Vierschanzentournee: Wellinger verliert Gesamtführung an Kobayashi - Hörl gewinnt Bergiselspringen in Innsbruck

Andreas Wellinger hat beim Bergiselspringen der Vierschanzentournee in Innsbruck mit Platz fünf seine Chancen auf den Gesamtsieg gewahrt, die Führung in der Tourneewertung aber an den Tageszweiten Ryoyu Kobayashi abtreten müssen. Vor dem letzten Springen in Bischofshofen fehlen dem 28-Jährigen nun 2,66 Weitenmeter auf den Japaner. Der Tagessieg ging an den Österreicher Jan Hörl (134 m/127,5 m).

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Quelle: Eurosport

Platz drei ging in Innsbruck mit Michael Hayböck (131 m/135,5 m/254,0 Punkte) ebenfalls an einen Österreicher. Insgesamt platzierten sich bei schwierigen Windbedingungen sechs ÖSV-Springer in den Top 13.
Der souveräne Tagessieger Hörl (267,5) schob sich in der Gesamtwertung auf Rang drei nach vorne. Hörl war der erste ÖSV-Sieger am Bergisel seit Gregor Schlierenzauer 2013.
"Das ist unglaublich. Ich bin sehr stolz auf mich, die Sprünge waren sensationell", sagte der 25-Jährige bei Eurosport über seinen zweiten Weltcupsieg.
Oberstdorf-Sieger Wellinger (132 m/126,5 m/252,1) musste am Schicksalsberg der Deutschen zwar seine Tourneeführung um 4,8 Punkte an Kobayashi (128,5 m/132 m/258,7) abgeben, wahrte jedoch mit zwei guten Sprüngen seine Chance, erster deutscher Tourneesieger seit Sven Hannawald 2001/02 zu werden.
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Tief durchatmen! Wellinger rettet sich am Schicksalsberg

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Wellinger mit Platz fünf zufrieden

Aufs Podium von Innsbruck fehlten dem Deutschen auch nur 1,9 Punkte.
"Er war ein sehr schwieriger Wettkampf, wechselhaft", sagte der 28-Jährige bei Eurosport: "Ich bin mit meinen Sprüngen aber eindeutig zufrieden. Die Qualität war hoch, somit alles gut."
Im "ZDF" ergänzte Wellinger: "Es war klar, dass es eine kleine Windlotterie wird. Ich war im zweiten Durchgang nicht unbedingt der Glücklichste, aber der Sprung war von der Energie und dem Fluss her ziemlich gut."
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Hörl bricht ÖSV-Fluch am Bergisel - die Entscheidung

Quelle: Eurosport

Bergiselspringen erneut vom Wind beeinflusst

Das Bergiselspringen war erneut eine zähe Angelegenheit. Neun Springer vor Schluss musste die Jury unmittelbar vor dem Gesamtweltcupführenden Stefan Kraft eine 20-minütige Pause einlegen.
"Der Wind hat sich von Sekunde zu Sekunde verändert", sagte FIS-Renndirektor Sandro Pertile bei Eurosport: "Die Jury hat zum dritten Mal in Folge einen fantastischen Job gemacht. Geduld war der Schlüsselfaktor. Jetzt können wir den fairen Sieger feiern." Der Italiener hofft, dass die Anlage in Innsbruck in zwei Jahren endlich ein Flutlicht bekommt.
Auch nach Kraft wurde der Wettkampf noch mehrfach windbedingt unterbrochen, die Jury changierte zwischen den Luken 11 und 13.
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Vom Winde verweht: Aalto muss Sprung abbrechen

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Tournee: Kraft und Lanisek verlieren

Kraft selbst (123 m/131 m/248,3) konnte nicht um den Tagessieg mitspringen und verlor als Tages-Sechster die Spitze der Gesamtwertung (4.) aus den Augen.
Auch der slowenische Quali-Sieger Anze Lanisek (7./124,5 m/130 m/244,8), der das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewonnen hatte, wird als Gesamt-Sechster nicht mehr um den Sieg mitspringen können.
Damit ist ein Zweikampf zwischen Wellinger und Kobayashi um den Tourneesieg wahrscheinlich; die Österreicher Hörl (- 23,6 Punkte, umgerechnet 13,1 m), Kraft (- 33,8 Pkt./18,8 m) und Hayböck (- 48,6 Pkt./27 m) liegen in der Gesamtwertung schon weit zurück.

