Kein ÖSV-Athlet in den Top Ten am Hahnenkamm: Österreich-Debakel auf der Streif - Negativrekord auch im Weltcup
Publiziert 24/01/2026 um 19:11 GMT+1 Uhr
Ausgerechnet beim Heimrennen auf der Streif enttäuschten die österreichischen Skirennläufer: Noch nie fuhr das ÖSV-Team solch ein schlechtes Endergebnis ein - kein einziger Läufer landete in die Top Ten. Als bester Österreicher wurde Vincent Kriechmayr, Sieger von 2023, 13.. Seit fast drei Jahren warten er und seine Teamkameraden auf einen Weltcup-Sieg - auch ein Negativrekord.
Highlights Abfahrt: Franzoni gewinnt Duell auf der Streif gegen Odermatt
Quelle: Eurosport
Die Party in Kitzbühel, sie ist grün-weiß-rot statt rot-weiß-rot: Beim Sieg des Italieners Giovanni Franzoni auf der berühmten Hahnenkamm-Abfahrt auf der Streif gab neben Freudentränen des Senkrechtstarters viel Enttäuschung und lange Gesichter.
Zum einen beim Favoriten Marco Odermatt, für den Platz zwei eben erneut kein Sieg auf der bekanntesten aller Pisten bedeutet.
Zum anderen für alle österreichischen Starter und Fans, die ihr größtes Debakel in Kitzbühel erlebten: Noch nie fuhr das Team des österreichischen Ski-Verbands ÖSV ein derart schlechtes Gesamtergebnis bei der Abfahrt ein.
Kriechmayr war mit Rang 13 noch der beste ÖSV-Starter - und ärgerte sich hinterher über das Ergebnis. "Es wurmt mich, dafür bin ich zu ehrgeizig. Es zipft mich g‘scheit an und wird jetzt auch noch eine Zeit brauchen." Warum verzweifeln die Österreicher nur an der Abfahrt?
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Österreich hat das Problem längst erkannt
"Das Resultat ist nicht zufriedenstellend. Heute ist einfach gar nix gegangen, wir müssen uns anschauen, warum", merkte ÖSV-Alpinchef Christian Mitter an.
Dabei hatte der Verband das Problem schon im vergangenen Frühjahr erkannt, mit Mitter einen neuen Alpinchef und mit Andreas Evers einen neuen Speedtrainer geholt. "Wir befinden uns in einem Prozess", hatte Mitter im Dezember nach dem Abschneiden in Gröden gesagt.
Weiterentwicklung ist gerade kaum in Sicht. Zumindest in der Abfahrt nicht, die zur Problemdisziplin der Österreicher geworden ist.
Immerhin bescherte Kriechmayr seiner Mannschaft am Lauberhorn vergangene Woche einen Podestplatz nach zuvor elf Abfahrten ohne Podium. Den letzten Sieg aber gab es vor fast drei Jahren, im März 2023 gewann Kriechmayr in Soldeu.
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Franzoni rast mit Traumlauf zum Sieg: Italiener zeigt Gala auf der Streif
Quelle: Eurosport
Nachwuchsarbeit versäumt - Kriechmayr zu ängstlich?
Nach der Abfahrt von Gröden, die Kriechmayr auf Rang 13 beendete, sagte er einen Satz, der aufhorchen ließ: "In der Abfahrt fehlt mir einfach ein bisschen die Überzeugung."
Angesichts der hohen Geschwindigkeiten, heftigen Kurven und enormen Fliehkräfte verständlich - für einen Abfahrer dennoch ungewohnt.
Gleichzeitig versuchte er die Misere strukturell zu erklären: "Vielleicht war in den letzten zehn Jahren der Abfahrtssport im Skiverband nicht so wichtig, vor allem im Jugendbereich", sagte er im Dezember im "ORF". "Dass dann die Speedfahrer nicht herausschießen wie die Pilze, ist klar."
Mit Crans-Montana steht am 1. Februar noch eine Abfahrt vor den Olympischen Spielen an, die das österreichische Team für die Spurensuche verwenden kann.
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Odermatt enttäuscht nach Platz zwei: "Es war eine große Chance"
Quelle: Eurosport
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