Schweizer Ski-Boss Urs Lehmann mit Spitze gegen Österreich - Forderung nach Einheitsanzügen im Ski-Rennsport nicht nur aus Sicherheitsaspekten

Der Präsident des Schweizer Ski-Verbands Urs Lehmann hat im Interview mit dem "Blick" gegen Österreichs Forderungen nach Einheitsanzügen im Speedfahren geschossen. Von diesem Vorschlag hält Lehmann nicht viel. Er geht davon aus, dass die Österreicher eine solche Forderung nicht nur aus Sicherheitsgründen getätigt haben. Ausbremsen lassen will er sich vom Erzrivalen nicht.

Urs Lehmann ist Schweizer Ski-Präsident

Fotocredit: Getty Images

Es war ein goldener Winter für die Schweizer Speedfahrer. Die Skirennläufer um Marco Odermatt, Franjo von Allmen und Co. holten ein Weltcup-Podest nach dem anderen und räumten auch bei der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm ab.
Der große Erfolg der Schweizer Speedfahrer soll auch mit den Rennanzügen zusammenhängen. Erzrivale Österreich fordert eine Regeländerung bei den Anzügen. Lehmann kann darüber nur schmunzeln: "Es ist ein Riesenkompliment, wenn du so gut bist, dass dich die anderen mit einer Regeländerung stoppen wollen", sagte er dem "Blick".
Obwohl er dagegen ist - einen positiven Aspekt, der für Einheitsanzüge spricht, sieht Lehmann dennoch: "Die Einheitsanzüge wären dicker und damit langsamer. Ich verstehe, dass man die Tempi senken möchte. Wir hatten und haben immer noch zu viele Verletzte im Skirennsport. Da könnte der Einheitsanzug eine entschärfende Komponente sein."
Dass die Forderung der Österreicher nur aufgrund des Sicherheitsgedanken kommt, glaubt der Swiss-Ski-Präsident allerdings nicht. "Unsere lieben Kollegen denken nicht nur an die Sicherheit, wenn sie uns einbremsen wollen. Das versteht sich von selbst", so Lehmann. Dem Vorstoß des Nachbarlandes wolle Lehmann entgegentreten: "Wir kämpfen natürlich für unseren Vorteil."

Beim Skispringen ist Lehmann für Einheitsanzüge

Anders sieht es der Funktionär im Skispringen. Dort spricht sich Lehmann für gleiche Anzüge aus. "Im Skispringen hat man sich mit den Reglementen und Anzugkontrollen komplett verrannt", argumentiert der 56-Jährige.
Betreffen würde eine solche Regelung auch das Schweizer Sprung-Aushängeschild Simon Ammann. Von ihm ist Lehmann schwer beeindruckt. Der 43-Jährige ist immer noch als Profi aktiv. Geht es nach Lehmann, soll das auch noch lange so bleiben. "Solange er die sportlichen Kriterien erfüllt, und das macht er, soll er dabei bleiben. Von mir aus kann Simi weitermachen, bis er 50 ist", sagte der Aargauer.

Lehmann über FIS: "Viel Vertrauen verloren gegangen"

Lehmann warf außerdem schon mal den Blick in Richtung Alpine Ski-WM 2027 in Crans-Montana. Im Februar gab es Streit um die Genehmigung einer Zuschauertribüne im Zielhang. Aufgrund von Platzproblemen gab es Ärger mit den Nachbarn. Der Ski-Weltverband FIS schaltete sich daraufhin ein.
Lehmann ist aktuell zufrieden, was die Zusammenarbeit mit dem Ski-Weltverband angeht. "Im Moment arbeiten wir sehr gut mit der FIS zusammen", sagte der Chef von Swiss-Ski.
Das war in der Vergangenheit allerdings nicht immer so. "In den letzten Jahren ist viel Vertrauen verloren gegangen. Warten wir einmal ab. Ob das nachhaltig ist, kann man in einem halben Jahr sagen", merkte Lehmann an. Mit FIS-Präsident Johan Eliasch war Lehmann nicht immer einer Meinung. Er verstehe sich aber "im Moment gut" mit dem Schweden.
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Quelle: quattro media GmbH


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