Ski-WM 2025 - Lindsey Vonn verlässt Saalbach mit einem bitteren Nachgeschmack: "Ich bin gefahren wie eine Schildkröte"

Lindsey Vonn ist in die Vollen gegangen, hat nach ihrem Weltcup-Comeback im vergangenen Dezember in St. Moritz auch bei der alpinen Ski-WM 2025 in Saalbach Aufsehen erregt. Die 40-Jährige zog die Blicke auf sich, sorgte für Schlagzeilen und Irritationen, verbreitete gute Laune. Es war fast wieder alles so wie früher, nur die wichtigste Zutat konnte Vonn ihren Fans am Zwölferkogel nicht anbieten.

Autsch! Vonn erwischt gebrauchten Tag in der Team-Kombi

Quelle: Eurosport

Lindsey Vonn stand strahlend im Zielraum, eingehüllt in eine dicke rote Jacke und mit schwarzer Bommelmütze auf dem Kopf.
Die US-Amerikanerin klatschte und schrie ihre Teamkollegin AJ Hurt ins Ziel. Die gute Laune der Ski-Ikone überraschte, schließlich war auch ihr dritter Auftritt bei den Weltmeisterschaften von Saalbach ein Schlag ins Wasser.
2,51 Sekunden Rückstand kassierte die einstige Speed-Queen in der Abfahrt der Team-Kombination, Platz 21 bei 26 Starterinnen. "Ich bin gefahren wie eine Schildkröte", sparte Vonn im Gespräch mit dem "ORF" nicht an Selbstkritik. Kollegin Hurt brachte das Duo im Slalom immerhin noch auf Platz 16.
16. Plätze aber hatte Vonn ganz sicher nicht im Kopf, als sie sich zu ihrem spektakulären Comeback nach knapp sechs Jahren Pause entschied. Erfolge, lieber früher als später, waren Teil der Planung.

Vonn fühlt sich vom Trainerteam übergangen

Schon im Vorfeld der Kombination hat es geknirscht im US-Lager. Vonn hätte gerne mit Mikaela Shiffrin eine Mannschaft gebildet. Das Trainerteam stellte dem Slalom-Genie allerdings die frischgebackene Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson zur Seite.
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Vonns WM-Bilanz: "Es hat nicht wirklich funktioniert"

Quelle: Eurosport

"Wir müssen schauen, dass wir die schnellsten Paarungen zusammenbringen. Breezy ist die Schnellste in der Abfahrt und deshalb fährt sie zusammen mit Mikaela", hatte US-Damen-Coach Alexander Hödlmoser im "ORF" klargestellt. Die Entscheidung war ebenso nachvollziehbar wie richtig, wie der WM-Titel beweist.
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Nur: Vonn fühlte sich übergangen, die interne Kommunikation stieß der zweimaligen Weltmeisterin sauer auf. "Ich freue mich, dass Breezy Gold in der Abfahrt gewonnen hat. Leider war ich die Letzte, die die Nominierung auf Instagram erfahren hat. Man hätte mich anrufen und es mir persönlich mitteilen können", monierte die 40-Jährige.

Vonn scheitert schmerzhaft im Super-G

Für die 82-malige Weltcupsiegerin ging die Talfahrt in den Bergen von Saalbach damit weiter. Schon der Auftakt war ein Fiasko. Im Super-G rauschte Vonn, mit einer Erkältung ins Rennen gestartet, mit der rechten Schulter in ein Tor und brach den Lauf daraufhin unter Schmerzen ab.
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Volle Fahrt ins Tor! Vonn scheidet im Super-G aus

Quelle: Eurosport

Sie sei zwar "okay", habe sich "beim Einschlag in das Tor aber einen Nerv angehauen und das Gefühl im Arm verloren", erläuterte Vonn im Eurosport-Interview. Zwei Tage später versuchte sie in der Abfahrt ihr Glück. Grobe Fehler leistete sich die Ausnahmesportlerin zwar nicht, dennoch reichte es nur für Rang 15 - zumindest eine kleine Steigerung zu den drei Trainings, die Vonn auf den Plätzen 20, 29 und 21 beendete.
Vonn fehlte schlicht der Speed, um vorne anzugreifen. Das sei wie in der Formel 1, zog die Abfahrtsolympiasiegerin von 2010 einen Vergleich zum Motorsport. "Man kann nicht in ein Formel-1-Auto springen und erwarten, dass es gleich perfekt funktioniert. Das Material ist großartig, aber ich muss die richtige Abstimmung für mich finden."

Harscher Gegenwind für Vonn

Da dies nach Lage der Dinge nicht gelungen ist, dürfte sich das Heer der Kritiker bestätigt fühlen. Vonn musste sich Vorwürfe, die mitunter die Grenze zur Beleidigung überschritten, gefallen lassen. Wenn sie mit kaputtem Knie wirklich in den Profi-Zirkus zurückkehre, habe sie "einen Vollschuss", stichelte Österreichs Ski-Legende Franz Klammer bei "Oe24".
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Abgeschlagen in der Abfahrt: Vonn schickt Küsschen an Fans

Quelle: Eurosport

Der deutsche Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier prangerte kurz vor der WM erneut an, dass er die Art und Weise des Vonn-Comebacks für eine "Verarschung" halte. Entgegen ihrer Aussage, dass sie mit einem künstlichen Knie antrete, handele es sich vielmehr um eine "Gleitplatte, die keinen Eingriff auf den Knochen hat, sondern praktisch wie eine Zahnkrone darüber gesetzt wird, wenn man es laienhaft erklärt", polterte der 61-Jährige bei "Sport1".
Vonn setzte sich gegen die Kritiker verbal zur Wehr und bekam auch Unterstützung aus der Szene. Mehr noch: Im Januar schlug der US-Star beim Weltcup in St. Anton mit Platz sechs in der Abfahrt und Rang vier im Super-G auf der Piste zurück. Die Message war klar: Ich bin weiterhin schnell, lange nicht zu alt und keineswegs aufgrund des prominenten Namens im Weltcup dabei.

Vonn kontert: Das Gerede ist mir "scheißegal"

"Es gibt so viele Leute, die Quatsch über mich reden", sagte Vonn damals im "ORF"-Interview. "Egal, ob ich gewinne oder Letzte werde, das wird nie aufhören. Das bedeutet mir allerdings nichts. Ich weiß, wozu ich imstande bin und wie ich das mache." Das Gerede der Kritiker sei ihr "scheißegal", die Rennen von St. Anton seien aber "eine gute Antwort gewesen".
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Vonn upbeat with progress as she sets sights on 2026 Winter Olympics

Quelle: Eurosport

In Saalbach fand Vonn dagegen keine passenden Antworten auf die dauerpräsente Frage nach ihrer Konkurrenzfähigkeit auf höchstem Niveau. Es machte sich gar Ratlosigkeit breit. "Ich weiß nicht, woran es liegt, ich bekomme einfach keine Geschwindigkeit", gab die 40-Jährige zu.
Ausbremsen lassen wird sie sich von der WM-Enttäuschung aber kaum, schließlich lockt Olympia. Sie wolle nicht überambitioniert sein, "aber es nach Cortina zu schaffen, das wäre mein Ziel", stellte Vonn gegenüber der "Kleinen Zeitung" klar. Am liebsten natürlich inklusive der wichtigsten Zutat: dem Erfolg.
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Vonn finishes 20th fastest in first training run at World Champs as titanium knee holds up

Quelle: Eurosport


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