Eurosport
Olympiasieger Österreich gewinnt Teamspringen in Lahti - Deutschland wie in Peking Dritter
Von
Publiziert 26/02/2022 um 18:26 GMT+1 Uhr
Die deutschen Skispringer um Weltcup-Spitzenreiter Karl Geiger und Markus Eisenbichler sind auch im ersten Team-Wettkampf nach den Olympischen Spielen auf das Podest geflogen. Im finnischen Lahti kamen die DSV-Adler nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang wie zwölf Tage zuvor in Peking auf den dritten Platz. Vor dem letzten Springer hatte Slowenien noch in Führung gelegen.
131 Meter - Freund mit weitestem DSV-Sprung in Lahti
Quelle: Eurosport
Von wegen Olympia-Blues! In bester Laune, mit viel Moral und großer Kampfkraft sind die deutschen Skispringer auch im ersten Teamwettkampf nach Olympia auf das Podest geflogen. Wie zwölf Tage zuvor in Peking landeten die DSV-Adler um Weltcup-Spitzenreiter Karl Geiger am Samstag im finnischen Lahti auf Platz drei - und zeigten sich bestens gerüstet für die Endphase einer langen Saison.
"Es war ein wahnsinniges gutes Wetter, es hat Megaspaß gemacht", sagte Geiger in der "ARD": "Über Platz drei freue ich mich total." Und Bundestrainer Stefan Horngacher, der als Springer 2001 in Lahti Team-Weltmeister geworden war, meinte: "Im ersten Durchgang haben wir noch sehr viel liegen gelassen. Aber die Jungs waren motiviert, den dritten Platz haben wir uns wirklich erkämpft. Ich hoffe, dass wir morgen im Einzel so weitermachen."
Mit 1058,0 Punkten lagen Geiger (Oberstdorf), Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Constantin Schmid (Oberaudorf) und Severin Freund (Rastbüchl) deutlich hinter Olympiasieger Österreich (1087,9), der wie in Peking vor Slowenien (1082,4) triumphierte.
Geiger landete nach mäßigen 121,5 m im ersten Durchgang im Finale bei guten 125,0 m. Eisenbichler kam bei schwierigen Bedingungen zunächst auf 121,0 m und zeigte im zweiten Durchgang bei verkürztem Anlauf mit 125,5 m einen ganz starken Sprung.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/26/3328058-68041428-2560-1440.jpg)
Unteranzug langgezogen: Kraft-Aktion wirft Fragen auf
Quelle: Eurosport
Freund überzeugt in Lahti
"Der erste Sprung war nicht ganz optimal, mit dem zweiten bin ich aber zufrieden", sagte der sechsmalige Weltmeister, der 2017 in Lahti mit Bronze von der kleinen Schanze seine erste WM-Medaille gewonnen hatte.
Schmid (121,5+127,5) glänzte im Finale und zeigte sich dementsprechend angetan: "Der zweite Sprung war mit mehr Überzeugung, die hat im ersten Durchgang noch gefehlt. Die Schanze ist supercool, es macht super Spaß."
Den hatte auch der nicht für Olympia nominierte Team-Weltmeister Freund, der mit 124,0 und 131,0 m überzeugte. Allerdings wackelte der Routinier beide Male bei der Landung und ließ einige Punkte liegen. "Er ist nicht ganz bereit zur Landung, er hat noch einige Baustellen", sagte Horngacher über den Routinier, der zwei Kreuzbandrisse hinter sich hat: "Seine Sprünge sind aber toll."
Von Freund ist im Saisonfinale einiges zu erwarten, vor allem bei der Skiflug-WM in zwei Wochen im norwegischen Vikersund. Freund ist der bislang letzte deutsche Gewinner des Gesamtweltcups, Geiger könnte ihm nun folgen - den nächsten Schritt kann er im Einzel am Sonntag (16:00 Uhr bei Eurosport) machen.
Anzug von Kraft sorgt für Aufsehen
Der Sieg der Österreicher sorgte bei Eurosport-Experte Martin Schmitt allerdings für Aufsehen. Der Team-Olympiasieger von 2002 hatte bei einer TV-Szene beobachtet, wie Kraft seinen kurzärmeligen Unteranzug im Aufwärmraum über seinen über die Ellenbogen zog und damit wohl mehr Fläche schaffte.
"Das ist nicht okay", urteilte Eurosport-Experte Schmitt. "Er zieht den Unteranzug über den Ellenbogen, damit drückt es die Achseln nach unten, was einen Einfluss auf den Sprunganzug haben kann", erklärte der zweimalige Weltcup-Gesamtsieger.
Schmitt kontaktierte das ÖSV-Team nach dem Wettkampf. Von deren Seite hieß es: Das Langziehen sei eine Angewohnheit von Kraft. Beim Sprung selbst sei der Anzug aber wieder in seine Ausgangslage - also höher als Ellenbogenmaß - gerutscht. Man habe Kraft zudem sensibilisiert und werde in Zukunft vorsichtiger mit der Thematik umgehen.
Sollte Kraft aber tatsächlich mit langgezogenem Unteranzug unter seinem Sprunganzug gesprungen sein, fände Schmitt den Sieg der Österreicher nicht in Ordnung: "Wenn er so springt wie im Bild zu sehen, wäre es definitiv ein Regelverstoß. Er könnte es auch mit fairen Mitteln. Er ist so ein toller Sportler, so ein genialer Skispringer. Er springt hier echt fantastisch. Aber das, was wir vorhin oben im Aufwärmraum gesehen haben, das trübt meine Freude."
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: DSV-Damen ohne Althaus chancenlos - Olympiasiegerin holt ersten Weltcupsieg
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/02/25/3327429-68028853-2560-1440.jpg)
"Unfassbar!" Kraft fliegt in Lahti zum zweiten Saisonsieg
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung