Nick Kyrgios sorgt 2022 auf der ATP-Tour für Furore - der Bad Boy der Tennis-Szene will's nochmal wissen

Nick Kyrgios spaltet die Tennis-Welt wie kaum ein anderer Spieler. Trotz seiner Ausraster gibt es an den sportlichen Qualitäten des Australiers keine Zweifel, wie er jüngst in Indian Wells bewies, wo er im Viertelfinale nur knapp an Rafael Nadal scheiterte. Nach zwei ernüchternden Jahren schickt sich Kyrgios an, die ATP-Tour aufzumischen. Den ersten Schritt dazu hat er bereits gemacht.

Krachender Return: Kyrgios staunt bei Auftaktsieg über eigenen Winner

Quelle: SNTV

Nick Kyrgios konnte es selbst kaum glauben.
Mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen schaute er ungläubig im Hard Rock Stadium umher.
Wenige Augenblicke zuvor hatte der Australier beim ATP Masters in Miami gegen Adrian Mannarino mit einem krachenden Return-Winner nicht nur das Publikum zum Staunen gebracht, sondern offensichtlich auch sich selbst überrascht.
Es war jedoch bei Weitem nicht das einzige Mal, dass der 26-Jährige bei seiner Auftaktpartie für Begeisterung sorgte. Letztlich feierte Kyrgios einen umkämpften 7:6 (7:3), 6:3-Erfolg gegen den Franzosen - und wandelte dabei wie so oft auf einem schmalen Grat zwischen Genie und Wahnsinn.

Kyrgios holt Doppel-Titel bei den Australian Open

"Der Schlüssel war heute die gute Quote beim ersten Aufschlag", konstatierte Kyrgios nach dem Match und betonte:
"Wenn ich den ersten Aufschlag nicht ins Feld bringe, kann er gleich beim Return aufrücken und das konnte ich mir heute Abend gegen einen so kniffligen Gegner nicht leisten. Ich bin mit ihm aufgewachsen, ich habe ihn spielen sehen. Er ist ein verdammt guter Spieler", zollte er seinem Gegner im Anschluss Respekt.
Dies war in der jüngeren Vergangenheit wahrlich nicht immer so. Zu Beginn des Jahres geriet Kyrgios bei den Australian Open gemeinsam mit Doppelpartner Thanasi Kokkinakis immer wieder verbal mit ihren Gegenspielern aneinander.
Am sensationellen Doppel-Sieg des australischen Duos in Melbourne und gleichzeitig dem bis dato größten Erfolg in der Karriere Kyrgios' änderte dies jedoch nichts.
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Wahnsinn! Kokkinakis/Kyrgios gewinnen Doppel-Titel mit Wildcard

Quelle: Eurosport

Kyrgios auf dem aufsteigenden Ast

Mit dem Erstrundenerfolg in Miami bestätigte er nun seine zuletzt aufsteigende Form, die ihn jüngst beim Masters in Indian Wells in der Einzelkonkurrenz bis ins Viertelfinale geführt hatte. Erst gegen den Grand-Slam-Rekordchampion und späteren Finalisten Rafael Nadal, den er zwischenzeitlich sogar am Rande einer Niederlage hatte, war für den Paradiesvogel Endstation.
"Es ist schwierig, gegen ihn zu spielen, weil er die Dynamik des Punktes sehr schnell ändert und sein Aufschlag enorm ist, besonders der erste Aufschlag", lobte Nadal seinen Gegner.
Dass Kyrgios mit seinen herausragenden Fähigkeiten, die er fraglos besitzt, zu den talentiertesten Spielern auf der Tour zählt, ist unbestritten. Allerdings konnte die ehemalige Nummer 13 der Welt dies schon länger nicht mehr unter Beweis stellen.
Auch aufgrund der gegenwärtigen Corona-Pandemie bestritt Kyrgios im vergangenen Kalenderjahr lediglich 15 Partien, von denen er nur sieben gewann. 2020 zuvor waren es gar nur neun (sechs Siege, drei Niederlagen). Die Folge war der Absturz auf Platz 137 im ATP-Ranking zu Beginn des Jahres 2022 - schlechter war er letztmals vor mehr als sieben Jahren platziert.
Es dauerte nicht lange, bis die ersten Gerüchte über ein mögliches vorzeitiges Karriereende im Zusammenhang mit Kyrgios, der laut eigenen Aussagen in der Vergangenheit unter Depressionen litt, die Runde machten. Jene Zeiten scheinen nun vorerst vorbei zu sein.

