Vierschanzentournee: Wellinger verpasst in Bischofshofen den Gesamtsieg - Kobayashi holt goldenen Adler zum dritten Mal
Andreas Wellinger hat beim Finale der 72. Vierschanzentournee in Bischofshofen den erhofften Gesamtsieg verpasst. Der Ruhpoldinger kam im Dreikönigsspringen auf Rang fünf. Ryoyu Kobayashi holte sich mit Tagesrang zwei nach 2019 und 2022 zum dritten Mal den goldenen Adler. Der Japaner wurde auf allen vier Schanzen Zweiter und ist der neunte Skispringer, der ohne Tagessieg die Tournee gewinnt.
Schmitt-Analyse: Darum ist Kobayashi der verdiente Sieger
Quelle: Eurosport
Den Tagessieg in Bischofshofen schnappte sich vor 14.300 Zuschauern der Gesamtweltcupführende Stefan Kraft (Österreich), der sich mit Sprüngen auf 136,5 und 140 Meter (288,9 Punkte) in der Tourneewertung noch auf Rang drei und damit einen Podestplatz schob (1112,7). Für dem 30-jährigen Ex-Tourneesieger war es der erste Erfolg in "B'hofen".
Ryoyu Kobayashi (Japan) reichte nach souveräner Zwischenführung (137 Meter in Durchgang eins) ein Sprung auf 139 Meter (287,6), um den Gesamtsieg einzutüten (1145,2).
Der Japaner ist damit der erste Skispringer seit Janne Ahonen (Finnland) 1998/99, der die Vierschanzentournee der Skispringer ohne einen Einzelsieg gewinnt.
Vor seinem ersten Sprung sah man den 27-Jährigen hektisch ins Springerlager laufen - der Japaner hatte offenbar seine Skier vergessen.
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Nächster Heimsieg für ÖSV-Adler! Kraft fängt Kobayashi noch ab
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Wellinger spricht von "harter Tournee"
An seinem verdienten dritten Tourneesieg nach 2019 und 2022 gab es dann aber nichts zu rütteln. Wellinger kam mit Sprüngen auf 132 und 137 Meter (267,9) bei weitem nicht an den Japaner heran.
"Er war eine harte Tournee", sagte der Deutsche, der mit 4,8 Punkten Rückstand, umgerechnet 2,67 Metern, ins letzte Springen gegangen war, bei Eurosport.
"Ich habe in Oberstdorf gut angefangen, bin auf hohem Niveau gesprungen - aber Ryoyu war eben noch besser. Ich bin glücklich und ein bisschen enttäuscht zugleich", so Wellinger.
Wellinger kann Kobayashi nicht mehr abfangen
Im ersten Durchgang verlor Wellinger fünf Meter auf Kobayashi - es war die Vorentscheidung. Der Japaner hätte im Finale patzen müssen, blieb aber makellos und sicherte sich so die 100.000 Schweizer Franken (107.500 Euro) Siegprämie für den Gesamterfolg.
"Ich bin sehr glücklich, habe keine Worte", sagte Kobayashi bei Eurosport und kündigte an, sich auf seinen Sieg zumindest einen Energie-Drink seines Sponsors zu gönnen.
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Dritter Tourneesieg: Kobayashi feiert mit einem Red Bull
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In der Tournee-Wertung fehlten dem 28 Jahre alten Deutschen mit 1120,7 Zählern am Ende 24,5 Punkte auf den Japaner - umgerechnet 13,6 Meter.
Wellinger hatte zuvor in Oberstdorf gewonnen, war in Garmisch-Partenkirchen Dritter und in Innsbruck Fünfter geworden. 2017/18 war er ebenfalls Zweiter der Tournee geworden, damals hinter Kamil Stoch (Polen).
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Versöhnlicher Abschluss: Wellinger sichert Gesamtrang zwei
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Tagesdritter in Bischofshofen wurde Garmisch-Sieger Anze Lanisek aus Slowenien (134,5 m/141 m/281,8). In der Gesamtwertung reichte das für Rang fünf.
