Novak Djokovic (Serbien/Nr. 1) träumt in New York weiter vom vierten Grand-Slam-Titel 2021. "Das sind die Momente, für die wir leben", sagte er nach seinem Halbfinal-Erfolg.
"Es war eine großartige Schlacht", sagte Zverev enttäuscht: "Wir haben beide alles auf dem Platz gelassen. In den wichtigen Momenten wird er auf einmal zur Wand." Djokovic bezeichnete seinen Gegner als "großen Champion", den er auf dem Platz und abseits davon bewundere: "Ich wusste, dass es ein großer Kampf werden würde."
Durch den Fünf-Satz-Sieg über Alexander Zverev (Hamburg/Nr. 4) hat der 34-Jährige am Sonntag im Finale (22:00 Uhr live bei Eurosport) gegen den Russen Daniil Medvedev nicht nur die Chance, sich zum alleinigen Grand-Slam-Rekordchampion vor Roger Federer (Schweiz) und Rafael Nadal (Spanien/alle 20 Titel) aufzuschwingen, sondern auch den Grand Slam perfekt machen - den Sieg bei allen vier Majors in einem Jahr.
US Open
Eiskalt! Medvedev zieht ins Finale von New York ein
10/09/2021 AM 21:20
Dies war zuletzt Rod Laver 1969 gelungen. "Alexander ist ein großer Champion", sagte Djokovic über Zverev: "Ich bewundere ihn auf und abseits des Platzes. Ich wusste, dass es ein großer Kampf werden würde."
Der Weltranglistenerste, der bereits 2011, 2015 und 2018 die US Open gewann, siegte in einer atemberaubenden Night Session, in der Zverev lange nicht der schlechtere Spieler war.

Halbfinale: Djokovic gewinnt Fünf-Satz-Thriller gegen Zverev

Zverev startet gut gegen Djokovic

Zverev startete gut ins Match - von Rückenbeschwerden, die im Viertelfinale gegen Lloyd Harris aufgetreten waren, keine Spur. Der Deutsche schnupperte bei 3:3 schon am Break, nahm Djokovic dann bei 4:4 mit seinem zweiten Breakball den Aufschlag ab und brachte seinen Aufschlag durch - 6:4.
"Er spielt offensiver als ich es erwartet habe", kommentierte Eurosport-Experte Becker das zu Beginn eher ungewöhnliche Spiel des Djokers, den er zwischen 2013 und 2016 bei sechs Grand-Slam-Siegen gecoacht hatte.

Fingerzeig! Zverev breakt Djokovic zum ersten Mal

Djokovic suchte oft den Weg ans Netz, spielte druckvoll, aber auch mit Risiko und leistete sich so viele vermeidbare Fehler - elf in Satz eins.

Djokovic liest Zverevs Spiel besser

Im ersten Spiel des zweiten Satzes musste Djokovic bei eigenem Aufschlag zweimal über Einstand gehen, hielt aber Stand - und breakte Zverev prompt zum 2:0, weil dieser bei Breakball einen Doppelfehler machte. Insgesamt häuften sich jetzt die Fehler beim Deutschen - 13 im zweiten Satz-, das Momentum kippte.
Bei 5:2 nahm Djokovic dem 24-Jährigen ein weiteres Mal den Aufschlag ab und holte so Satz zwei.

"Das kann richtig wehtun!" Djokovic-Sturz sorgt für Schrecksekunde

"Novak macht das, was er am besten kann: in ein Spiel zurückkommen", kommentierte Mischa Zverev bei Eurosport den erst zweiten Satzverlust seines Bruders in New York 2021: "Er muss seine Pace ändern, Novak liest sein Spiel zu gut."

"Super Punkt!" Djokovic zu schnell für Zverev

Becker wünscht sich mehr Mut von Zverev

Djokovic blieb auch im dritten Satz zunächst der leicht bessere Spieler, sah sich aber bei 2:2 plötzlich zwei Breakchancen ausgesetzt. Der 20-malige Grand-Slam-Sieger blieb jedoch cool, servierte stark und wehrte den Angriff des Deutschen ab.
Zwischenzeitlich machten sich beim Serben auch körperliche Probleme bemerkbar. Immer mal wieder griff sich der 34-Jährige an den unteren Rücken. "Er läuft ein bisschen unrund", sah Becker seinem ehemaligen Schützling an.
Zverev schaffte es jedoch nicht, sich abzusetzen. Immer wieder haderte der Deutsche mit vergebenen Chancen und Linientreffern des Serben. "Bisschen mehr Mut", wünschte sich Becker vom Deutschen. Doch das war leichter gesagt als getan.