Geiger rätselt in Innsbruck

Die anderen DSV-Springer hinter Wellinger zeigten derweil durchwachsene Leistungen: Der Willinger Stephan Leyhe (18./124,5 m/123,0 m) sowie die Oberstdorfer Philipp Raimund (20./127,5 m/118,5 m) und Karl Geiger (26./120,5 m/116,5 m) hatten mit der Entscheidung des Bergiselspringens nichts zu tun.
"Die Sprünge passen noch nicht ganz, aber es ist so, wie es ist", sagte Geiger, der im Gesamtweltcup vor Innsbruck auf Rang vier gelegen hatte.
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Zäher Auftritt: Geiger enttäuscht auch in Innsbruck

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Engelberg-Sieger Pius Paschke (Kiefersfelden) enttäuschte mit einem Sprung auf nur 114 Meter im ersten Durchgang und schied als 36. aus. Paschke rutschte damit im Gesamtranking der Tournee von Platz zehn auf 22 ab. Dort liegt nun Raimund als zweitbester Deutscher "nur" auf Rang elf - Geiger ist 14., Leyhe 16..
Den Schicksalsberg allein wollte Geiger dafür nicht verantwortlich machen. "Es liegt auch an der Form", sagte er bei Eurosport: "Ich tue mich extrem schwer und der Bergisel ist nicht unbedingt meine Lieblingsschanze. Es hilft nichts: abhaken und weitermachen."
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Fettner und Prevc bleiben hängen

Maximal enttäuschend verlief das Bergiselspringen auch für Manuel Fettner, der nach den ersten zwei Springen auf Gesamtrang vier gelegen hatte. Der Österreicher hatte Probleme mit dem böigen Wind, stürzte auf 108 m ab und schied als 46. ebenso wie der frühere Tournee-Sieger Peter Prevc (31./Slowenien/122 m) nach dem ersten Durchgang aus.
In der Qualifikation war zuvor schon Dawid Kubacki (Polen) gescheitert, der 2019/20 die Vierschanzentournee gewonnen hatte. Der Vorjahressieger von Innsbruck fungierte am Mittwoch deshalb nur als Vorspringer.
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"Da schau her!" Vorjahressieger Kubacki nur noch Vorspringer

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Der norwegische Titelverteidiger Halvor Egner Granerud (16./120,5 m/125,5 m) qualifizierte sich indes erstmals im Rahmen der diesjährigen Tournee für den zweiten Durchgang.
Der erst 17 Jahre alte Österreicher Stephan Empacher (126,0 m/118,5 m) sammelte als 13. seine ersten Weltcup-Punkte.
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Beim Tournee-Debüt! 17-Jähriger holt erstmals Weltcup-Punkte

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Bergiselspringen brachte oft die Vorentscheidung

Statistisch gesehen ist das Bergiselspringen im Kampf um den Tourneesieg vorentscheidend: Seit der Tournee 1998/99 lagen von 25 Gesamtführenden nach dem dritten Springen 23 auch in der Endabrechnung vorne.
Bei den vergangenen 24 Auflagen verspielte sogar nur der Norweger Daniel Andre Tande (2016/17) durch einen Materialdefekt in Bischofshofen seinen Vorsprung und wurde Dritter.
Tandes Polster auf den späteren Tourneesieger Kamil Stoch war damals mit 1,7 Punkten - ungerechnet nicht einmal ein Meter - allerdings noch geringer als Kobayashis Vorsprung auf Wellinger jetzt.

Kobayashi: Tournee-Sieger ohne Tagessieg?

Vor Tande gaben zuletzt die Japaner Kazuyoshi Funaki (1994/95) und Noriaki Kasai (1998/99) ihre Führung im letzten Wettkampf noch aus der Hand und landeten jeweils auf Platz zwei. Letzter deutscher Gesamtführender nach drei Springen war Sven Hannawald 2001/02, der dann auch in Bischofshofen Tages- und Gesamtsieger wurde.
Kobayashi, der in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck jeweils Zweiter war, könnte nun theoretisch als Neunter Skispringer das Kunststück schaffen, die Tournee ohne einen einzigen Tagessieg zu gewinnen. Das war zuletzt dem Finnen Janne Ahonen 1998/99 gelungen.
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Der Bergisel-Knoten platzt! Wellinger wischt Quali-Sorgen weg

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Die Tournee endet nach einem Ruhetag am Dreikönigstag in Bischofshofen: Am Freitag steigt auf der Paul-Außerleitner-Schanze die Qualifikation (16:30 Uhr im Liveticker), am Samstag fällt dann die Tournee-Entscheidung (16:30 Uhr im Liveticker).
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Schuster freut sich mit seinem Sohn: "Sein bester Sprung!"

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Seit Sven Hannawald 2002 hat dort kein Deutscher mehr gewonnen. Wellinger war in Bischofshofen 2018 bereits auf dem Podest gestanden (3.). Im Jahr zuvor hatte der Ruhpoldinger die Qualifikation gewonnen, war im Wettkampf tagsdrauf dann aber als 31. im ersten Durchgang ausgeschieden. 2023 landete er auf Platz 20.
(mit SID)
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