Toni Nadal hinterfragt Novak Djokovics Aufgabe bei Australian Open: "Zunehmende Zweifel an Echtheit seiner Probleme"
Update 30/01/2025 um 07:38 GMT+1 Uhr
Toni Nadal hat betont, dass bei ihm im Laufe der Jahre "zunehmende Zweifel" bezüglich der Verletzungen von Novak Djokovic aufgekommen seien. Nach der Diskussion um den Gesundheitszustand des Serben bei den Australian Open sieht der Spanier den Rückzug im Halbfinale kritisch. In seiner Kolumne für "El Pais" erklärte der Onkel von Rafael Nadal sein Misstrauen in Hinblick auf das Verhalten Djokovics.
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"In seinem Match gegen Carlos Alcaraz kamen erste Zweifel auf", schrieb der Spanier. Er führte aus: "Nachdem er den ersten Satz verloren hatte und offensichtliche Schmerzen zeigte, ließ der Serbe sowohl seinen Gegner als auch das Publikum wissen, dass er das Match wohl kaum fortsetzen könne."
Der Ex-Tennisprofi erklärte: "Doch die Realität war, dass er nicht nur völlig normal weiterspielte, sondern das Match am Ende sogar gewann." Eine medizinische Behandlung sorgte mit für eine Wende im Viertelfinalduell von Melbourne.
Es folgte die Partie gegen Alexander Zverev. Der 63-Jährige blickte verwundert auf die Geschehnisse und schrieb: "In seinem Halbfinal-Match gegen Zverev hingegen spielte er den gesamten ersten Satz scheinbar ohne Probleme und ohne erkennbare Schmerzen – bis er sich dazu entschied aufzugeben, unmittelbar, nachdem der Deutsche den Satz gewonnen hatte."
Der gebürtige Hamburger konnte den umkämpften ersten Satz der Partie mit 7:6 (7:5) für sich entscheiden. Anschließend gab der 37-jährige Djokovic verletzungsbedingt auf - ohne wie gegen Alcaraz eine Behandlungspause zu nehmen.
Djokovic-Kontroverse: "Normalerweise wartet ein Spieler bis zum Ende"
Die Kritik des früheren Nadal-Coaches: "Normalerweise wartet ein Spieler, der körperliche Probleme in einem so wichtigen Match hat, bis zum Ende, bevor er sich für eine Aufgabe entscheidet. Er ruft den Physiotherapeuten, spielt einige Spiele geschwächt weiter und zieht sich erst zurück, wenn er erkennt, dass er keine Chance mehr hat."
Laut Nadal habe man Djokovic "mehr als ein Mal mit ähnlichen Auftritten gesehen – mit Gesichtsausdrücken und einer Körpersprache, die im Widerspruch zu dem stehen, was wir auf dem Platz beobachten".
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Seine Schlussfolgerung: Die körperlichen Probleme seien zweifelhaft. In diesem Zusammenhang nannte der Tennis-Experte eine zusätzliche Komponente: "Ein weiterer Punkt ist die Reaktion des Publikums auf die Geschehnisse. Zunächst verstehe ich, dass die Zuschauer enttäuscht und verärgert waren, weil sie ein Ticket für dieses Match gekauft hatten und um das erwartete Spektakel gebracht wurden."
Demnach sei "im Laufe der Jahre aufgrund von Djokovics Gesten und seinem Auftreten ein wachsender Verdacht entstanden, der Zweifel an der Authentizität seiner Verletzungen aufkommen lässt".
Trotz seiner kritischen Einschätzung nahm er Djokovic gegen die Buhrufe in Schutz, die dieser erhielt, als er nach seiner Aufgabe die Rod Laver Arena verließ.
"Ich finde, dass ein großer Champion wie der Serbe, jemand, der einige der glorreichsten Kapitel der Tennisgeschichte geschrieben hat, nicht auf diese Weise einen Platz verlassen sollte - und schon gar nicht die Rod Laver Arena, wo er Rekorde an Siegen und Titeln hält."
Nadal betonte: "Respekt - das ist mein persönliches Empfinden - ist das, was er in diesem schwierigen Moment wirklich verdient. Daran besteht für mich kein Zweifel."
Djokovic hatte im Nachgang auf die aufflammende Diskussion reagiert, indem er ein Bild eines MRT-Scans veröffentlichte, das einen Muskelriss in seinem linken Oberschenkel bestätigte. "Dachte, ich lasse das einfach mal hier für alle ‚Sportverletzungs-Experten‘ da draußen", schrieb der 24-fache Grand-Slam-Sieger auf "X". Dennoch wird die Rückzugs-Entscheidung des Superstars weiter heiß diskutiert werden.
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Tennis - Australian Open - Press conf Djokovic ENG only
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