Skisprung-Skandal - Legenden Toni Innauer, Jens Weißflog und Sven Hannawald schlagen Alarm: "Richtiger Totalschaden"
Publiziert 11/03/2025 um 15:54 GMT+1 Uhr
Der Skandal der manipulierten Skisprunganzüge der Norweger bei der nordischen Ski-WM in Trondheim schlägt hohe Wellen. Die ehemaligen Skisprunggrößen Toni Innauer, Jens Weißflog und Sven Hannawald kritisieren das norwegische Team scharf und sehen einen enormen Schaden für den gesamten Skisprungsport. Innauer bezeichnet den Vorfall als einen "richtigen Totalschaden" für das Skispringen.
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Quelle: Eurosport
"Sie haben moralisch alles zerstört", sagte die österreichische Skisprung-Legende Toni Innauer am Montag in "Sport und Talk" auf "ServusTV" und übte scharfe Kritik an den Verantwortlichen des norwegischen Teams.
Der Skandal habe vor allem dem Image des Skispringens geschadet und das Vertrauen in den Sport erheblich beeinträchtigt, prangerte der Olympiasieger von 1980 an.
Ähnlich äußerte sich sein ehemaliger Rivale Jens Weißflog. "Es muss jetzt etwas passieren, besonders für die Zuschauer", forderte der ehemalige Weltklasse-Skispringer bei "Sport 1" und wandte sich an die Verantwortlichen, insbesondere bei der FIS.
"Sonst verlieren die Fans das Vertrauen und den Spaß an einem Sport, den sie so lieben", fügte Weißflog hinzu.
Aktive Sportler beteuern Unschuld
Auslöser für die schweren Anschuldigungen war ein anonym gefilmtes Video, in dem zu sehen ist, wie der Anzugsschneider der Norweger Adrian Livelten und Cheftrainer Magnus Brevig an einem bereits genhemigten Skisprunganzug nähen und diesen zu ihrem Vorteil manipulieren.
In Folge dessen wurde am Montag Cheftrainer Brevig sowie der Servicemann suspendiert und von ihren Aufgaben enthoben.
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Quelle: Eurosport
Die aktiven Athleten Marius Lindvik und Johann André Forfang, die am Samstag von der Großschanze bei dem betreffenden Wettkampf disqualifiziert wurden, bestreiten, von dem Betrug in irgendeiner Weise gewusst zu haben – eine Aussage, die viele Experten für schwer nachvollziehbar halten.
Hannawald: "Springer verhöhnen die aktiven Athleten"
Der letzte deutsche Tourneesieger, Sven Hannawald, ist überzeugt, dass die Springer die Änderungen an den Anzügen bemerkt haben müssen. "Kann man als Springer in einer der sensibelsten Sportarten nicht merken, dass sich ein Anzug steifer anfühlt?", fragte sich der Skisprungexperte, der es kaum glauben kann.
"Die betroffenen Springer verhöhnen die aktiven Athleten damit. Ein völliger Unsinn!", kritisierte Hannawald im Gespräch mit dem "SWR".
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Unterstützung für seine Meinung erhielt Hannawald von aktiven Sportlern und Funktionären. Andreas Wellinger ist überzeugt, dass die Athleten die Veränderungen an den Anzügen bemerkt haben müssen.
Wellinger hinterfragt gesamten Entscheidungen
"Wenn Änderungen am Anzug vorgenommen werden, setze ich mich rein und merke sofort, dass etwas anders ist", erklärte der Silbermedaillengewinner von der Normalschanze.
Zudem seien nun auch alle anderen Entscheidungen in Bezug auf die Medaillenvergabe auf den Schanzen von Trondheim mehr als fragwürdig. "Warum sollten sie im vierten und letzten Wettkampf ein solches Risiko eingehen? Am letzten Tag würde ich damit nicht anfangen", sagte Wellinger.
Ein ähnliches Szenario vermutet auch der österreichische Sportdirektor Mario Stecher, der daher fordert, dass die FIS alle Ergebnisse der norwegischen Athleten sowohl im Skispringen als auch in der Nordischen Kombination für ungültig erklärt.
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"Beweise hin oder her – wenn es gelingt, bei zwei Anzügen zu manipulieren, liegt der Verdacht sehr nahe, dass über die gesamte WM hinweg manipuliert wurde", erklärte Stecher bei "Servus TV".
Weißflog fordert Regeländerung
Neben der aufgeheizten Debatte, wer alles am Betrug beteiligt war und wer nicht, hat ein Experte jedoch auch Ideen, um in Zukunft einem solchen Skandal vorzubeugen.
Dabei nimmt sich Weißflog die Junioren-Wettkämpfe als Vorbild.
"In den Jugendwettkämpfen der Nordischen Kombination gibt es zum Beispiel einheitliche Langlaufskier. Vielleicht könnte man so etwas auch auf das Skispringen übertragen und einheitliche Anzüge einführen. Dann gibt es bestimmte Konfektionsgrößen, mit denen die Springer zurechtkommen müssen oder auch nicht", nannte der dreimalige Olympiasieger eine mögliche Regeländerung zum Schutz des Sports.
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