Vierschanzentournee: Andreas Wellinger in Qualifikation zurück - Ryoyu Kobayashi gewinnt Generalprobe in Bischofshofen

Andreas Wellinger hat bei der Vierschanzentournee in der Qualifikation von Bischofshofen nicht den erhoffen Grundstein zum Gesamtsieg legen können. Der 28-Jährige kam beim Quali-Sieg des Tourneeführenden Ryoyu Kobayashi aus Japan nur auf Platz neun. Wellinger landete bei 128 Meter, Kobayashi nahm ihm ganze zehn Meter ab. Sonst platzierte sich kein weiterer DSV-Adler in den Top Ten.

Kobayashi segelt Wellinger davon - die Highlights der Quali

Quelle: Eurosport

Beim finalen Springen der Vierschanzentournee (Sa., 16:30 Uhr im Liveticker) muss Andreas Wellinger in der Gesamtwertung 4,8 Punkte auf den Japaner Ryoyu Kobayashi aufholen, was 2,67 Weitenmeter entspricht. Der Österreicher Jan Hörl, Gesamt-Dritter im Klassement, liegt schon 23,6 Punkte (13,1 Meter) zurück.
In der Qualifikation sprang der deutsche Olympiasieger lediglich mittelprächtig: Mit 128 Metern (144,3 Punkte) reihte sich Wellinger nur auf Rang neun ein. Nach Trainingsweiten von 128 und 138 Metern ging es im Quali-Durchgang wieder etwas zurück.
"Das war nicht der beste Sprung. Die Idee war richtig, aber ich bin einfach voll am Schanzentisch vorbeigefahren", sagte er bei Eurosport. Er sollte "vielleicht noch bei IKEA vorbeifahren und einen längeren Tisch holen", scherzte der Oberstdorf-Sieger in der "ARD". "Ich mag die Schanze extrem gern, mir fällt's normal auch leichter", sagte er und schob's auf die mangelnde "Tagesform": "Das Gefühl war nicht so ganz da. Morgen kann's aber wieder ganz anders ausschauen."
Kobayashi siegte in der Qualifikation mit 138 Metern (162,6) vor dem Gesamtweltcupführenden Stefan Kraft (134 m/154,8) und Clemens Aigner (beide Österreich/134,5 m/153,0). Lokalmatador Hörl, der aus Bischofshofen kommt, reihte sich direkt vor Wellinger auf Rang acht ein (129 m/145,5).
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Quelle: Eurosport

Paschke zweitbester Deutscher

Engelberg-Sieger Pius Paschke, in Innsbruck noch ausgeschieden, qualifizierte sich mit 127,5 m (141,6) auf Rang 14 als zweitbester Deutscher für den Wettkampf. "Der Qualisprung war der beste, aber insgesamt war es durchwachsen", sagte der Kiefersfeldener.
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Der Tournee-Elfte Philipp Raimund zeigte einen schwachen Sprung (122 m) und geht nur als 40. ins abschließende Springen der Vierschanzentournee. "Ich mag den Berg nicht wirklich, irgendwas fühlt sich immer falsch an", sagte er bei Eurosport über seine Probleme mit der Anlaufspur.
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Besser machte es Stephan Leyhe an seinem 32. Geburtstag: Der Willinger landete bei 128,5 Metern (139,5) und damit auf Rang 18. "Der Sprung war so weit okay, solide", sagte er.
Im Gegensatz zum Training verbessert zeigte sich Klingenthal-Sieger Karl Geiger (Oberstdorf), der mit 129,5 Meter (139,8) einen Platz vor Leyhe ins Rennen geht. "Es war okay. Der Trend geht in die richtige Richtung", sagte er bei Eurosport.

Östvold überrascht

Der 22 Jahre alte Benjamin Östvold sprang mit der Startnummer vier 138,5 Meter und führte die Konkurrenz 31 Startnummern lang an (7./150,8).
Erst Aigner, Zehnter der Gesamtwertung, übertrumpfte den jungen Norweger und hielt sich bis zum Schluss in den Top drei.
Die Bestweite zeigte der frühere Tourneesieger Peter Prevc mit 140 Metern (6./147,8), der aus zwei Luken höher sprang als die Spitzenleute (14 vs. 12).
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Wellinger mit guten Erinnerungen an Bischofshofen

Wellinger kennt die Schanze in Bischofshofen wie seine Westentasche, trainierte dort schon als Jugendlicher, wohnt in der Nähe und "liebt sie" nach eigenen Angaben.
2017 gewann er dort die Qualifikation, schraubte den Schanzenrekord auf 144,5 m (ehe ihn Dawid Kubacki 2019 auf 145,0 m verbesserte). 2018 stand er als Dritter auf dem Podest.
Der letzte Deutsche, der in Bischofshofen gewann, war Sven Hannawald 2002, der damals als erster Skispringer bei allen vier Tourneespringen triumphierte und bis heute der letzte deutsche Tourneesieger ist.
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Wellinger wäre der elfte deutsche Tourneesieger

"Fünf Zähler Rückstand sind aufholbar", sagte Ex-Bundestrainer Werner Schuster im Eurosport-Interview: "Wellinger muss seine besten Sprünge machen und darf sich nicht ablenken lassen. Dann kann es funktionieren. Vielleicht ist es sogar ein Vorteil, dass Andi jetzt als Angreifer reingeht."
Wellinger wäre in der 72. Ausgabe der Vierschanzentournee insgesamt der 52. Sieger und der elfte Deutsche.
Kobayashi siegte schon 2019 und 2022 auf der Paul-Außerleitner-Schanze und sicherte sich damit zweimal den begehrten goldenen Adler. 2024 kann es der 27-Jährige theoretisch als insgesamt neunter Skispringer schaffen, die Tournee ohne einen Tagessieg zu gewinnen. In Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck war der Japaner je Zweiter.
(mit SID)
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