Vierschanzentournee: Andreas Wellinger gegen Ryoyu Kobayashi um Gesamtsieg -Martin Schmitt blickt auf Showdown voraus

In Bischofshofen kommt es ab Freitag zum Showdown. Ryoyu Kobayashi und Andreas Wellinger kämpfen auf der letzten Station der Vierschanzentournee um den Gesamtsieg. 4,8 Punkte trennen den Japaner und den DSV-Adler, der nach seinem fünften Rang in Innsbruck die Gesamtführung abgeben musste. Martin Schmitt rechnet Wellinger dennoch weiter realistische Chancen auf den großen Triumph aus.

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Quelle: Eurosport

Von Frust oder gar Enttäuschung war bei Andreas Wellinger trotz des Verlustes der Tournee-Gesamtführung überhaupt nichts zu spüren - im Gegenteil.
"Jetzt bin ich nicht mehr der Gejagte, sondern der Jäger. Ich werde voll angreifen", sagte der 28-Jährige nach seinem fünften Platz beim Bergisel-Springen in Innsbruck am Mittwoch selbstbewusst.
Schließlich ist die Entscheidung um den Gesamtsieg vor dem großen Finale in Bischofshofen noch längst nicht gefallen: Knapp 2,5 Meter fehlen dem 28-Jährigen auf den zweimaligen Tournee-Sieger Kobayashi (2018/19 und 2021/22). Auf einer großen Schanze wie in Bischofshofen nicht unmöglich, allerdings angesichts der starken Form des Japaners keine leichte Aufgabe.
Kobayashi sei "in einer fantastischen Form, das ist kein Geheimnis. Er wird auch in Bischofshofen sehr gut springen, die Schanze liegt ihm", meinte Eurosport-Experte Martin Schmitt: "Unter dem Druck wird er nicht einbrechen, da er ein Springer ist, der die Aufmerksamkeit nicht scheut."
Allerdings habe der 27-Jährige in diesem Jahr "das Feld nicht deklassiert". "Daher ist er definitiv schlagbar", so Schmitt. Außerdem werde Kobayashi "nicht auf Teufel komm raus auf den Tagessieg gehen - er will nämlich den Goldadler".

Wellinger in Bischofshofen schon einmal auf dem Podium

Der Japaner konnte in diesem Jahr noch keinen Einzelsieg bei der Tournee erringen. In Bischofshofen (Qualifikation am Freitag, 16:30 Uhr & Springen am Samstag, 16:30 Uhr live bei Eurosport und discovery+) gewann Kobayashi jedoch schon zwei Mal, 2019 und 2022 bei seinen beiden Gesamterfolgen.
Für Wellinger, dessen dritter Rang bei der Ausgabe 2018 sein bestes Ergebnis in Bischofshofen ist, wird es daher nicht leicht, den Rückstand aufzuholen. Die Geschichte der Tournee zeigt, wie schwierig dieses Unterfangen ist.
Zuletzt holte sich mit mehr als vier Punkten Rückstand nach Innsbruck Espen Bredesen 1993/94 noch den Gesamtsieg vor Jens Weißflog. Der Norweger hatte damals sogar 12,2 Punkte vor dem Finale zurückgelegen. In den meisten Fällen konnten die Führenden den Sieg allerdings ins Ziel bringen.

Schmitt: Verfolgerrolle für Wellinger ein Vorteil

Schmitt bleibt dennoch optimistisch. Für Wellinger erkannte der ehemalige Top-Springer durch das Ergebnis in Innsbruck und den Verlust der Gesamtführung sogar Vorteile. "Er musste nicht zur Pressekonferenz, musste nicht so viele Fragen beantworten und konnte sich schneller von der Schanze verabschieden, als wenn er auf dem Podium gelandet wäre", erklärte Schmitt.
Zudem sei der Deutsche nun "in der Angreiferrolle" und habe "nichts zu verlieren, kann also attackieren. Aber er ist noch so auf Tuchfühlung, sodass der Rückstand eigentlich nichts ausmacht."
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Quelle: Eurosport

Bischofshofen wie Wellingers "Heimschanze"

Obwohl die Paul-Außerleitner-Schanze in Bischofshofen sowohl Wellinger als auch Kobayashi liege, habe der DSV-Adler laut Schmitt einen möglicherweise entscheidenden Vorteil. "Für Andi spricht, dass er in diesem Jahr extrem schnell ist. Diesen Geschwindigkeitsvorteil kann er auf dem langen, flachen Anlauf in Bischofshofen ausspielen", so der Eurosport-Experte.
Auch Bundestrainer Stefan Horngacher meinte: "Bischofshofen ist ein bisschen seine Heimschanze, wo er im Sommer viel trainiert und ganz gut springt. Er hat alle Möglichkeiten."
Wellinger selbst blieb trotz des Rückstands ebenfalls zuversichtlich: "Das ist mehr oder weniger nichts auf der großen Schanze in Bischofshofen." Er wolle "voll angreifen, das ist meine Devise: Mit Selbstvertrauen runter ins Loch, sauber landen und dann schauen wir auf der Ergebnisliste, was draufsteht."

Tritt Wellinger in Hannawalds Fußstapfen? Schmitt optimistisch

Nach seinem Auftaktsieg in Oberstdorf und dem dritten Rang beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wird der Olympiasieger von 2018 wieder Topsprünge anbieten müssen, um Kobayashi noch vom Thron zu stoßen. Der erste Gesamtsieg eines Deutschen seit Sven Hannawald 2001/02 ist aber so nah wie schon lange nicht mehr.
Oder wie es Schmitt hoffnungsvoll formuliert: "Der Goldadler kommt nach Deutschland."
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Quelle: Eurosport

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