Unglaubliche Ballwechsel bei 4:5 im dritten Satz

Bei 4:5 erreichte das Spiel seinen Klimax - mehrere epische Ballwechsel später, einer ging gar über 53 Schläge, hatte Djokovic sich die 2:1-Satzführung erkämpft. Die Zuschauer hielt es kaum noch auf ihren Sitzen.

"Gigantisch!" Djokovic und Zverev mit unglaublichen Ballwechseln

In Satz vier musste Zverev also wieder dem zuerst servierenden Djokovic "hinterherlaufen", nutzte aber bei 1:1 seine insgesamt siebte Breakchance zum zweiten Aufschlagverlust des Serben.

Kuriose Unterbrechung: Fan mit Tüte hat die Ruhe weg

Djokovic kam bei Aufschlag Zverev nur noch einmal über Einstand, sparte sich ansonsten sichtlich seine Körner für den Finaldurchgang, den Zverev kurz vor der Drei-Stunden-Marke heraufbeschwor (6:4).

Zverev zwingt Djokovic in den fünften Satz

Satz fünf: Zverev kann Rückenwind nicht nutzen

Doch der Deutsche konnte den Rückenwind zu Beginn des fünften Satzes wieder nicht nutzen und verlor gleich sein erstes Aufschlagspiel, weil ihm plötzlich sein Service im Stich ließ. "Die Nerven liegen blank", kommentierte Becker die Achterbahnfahrt.

"Er legt ihn sich zurecht": Djokovic breakt Zverev im Fünften

Djokovic wirkte jetzt wie aufgedreht, machte kaum mehr etwas falsch. Zwei weitere vermeidbare Fehler von Zverev sorgten für ein weiteres Break und die Vorentscheidung (0:4).

Zverev mit Kräften und Nerven am Ende - Djokovic feiert

Der Deutsche stemmte sich zwar nochmal gegen die Niederlage und kam auf 2:5 heran, dann aber war der Bann gebrochen. Nach 3:33 Stunden verwandelte Djokovic seinen ersten Matchball.
Zverev wird vor allem seinen verpassten Chancen nachtrauern: Der 24-Jährige nutzte nur drei von insgesamt zwölf Breakbällen und war damit nicht ansatzweise so kaltschnäuzig wie Djokovic (5/8). Da half es auch nicht, das Zverev erneut gut servierte (15 Asse bei acht Doppelfehlern) und sogar mit dem zweiten Aufschlag 49 Prozent der Punkte machte.

Matchball und rührende Geste: So verlor Zverev gegen Djokovic

Zverevs schwarze Serie hält an

Der Olympia- und Cincinnati-Sieger war mit einer 16:0-Siegesserie ins Halbfinale gegangen. Bei den Olympischen Spielen in Tokio hatte er Djokovic im Halbfinale bezwungen und so auf 3:6 in direkten Duellen mit dem Serben gestellt (jetzt 3:7).
Durch die Niederlage hält auch Zverevs schwarze Serie gegen Top-Ten-Spieler bei Grand Slams an - 0:11 lautet die mittlerweile verheerende Bilanz des Hamburgers. Der 24-Jährige muss damit weiter auf einen Sieg bei einem der vier Major-Turniere warten.
2020 hatte der Deutsche bei den US Open bereits das Finale erreicht, jedoch dramatisch in fünf Sätzen gegen den Österreicher Dominic Thiem verloren. Thiem ist 2021 wie die Ex-Sieger Federer und Nadal nicht in New York am Start und wird am Sonntag das Finale (ab 22:00 Uhr) live bei Eurosport mitkommentieren.

"Lächerlich unglücklich gelaufen": Zverev hadert mit Schlüsselszene

US Open - Halbfinale Herren:

  • N. Djokovic (SRB/1) - A. Zverev (GER/4) 4:6, 6:2, 6:4, 4:6, 6:2
  • D. Medvedev (RUS/2) - F. Auger-Aliassime (CAN/12) 6:4, 7:5, 6:2

"Weltklasse gespielt!" Zverev gewinnt Monsterballwechsel gegen Djokovic

Links zu den US Open:

Im Siegerinterview: Djokovic verteidigt Tsitsipas und lobt Zverev

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(mit SID)

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