Vierschanzentournee: Raimund zweitbester Deutscher
Engelberg-Sieger Pius Paschke (Kiefersfelden) feierte derweil als Achter einen versöhnlichen Tournee-Abschluss (129 m/133,5 m/262,3).
Philipp Raimund (Oberstdorf) fixierte durch einen starken zweiten Sprung (126,5 m/134 m/255,2) mit Rang 14 seinen Status als zweitbester Deutscher in der Gesamtwertung (11./1023,9).
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"Bravo!" Raimund mit starkem Tournee-Abschluss
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Karl Geiger (Oberstdorf), nach seinem Doppelsieg von Klingenthal optimistisch zur Tournee gereist, kam auf Tagesrang 15 (129 m/133,5 m/254,8). In der Gesamtwertung reichte das nur zu Platz 14 (1010,8). "Ich habe gekämpft und nicht aufgegeben", sagte er und lobte lieber Wellinger: "Der Andi kann definitiv sehr stolz auf sich sein."
Stephan Leyhe (119 m/101,8) enttäuschte einem Tag nach seinem 32. Geburtstag - er schied als 34. im ersten Durchgang aus. "Ich bin in den Ski reingefallen und hab mir damit die Höhe genommen", ärgerte sich der Willinger bei Eurosport.
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Geiger, Leyhe, Paschke und Raimund ziehen Tournee-Fazit
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Auch Österreich wartet weiter auf Tourneesieg
Der ÖSV feierte durch Krafts Erfolg ("Einer meiner schönsten Siege") einen zufriedenstellenden Abschluss der Tournee, wartet aber seit dessen Triumph 2014/15 nun bereits neun Jahre auf einen österreichischen Gesamtsieger.
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Kraft gelöst: "Einer meiner schönsten Siege"
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Manuel Fettner, der in Innsbruck gepatzt hatte, wurde in Bischofshofen Vierter (134,5 m/135 m/271,4). Clemens Aigner glänzte als Sechster (133,5 m/131 m/266,5) mit seinem besten Weltcupergebnis.
Lokalmatador Jan Hörl, der nach seinem Innsbruck-Sieg beim Dreikönigsspringen in der Gesamtwertung noch von Landsmann Kraft auf Platz vier verdrängt wurde, wurde Zehnter (126,5 m/137,5 m/259,5). Michael Hayböck (130 m/133 m/257,9) landete mit Tagesrang elf in der Tournee als drittbester Österreicher auf Platz sechs.
Hannawald letzter deutscher Tournee-Sieger
Titelverteidiger Halvor Egner Granerud (132 m/133 m/265,4), der in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen den zweiten Durchgang verpasst hatte, ließ als Tagessiebter aufhorchen.
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Tolle Geste: Granerud übergibt goldenen Adler an Kobayashi
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Der letzte Deutsche, der in Bischofshofen gewann, war Sven Hannawald 2002, der damals als erster Skispringer überhaupt bei allen vier Tourneespringen triumphierte und bis heute der letzte deutsche Tourneesieger ist.
Der Grand Slam gelang später noch Stoch (2018) und Kobayashi (2019).
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Wellinger bei Eurosport: "Glücklich und enttäuscht zugleich"
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Kobayashi zieht mit Stoch, Recknagel und Wirkola gleich
Mit nun drei Gesamtsiegen zog der Japaner mit Stoch, Helmut Recknagel (Deutschland) sowie Björn Wirkola (Norwegen) gleich - und ließ bereits Skisprunggrößen wie Matti Nykänen (Finnland), Andreas Goldberger und Gregor Schlierenzauer (beide Österreich/alle zwei Siege) hinter sich.
Die Bestmarke von Ahonen (Finnland/fünf Tourneesiege) ist nur noch zwei weitere Titel entfernt - nicht mehr undenkbar für den 27-Jährigen.
Jens Weißflog steht als erfolgreichster Deutscher bei vier Tourneesiegen.
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(mit SID)
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Goldadler für Kobayashi - Pokal für Wellinger: Die Siegerehrung
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