Stefan Kraft äußert sich nach dramatischem Ende der Vierschanzentournee: "Die Jury hat nicht viel falsch gemacht"
VonNiklas Bien
Update 17/01/2025 um 16:53 GMT+1 Uhr
Alles war angerichtet für Stefan Kraft: Vor dem letzten Durchgang der Vierschanzentournee lag der Österreicher an der Spitze der Gesamtwertung. Dass der 31-Jährige unter schwierigen Bedingungen noch auf den dritten Platz zurückfiel, war im ersten Moment ein Schock. Nun sprach Kraft über das Drama, das Verhältnis zu Tournee-Sieger Daniel Tschofenig und die Schummel-Vorwürfe der Konkurrenz.
Schmitt-Analyse zum Tournee-Krimi: "Jury hat großen Einfluss genommen"
Quelle: Eurosport
Kraft hat in seiner Laufbahn schon einiges erlebt und entwickelte sich dabei zum echten Titelsammler. Auch deshalb habe er das bittere Ende der Tournee "schnell wieder abhaken" können, sagte der Österreicher im Wintersport-Podcast der "Sportschau".
Trotzdem ging der Verlust des sicher geglaubten Erfolgs nicht spurlos am 31-Jährigen vorbei. "Die ersten Minuten waren sehr schwierig. Man glaubt nicht, was gerade passiert ist. Ich war sehr selbstbewusst. Ich war überzeugt, dass ich das schaffe", erklärte Kraft.
2015 hatte Kraft die Vierschanzentournee das erste und bisher einzige Mal gewonnen, jetzt fehlten nur wenige Zähler.
"Dass dann wirklich vier Punkte gefehlt haben, darauf war ich nicht vorbereitet, weil ich so selbstsicher war, dass ich das schaffen kann. Deswegen war die Enttäuschung im ersten Moment riesig", so der dreimalige Gesamtweltcupsieger.
Kraft nimmt Kritik an Jury zurück
Unmittelbar nach dem Absturz auf Platz drei hatte sich Kraft intensiv über die Rennleitung echauffiert. Mit etwas Abstand rudert der Skispringer nun zurück.
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Kraft kritisiert die Jury: "Sie starten immer zu hoch"
Quelle: Eurosport
"Das war aus der ersten Emotion heraus. Eineinhalb Wochen später sage ich, die Jury hat nicht viel falsch gemacht", gab Kraft zu, hatte aber trotzdem einen Vorschlag für die Zukunft: "Das Einzige, was ich im Nachhinein sage, ist, dass man als Springer oben mehr Informationen braucht. Du hast keine Infos, ist es zu gut, ist es zu schlecht? Warum gibt es nicht drei, vier Vorspringer?"
Davon, dass Kraft noch auf den dritten Platz abrutschte, profitierten gleich zwei Landsmänner: Jan Hörl wurde Gesamtzweiter, Daniel Tschofenig schnappte sich den Tournee-Sieg. Freud und Leid lagen bei den ÖSV-Adlern also extrem nah beieinander - für Probleme im Binnenverhältnis sorgte das sportliche Drama allerdings nicht.
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Tschofenig gewinnt irres Tournee-Finale - Kraft am Boden zerstört
Quelle: Eurosport
"Natürlich waren wir im ersten Moment enttäuscht, aber wir haben Daniel sofort gratuliert und hatten auf dem Podest schon eine lustige Sektdusche. Das Verhältnis zu Daniel ist überhaupt nicht gestört. Wir verstehen uns sehr gut und sind Freunde", betonte Kraft.
Kein Materialvorteil bei den ÖSV-Adlern
Neben dem sportlichen Dreikampf sorgte vor allem das Material der Österreicher für Gesprächsstoff. Gerade aus Norwegen - etwa von Halvor Egner Granerud oder Johann André Forfang - gab es Schummel-Vorwürfe.
"Ich bin mir sicher, dass wir keinen großen Materialvorteil gehabt haben. Wir haben einfach sehr, sehr gut gearbeitet und natürlich haben wir uns die besten Anzüge für das Highlight aufgespart", sagte Kraft.
Dass Kraft und Co. ihre Bindung zwischendurch abdeckten, bezeichnete Sven Hannawald im Gespräch mit "Sport1" als "Kasperltheater". Die Springer selbst hatten mit dem Versteckspiel derweil nur wenig zu tun, wie Kraft erklärte.
"Das war mehr Spiel zwischen Medien und unserem Service-Team. Ich glaube, das war mehr Show als alles andere", so der 31-Jährige.
Kraft auch im Gesamtweltcup hinter Tschofenig und Hörl
Die Tournee ist für diesen Winter nun erst einmal Geschichte, der Blick richtet sich schon am Wochenende wieder auf den Weltcup im polnischen Zakopane (alle Wettbewerbe live bei Eurosport 1 und auf discovery+).
Kraft rangiert im Gesamtweltcup aktuell an Position vier, hinter seinen Team-Kollegen Tschofenig, Hörl und dem deutschen Senkrechtstarter Pius Paschke.
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Highlights: Tschofenig krönt furiose Aufholjagd mit dem Goldadler
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