Australian Open 2024: Alexander Zverev - sportliches Grand-Slam-Drama wiederholt sich im Halbfinale von Melbourne

Alexander Zverev stand kurz davor, ins Finale der Australian Open einzuziehen. Ganze zwei Punkte fehlten dem Hamburger, ehe das Schicksal seinen Lauf nahm und ihn gegen Daniil Medvedev aus dem Turnier beförderte. Für Zverev wiederholt sich damit ein sportliches Drama, das er auf Grand-Slam-Niveau schon mehrfach erlebte: Trotz überragender Form gelingt es nicht, die letzten Schritte zu gehen.

"Traurig und enttäuscht": So analysiert Becker die Zverev-Pleite

Quelle: Eurosport

Zwei Punkte, ganze zwei Punkte fehlten.
Als Alexander Zverev im vierten Satz bei einer 5:4-Führung im Tiebreak das Aufschlagrecht auf seiner Seite hatte, war der Traum vom Endspiel zum Greifen nahe.
Nur: Der Olympiasieger schaffte es nicht, durch die Türe zu gehen, die sich bereits so weit geöffnet hatte.
Es sei absolut enttäuschend, dass er das Match in diesem Moment nicht ausserviert habe. "Der Punkt, der zum 5:5 führte, war einfach nur unglücklich", haderte Zverev.

Böse Erinnerungen an US Open und French Open

Es ist extrem bitter aus Sicht des Weltranglistensechsten, dass ihm wieder einmal der Saft ausging. Das weckt Erinnerungen an das verlorene US-Open-Finale 2020 gegen Dominic Thiem. Auch in New York dominierte Zverev zunächst, gab dann aber eine 2:0-Satzführung aus der Hand.
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"Traurig und enttäuscht": So analysiert Becker die Zverev-Pleite

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"Ich hatte so viele Chancen, konnte aber keine davon nutzen", sagte der Hamburger damals. Mehr als zweieinhalb Jahre schien sich wieder ein Fenster in Richtung Grand-Slam-Titel zu öffnen. Bei den French Open in Paris spielte sich Zverev auf Sand fast in einen Rausch.
Carlos Alcaraz kegelte er im Viertelfinale raus, im Halbfinale war er drauf und dran, die Partie gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal zu drehen - bis Zverev furchtbar umknickte und sich schwer an den Bändern verletzte.

Zverev: "Wegen des körperlichen Zustands verloren"

So dramatisch lief es gegen Medvedev zum Glück nicht, wenngleich der Körper wieder eine entscheidende Rolle spielte, wie er erklärte.
"Nach dem Alcaraz-Spiel war ich ein bisschen krank, hatte etwas Fieber", ließ Zverev wissen. Im Halbfinale habe er dann "Ende des zweiten Satzes begonnen, Energie zu verlieren. Ich fing an, mich nicht mehr so frisch zu fühlen."
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Halbfinale: Zverev vergeigt 2:0-Führung gegen Medvedev - Highlights

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Diese Faktoren hätten ihm "die Chance weggenommen", die Partie zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. "Ich habe wegen des körperlichen Zustands verloren, nicht wegen des Tennisspiels", betonte Zverev.

Fieber und Gliederschmerzen bei Zverev

Mischa Zverev, vor Ort als Manager seines jüngeren Bruders dabei, stieß ins selbe Horn. "Am Ende hat die Gesundheit gefehlt. Seit gestern ist Sascha erkältet, hatte gestern und heute Morgen Fieber, Gliederschmerzen, Halsschmerzen, die Nase dicht", erzählte der 36-Jährige im Eurosport-Interview. "Wäre er ein bisschen fitter, in den wichtigen Momenten etwas spritziger gewesen, hätte er es vielleicht in drei oder vier Sätzen gewonnen."
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Mischa exklusiv zu Zverev-Aus: "Am Ende fehlte die Gesundheit"

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So aber gehen die Australian Open für Zverev mit der sechsten Niederlage im insgesamt siebten Grand-Slam-Halbfinale zu Ende. Inwieweit dem Aus nun sportliche oder gesundheitliche Faktoren zugrunde liegen, bleibt dahingestellt.

Henman: "Für Zverev mental schwer zu verarbeiten"

Sicher ist, dass die Art und Weise der Niederlage nicht einfach zu verdauen ist. "Es wird für Zverev mental schwer zu verarbeiten sein, so nahe am Sieg gegen diesen Dauerrivalen gewesen zu sein", sagt der ehemalige Top-5-Spieler Tim Henman bei Eurosport. "Es wird viel Zeit brauchen, bis sich diese mentale Wunde schließt."
Zeit, die Zverev natürlich hat, zumal das Erreichen des Halbfinals an sich ein Erfolg war. Und so schlägt sogar Nick Kyrgios, der den Happy Slam als TV-Experte für Eurosport begleitet und nicht gerade als bekennender Zverev-Fan auffällig wurde, versöhnliche Töne an.
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Zverev malträtiert das Netz - und kassiert Break im Fünften

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"Ich weiß, dass es extrem schwer ist, aber er muss einfach positiv bleiben. Wenn man sich das Turnier anschaut, hat er dem Publikum in diesen zwei Wochen eine tolle Zeit beschert und mit Carlos Alcaraz einen der besten Spieler ausgeschaltet", unterstreicht der 28-Jährige.
Tennis-Ikone Boris Becker bescheinigt Zverev ebenfalls, gegen Medvedev "über vier Stunden Weltklasse-Tennis gespielt" zu haben. Es ist natürlich eine Binsenweisheit, dass sich der Olympiasieger dafür nichts kaufen kann.

Zverev: Das lange Warten geht weiter

Und trotzdem sind die guten bis überragenden Auftritte gegen Alcaraz und Medvedev wichtig für die Zukunft, war der Sieg gegen den jungen Spanier doch erst der dritte gegen einen Top-Ten-Profi bei einem der vier Grand-Slam-Wettbewerbe. Demgegenüber stehen 15 Niederlagen.
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Zverev nach Halbfinal-Aus: "War nicht mehr derselbe Spieler"

Quelle: Eurosport

Ob es noch klappt mit dem heiß ersehnten Major-Titel, hängt davon ab, inwieweit Zverev diese Bilanz in seinem Sinne verbessern kann.
Dass er alle Fähigkeiten mitbringt, eine Grand-Slam-Krone zu holen, ist nach den couragierten Vorstellungen in der zweiten Woche dieser Australian Open unstrittiger denn je.
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Der Matchball: Zverev vergeigt Vorhand - Medvedev mit Psst-Geste!

Quelle: Eurosport

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