Schweizer Abfahrer Alexis Monney über den Mythos Streif: "Es war immer das Rennen, von dem ich als Kind geträumt habe"
Publiziert 22/01/2026 um 17:21 GMT+1 Uhr
Die Streif liegt ihm: Abfahren Alexis Monney wurde vergangenes Jahr hauchdünn Zweiter auf der berühmten Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel. Im Training in diesem Jahr wurde er Vierter und reihte sich erneut oben ein. Der 26-Jährige spricht im exklusiven Eurosport-Interview, was die Streif für ihn persönlich bedeutet, was er an sich selbst noch verbessern muss und warum Wengen noch spezieller ist.
Alexis Monney bei der Abfahrt in Gröden im Dezember 2025.
Fotocredit: Getty Images
Direkt im ersten Training auf der Streif sorgte Alexis Monney für einen Hingucker: 40 Meter weit sprang der 26-Jährige in der berüchtigten Mausefalle - und damit weiter als Favorit Marco Odermatt.
Für den Teamkollegen des Superstars war es eine "Überraschung", dass der Sprung so weit geht. Monney beendete den Testlauf als bester Schweizer. Er wurde Vierter, hatte im Zielschuss ein Tor verpasst.
Die bisherige Saison verlief für ihn eher durchwachsen, sein bestes Ergebnis war der zweite Platz in Livigno. Im exklusiven Interview mit Eurosport spricht Monney über den Mythos Streif und seine persönliche Form.
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Alexis, Wie zufrieden sind Sie bisher mit dieser Saison?
Alexis Monney: Ich bin zufrieden, wie ich Ski fahre, aber die Resultate waren vielleicht ein bisschen weniger gut als erwartet. Ich habe immer ein paar kleinere oder größere Fehler gemacht, die mich gute Resultate gekostet haben. Aber ich fahre im Moment gut Ski. Das Material läuft auch gut, also bin ich zufrieden.
Was läuft schon gut und woran können Sie noch arbeiten?
Monney: Ich glaube, technisch bin ich gut, ich bin gut zentral. Es könnte noch ein bisschen besser sein, aber woran ich wirklich noch arbeiten kann, ist das Taktische, um die Fehler zu minimieren.
Es ist schwierig zu sagen, Kitzbühel ist einfach ein Mythos.
Was macht Kitzbühel aus Ihrer Sicht so besonders im Vergleich zu anderen Abfahrtsrennen?
Monney: Es ist schwierig zu sagen. Kitzbühel ist einfach ein Mythos. Bei der Streif stehen so viele Leute im Zielbereich, schon beim zweiten Training waren es brutal viele Leute im Ziel. Dann ist auch die Piste anspruchsvoll. Es war immer das Rennen, von dem ich als Kind geträumt habe. Es ist für mich immer speziell, hierherzukommen.
Sie waren letztes Jahr auf dem Podium und auch die Trainingsläufe jetzt waren schon sehr gut. Sie mögen die Strecke offensichtlich.
Monney: Ich mag es, wenn es hart ist, ein bisschen unruhig und technisch. Ich glaube, diese Piste ist für mich wirklich super, weil es nicht so viele Pausen gibt. Wir müssen fast Kurve auf Kurve ziehen. Es macht mir Spaß, da am Start zu stehen und herunterzufahren.
Ich muss wie ich fahren und dann braucht es ein paar Jahre zum Lernen, wie es läuft.
Was braucht es aus Ihrer Sicht, um in Kitzbühel auf dem Podest zu stehen? Mut, Technik oder ist eine Kombination aus beidem?
Monney: Es ist eine Kombination. Wir brauchen den Mut, dort hinunterzufahren, aber auch die Technik und die Taktik. Jeder Skifahrer muss lernen, wie er dort runterfährt. Ich kann nicht wie Marco (Odermatt) oder Beat (Feuz, Anm. d. Red.) fahren. Ich muss wie ich fahren und dann braucht es ein paar Jahre zum Lernen, wie es läuft.
Welcher Teil der Streif ist für Sie persönlich besonders schwierig?
Monney: Ich bin nicht der beste Gleiter im Weltcup und ich glaube, ich muss so viel Speed wie möglich mitnehmen.
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Vergangenes Jahr wurde Alexis Monney (li.) Zweiter bei der Abfahrt in Kitzbühel.
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Gibt es während der Trainings Athleten, die Sie besonders gern anschauen oder von denen Sie auch Videos anschauen, weil Sie sich noch etwas abschauen können?
Monney: Ich schaue mir viele Athleten an, aber die eine Person, die ich mir oft schaue, ist Vincent Kriechmayr. Er fährt immer sehr ruhig und technisch sehr schön. Er ist nicht immer vorn im Training, aber er ist ein Bluffer manchmal.
Wie ist Ihre Spannung, Ihre Nervosität, wenn Sie am Start in Kitzbühel stehen? Ist sie da nochmal anders?
Monney: Nein, weniger, weil ich weiß, dass die Leute für die Österreicher da sind oder für die Rennen. In der Schweiz, in Wengen, es ist wirklich speziell. Es gibt auf der ganzen Strecke Lärm:. Normalerweise höre ich nie etwas, aber dort rufen sie von oben bis unten 'Allez Allez'. Im Starthaus es ist ruhig. Es ist vielleicht komisch, weil das eine der härtesten Abfahrten ist, die wir haben. Aber es ist sehr ruhig. Ich mag diese Ruhe, es ist fast wie ein Gladiator, der rausgeht.
Mit welchem Gefühl wollen Sie am Samstag über die Ziellinie fahren?
Monney: Mit dem Gefühl, dass ich gut Ski gefahren bin und Spaß gehabt habe.
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Quelle: Eurosport
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