alberto Tomba eingestellt. Der Italiener sieht den Schweizer als einen der "überragenden Athleten der Weltcup-Geschichte", ordnet die Odermatt-Marke aber durchaus kritisch ein: Der 28-Jährige solle die Zeit nutzen, "so lange er von seiner Konkurrenz nicht aufs Schärfste gefordert wird".
Highlights: Odermatt nicht zu schlagen - so lief die erste Gröden-Abfahrt
Quelle: Eurosport
Für Odermatt war die erste Abfahrt in Gröden eine besondere: Der Schweizer holte nicht nur seinen 50. Weltcupsieg, sondern gewann auch die insgesamt 1000. Abfahrt in der 58-jährigen Geschichte des Weltcups.
Die Freude sei durch den schweren Sturz seines Kollegen Fredrik Möller zwar getrübt gewesen, die tausendste Weltcup-Abfahrt zu gewinnen finde er aber "genial und 50 Weltcupsiege sind natürlich auch eine schöne Zahl", wird Odermatt vom "Blick" zitiert.
"Aber es ist nicht so, dass ich als Kind von einer solchen Marke geträumt habe. Nun finde ich es aber richtig cool, dass ich diesen Schritt machen konnte", so Odermatt weiter.
"Dieser Schritt" hievt den Schweizer statistisch auf eine Stufe mit der italienischen Ski-Legende Alberto Tomba. Mit jeweils 50 Weltcupsiegen teilen sich Tomba und Odermatt historisch den vierten Platz in dieser Hinsicht.
Tomba: Odermatt fehlt Konkurrenz
"Keine Frage, Odermatt ist neben Ingemar Stenmark, Hermann Maier, Marcel Hirscher und mir der überragende Athlet in der Weltcup-Geschichte", sagte Tomba im Gespräch mit Marc Girardelli, der den Italiener im Auftrag des "Blick" interviewte.
Trotz aller Wertschätzung für seinen 30 Jahre jüngeren Kollegen ist die Leistung des Schweizers für Tomba durchaus mit einer Einschränkung versehen.

Alberto Tomba hat in seiner aktiven Karriere 50 Weltcupsiegen.
Fotocredit: Getty Images
"Mit Cyprien Sarrazin und Aleksander Aamodt Kilde haben sich die stärksten Rivalen von Odermatt durch schwere Stürze selbst eliminiert. Seine nächsten Konkurrenten aus Österreich sind jetzt 35 oder noch älter", so der 58-Jährige.
Zur Einordnung: Vincent Kriechmayr, der beste Österreicher der Vorsaison, ist 34 Jahre alt. Odermatts Landsmann und Abfahrts-Weltmeister Franjo von Allmen hat im Sommer erst seinen 24. Geburtstag gefeiert.
Das weiß Odermatt über Tomba
"Er soll diese Zeit gut nutzen, solange er von seiner Konkurrenz nicht aufs Schärfste gefordert wird", so Tomba weiter.
Odermatt hat den Gesamtweltcupsieger von 1995 angesichts des Altersunterschiedes kaum in Aktion gesehen, in einem ganz anderen Kontext aber viel vom früheren Kraftpaket gehört. Deutlich mehr "als ich Fahrten von ihm gesehen habe", sagte Odermatt.
"Ich bin ja einer richtigen Party auch nicht abgeneigt, aber wenn das stimmt, was ich alles über Tomba gehört habe, bin ich im Vergleich zu ihm deutlich ruhiger", analysierte der Schweizer die Kräfteverhältnisse neben der Piste.
Sportlich hat Odermatt schon heute beim Super-G in Gröden (live bei Eurosport, im Stream bei discovery+ oder im Liveticker) die Möglichkeit, die Marke des Italieners zu überbieten.
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Quelle: Eurosport
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