Ryoyu Kobayashi: Aus der Quarantäne zum zweiten Grand Slam bei der Tournee?

Der japanische Skisprungstar Ryoyu Kobayashi hat nach seinem Doppelsieg bei den deutschen Tournee-Stationen zum zweiten Mal den ganz großen Coup im Visier. In Ruka war der 25-Jährige positiv auf Corona getestet worden und hatte pausieren müssen. Doch mit seinem Triumph in Garmisch-Partenkirchen baute er nicht nur eine Tournee-Führung aus, sondern bewahrt die Chance auf seinen zweiten Grand Slam.

Ryoyu Kobayashi

Fotocredit: Getty Images

Seinen einzigen Fehler leistete sich Ryoyu Kobayashi erst, nachdem er seinen Rivalen wieder einmal davongeflogen war.
Den Kristall-Pokal für den Sieg im Neujahrskrimi der Vierschanzentournee hob der derzeit beste Skispringer der Welt an dessen Spitze in die Höhe - worauf sich der schwere Trophäen-Sockel im Sturzflug Richtung Schnee verabschiedete. "Der ist jetzt ein bisschen beschädigt, aber nicht ganz kaputt", sagte Kobayashi grinsend.
Der faszinierende Flugkünstler Kobayashi ist schließlich auf dem besten Weg, erneut Schanzengeschichte zu schreiben: Nach seinem Doppelschlag von Oberstdorf und Garmisch scheint der zweite Tournee-Grand-Slam greifbar.

Kobayashi: Wenige Worte, große Taten

"Ganz ehrlich - an so etwas denke ich nicht", ließ er über seinen Dolmetscher Markus Neitzel ausrichten. Jener, der als evangelikaler Missionar 13 Jahre lang in Japan lebte, ist die deutsche Tournee-Stimme Kobayashis geworden. Viel Arbeit hat Neitzel mit seinem wortkargen Klienten aber nicht.
"Ich bin sehr glücklich", lässt er Neitzel sagen. Oder: "Ich denke nur an meinen nächsten Sprung." Wahlweise: "Ich denke nicht darüber nach, was andere sagen."
Interviews mit Kobayashi gestalten sich mitunter mühsam. Dafür lässt er umso gewaltiger Taten sprechen. Von den jüngsten 14 Tournee-Springen hat er sieben gewonnen. Vier davon beim Durchmarsch im Winter 2018/19 - den Viererschlag haben neben ihm nur Sven Hannawald (2001/02) und Kamil Stoch (2017/18) geschafft.
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"Der lässt nichts anbrennen": Kobayashi auch in Garmisch überragend

Quelle: Eurosport

"Er ist a cooler Hund mit wahnsinnigem Selbstvertrauen", sagt der deutsche Bundestrainer Stefan Horngacher. Eisenbichler musste das leidvoll erfahren: Als vorletzter Springer im Finale hatte der "Eisei" grandiose 143,5 m vorgelegt. Kobayashi musste kontern, 135,5 m erreichen - und traf sie eiskalt.

Kobayashi tankt Kraft in der Quarantäne

Eiskalt hatte Kobayashi selbst die finnische Corona-Quarantäne getroffen. In Ruka war sein PCR-Test positiv ausgefallen, der Weltcup-Zirkus zog weiter, der mühsam in die Saison gekommene Kobayashi saß fest - und Rivale Karl Geiger enteilte im Gesamtweltcup. "Ich habe das aber als Auszeit genommen, von da an lief es", sagte Kobayashi, der Geiger in Garmisch das Gelbe Trikot abnahm.
So eine Ausnahmeerscheinung Kobayashi als Skispringer auch sein mag: Als Typ ist er ein ganz normaler junger Japaner, ein durchaus extravaganter Mode- und Bling-Bling-Fan, der Weihnachten gerne mal shoppend in Paris verbringt. Ein neuer goldener Adler als schickes Mitbringsel aus Europa wäre da perfekt.
(SID)
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Kobayashi: "Es war ein schwerer Wettkampf"

Quelle: Eurosport

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