Evert lobt Kyrgios' Entwicklung

"Er hat in Indian Wells sehr gut gespielt. Ich finde, er war körperlich in einer besseren Verfassung und hatte mehr Kondition als davor. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er in seinen Matches außer Atem gewesen wäre. Es sah so aus, als hätte er an seiner Fitness gearbeitet", erklärte Tennis-Ikone Chris Evert exklusiv gegenüber Eurosport und ergänzte: "Ich glaube, dass er seine Emotionen in Indian Wells größtenteils zurückgehalten hat. Trotzdem fand ich ihn etwas bissig."
Die 67-Jährige spielte damit auf sein Verhalten im Viertelfinale gegen Nadal an, als er sich nicht nur , sondern um ein Haar mit einem Schlägerwurf einen Balljungen getroffen hätte. In ebenjener Partie ging das Temperament mit dem 26-Jährigen wie so häufig durch, was auch der Grund ist, warum Kyrgios als Bad Boy der Szene gilt.
Evert wollte jenen Ausraster allerdings nicht zu hoch hängen. "Alles in allem ist es eine Reise für ihn. Er spielt brillantes Tennis und hat sowohl in seinem Spiel als auch bei seiner Fitness und seinen Emotionen Fortschritte gemacht", schwärmte sie.
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Kyrgios schießt gegen Zuschauer - und zieht Hollywood-Star mit rein

Quelle: Eurosport

Kyrgios im ATP-Ranking auf dem Vormarsch

Der nächste Schritt für Kyrgios ist es nun, sich bei Turnieren abseits der Grand Slams tief reinzuspielen, um sich im ATP-Ranking zu verbessern und den topgesetzten Spielern in den frühen Runden aus dem Weg zu gehen. Den Anfang hierfür hat er in Indian Wells gemacht.
Der Lohn für den Einzug in die Runde der letzten Acht war der Sprung um 30 Positionen in der Weltrangliste auf Platz 102. In Miami und Halle, wo er wie Alexander Zverev und Daniil Medvedev kürzlich gemeldet hat, soll der nächste Schritt folgen.
"Er ist so wichtig für das Spiel, er liefert ab wie ein Entertainer", betonte Eurosport-Experte Mats Wilander während den Australian Open. Nicht ohne Grund: Kyrgios ist ein Showmaster vor dem Herrn - einer, der die Zuschauer weltweit in die Stadien lockt.
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McEnroe hoping doubles run will ‘inspire’ Kyrgios to take career more seriously

Quelle: Eurosport

Kyrgios mit beeindruckender Bilanz gegen Top-Ten-Spieler

Bei allen Mätzchen auf dem Platz scheint er sich nun jedoch wieder mehr auf seine sportlichen Leistungen zu fokussieren.
Speziell gegen die Großen der Branche scheint dies für Kyrgios ohnehin kein Problem zu sein. Der Mann aus Canberra ist laut "MyTennis" der Spieler mit den meisten Erfolgen gegen Top-Ten-Spieler (22), ohne dabei selbst jemals unter den ersten zehn der Weltrangliste gestanden zu haben.
Sein nächster Gegner in Miami, Andrey Rublev, seines Zeichens die Nummer sieben der Welt, dürfte somit gewarnt sein.
Möglicherweise kann Kyrgios dann wieder das Publikum und auch sich selbst überraschen.
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Tweener, Aufreger, Mega-Stopps: Kyrgios und Nadal liefern große Show

Quelle: Perform

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