Nordische Ski-WM 2025: Deutsches Mixed-Team verpasst Medaille - die Hoffnung stirbt zuletzt

Deutschland bleibt bei der Nordischen Ski-WM 2025 erstmals überhaupt ohne Mixed-Medaille im Skispringen. Laut Eurosport-Experte Martin Schmitt hat es das DSV-Quartett bereits im ersten Durchgang vermasselt. Philipp Raimund und Andreas Wellinger machen mit ihren zweiten Sprüngen auf 138 und 139 Meter zumindest etwas Hoffnung für den Team-Wettkampf der Männer am Donnerstag.

Schmitt-Analyse: Darum gab's im Mixed keine Medaille für Deutschland

Quelle: Eurosport

Andreas Wellinger herzte Philipp Raimund und Katharina Schmid nach seinem satten Sprung auf 139 Meter im Auslauf, gemeinsam hoffte man noch auf die kleine Sensation - doch Jan Hörl machte diese zunichte.
Nach fünf WM-Titeln in Folge blieb dem DSV-Mixed-Team am Mittwoch in Trondheim nur die Holzmedaille und jede Menge Enttäuschung. "Für den Moment ist es blöd, du willst nie als Vierter heimgehen", sagte Wellinger, nachdem Hörl seinen Sprung mit der gleichen Weite in der Addition überbot und Österreich Bronze sicherte.
Wellinger selbst hatte aber auch seinen Anteil daran, dass das DSV-Quartett den Medaillen hinterherlief. Der Silbermedaillengewinner von der kleinen Schanze war bei seinem ersten Sprung nur bei 125,5 Meter gelandet. Hinter der deutschen Fahne leuchtete da bereits die Vier auf.
"Es lag am ersten Durchgang", analysierte Martin Schmitt nach dem Springen für Eurosport: "Andi hat seinen Absprung nicht richtig erwischt, aber es war auch schwierig heute mit dem schüttenden Regen, der die Spur langsam macht."
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Mixed-Team: So sprangen die Deutschen im ersten Durchgang

Quelle: Eurosport

Wellinger mit "typischem Fehler" beim Absprung

So kam ein für Wellinger "typischer Fehler zustande: Er hat den Absprung ein bisschen forciert und das Timing nicht richtig erwischt. Mit dem Fehlerbild verliert man dann nicht nur drei, vier, sondern gleich zehn Meter", meinte Schmitt.
Im zweiten Durchgang lief es bei den Deutschen insgesamt besser. Raimund überzeugte mit 138 m, Selina Freitag hielt die Deutschen mit 120,5 m in Schlagdistanz. Als Wellinger dann noch seinen bislang besten Sprung von der Großschanze zeigte, musste Hörl schon Hillsize liefern - das tat er dann aber auch.
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Mit Wellinger als Schlussspringer: Die Entscheidung im Mixed

Quelle: Eurosport

"Es war richtig spannend und Jan Hörl war unter Druck", sagte Schmitt, "aber das hat er mit seiner Super-Form eiskalt gekontert. Österreich hat verdient Bronze gewonnen."

Norwegen mit riesigem Vorsprung

Keine zwei Meinungen gab's auch über die Norweger, die sich vor den Augen von König Harald V. erstmals zum Mixed-Weltmeister krönten. Anna Odine Ström, Marius Lindvik, Eirin Maria Kvandal und Johann André Forfang hatte am Ende satte 61,1 Punkte Vorsprung vor Slowenien und distanzierten die Deutschen sogar um 121,4 Zähler. "Wenn man den Punktabstand sieht: hochverdient. Das war wirklich beeindruckend", meinte Schmitt.
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Lindvik verrät: Gold mit dem Team fast noch schöner

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Zur Wahrheit gehörte aber auch, dass die erstmalige Austragung des Mixed-Wettbewerbs auf der Großschanze vor allem bei den Frauen zu großen Leistungsunterschieden und damit wenig Spannung führte. Das bemängelte auch Ex-Bundestrainer Werner Schuster als Co-Kommentator bei Eurosport.
"Es wäre für das gesamte Skispringen besser, es auf der kleinen Schanze zu lassen", sagte er: "Es wäre enger, spannender und würde auch der Aufbauarbeit bei den kleinen Nationen mehr gerecht werden."

Nur drei Frauen können "wegfliegen"

Für Schmitt fehlte im Wettkampf der Jury aber auch ein bisschen das Fingerspitzengefühl. Laut des Team-Olympiasiegers von 2002 hätte man wie im Laufe der Saison "ein bisschen mehr mit dem Startgate spielen können. Dann hätte es Unterschiede ein bisschen mehr kaschiert und es wäre ein attraktiveres Springen geworden."
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Nordische Ski-WM 2025 in Trondheim: Andreas Wellinger (Deutschland) umarmt DSV-Teamkollegen im Mixed

Fotocredit: Getty Images

Wie sich bereits im Training angedeutet hatte, konnten bei den Frauen nur die Slowenin Nika Prevc, sowie die Norwegerinnen Ström und Kvandal "wegfliegen" - nur diese drei kamen überhaupt über 124 Meter, dann aber auch gleich in den 130er Bereich.
So kamen große Punktunterschiede zustande: Ström, die direkt vor Schmid sprang, nahm der Deutschen mit ihren zwei Sprüngen zum Beispiel allein schon satte 62,7 Punkte ab.

Was geht bei den Männern im Team?

Bei der WM geht es am Donnerstag mit dem Team-Wettbewerb der Männer weiter (17:05 live bei Eurosport und discovery+). Deutschland tritt dann mit Wellinger, Raimund, Karl Geiger und Stephan Leyhe an - Pius Paschke wurde nicht berücksichtigt. Nach den Eindrücken vom Training am Dienstag steht hinter Geigers und Leyhes Form noch ein großes Fragezeigen.
"Jeder muss seine Form finden", sagte Schmitt: "Andi und Philipp haben den Rhythmus der Schanze jetzt noch mehr verinnerlicht, die sollten sich leichter tun. Karl kann sich fokussieren und auf den Punkt abrufen. Die Medaille ist das erklärte Ziel - aber es wird ein harter Kampf."
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138 Meter! Raimund im Mixed (laut-)stark

Quelle: Eurosport

Laut Wellinger war der zweite Durchgang im Mixed für ihn zumindest "der richtige Schritt. Wir haben einen Teamwettkampf morgen, und der Weg stimmt." Das Wichtigste sei, "so wenig Fehler wie möglich zu machen. Wenn man 120 Meter springt, verliert man 20 Punkte in einer Runde. Das wird morgen die Herausforderung sein."
Vielleicht müssen sich Geiger und Leyhe aber auch nur ein Beispiel an Raimund nehmen, der im Mixed in der Einzelrechnung nur 0,8 Punkte hinter dem großen Stefan Kraft (Österreich) landete und später sagte: "Beim ersten Sprung war ich nervös und zu wenig aggressiv, der zweite war dafür richtig gut. Da habe ich mir einfach gedacht: Scheiß drauf - und es hat funktioniert."

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Alles Käse! Schmitt macht Ausflug zum Bauern

Quelle: Eurosport


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