French Ope 2023 - Novak Djokovic zwischen Druckkammer und Taopatch: Wie der Superstar Geschichte schrieb
Novak Djokovic ist auf dem Olymp angekommen. Nach dem Gewinn des 23. Grand-Slam-Titels in Paris müssen selbst die ärgsten Kritiker einsehen, dass der Serbe inzwischen der größte Tennisspieler der Geschichte ist. Djokovic hat auf dem Weg dorthin Methoden und Praktiken angewandt, die Kopfschütteln und Argwohn auslösten. Letztlich aber stärkte der 36-Jährige damit seine schärfste Waffe: die Psyche.
Djokovic im Eurosport-Interview: "GOAT? Nenn mich Novak ..."
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Boris Becker brachte es bei Eurosport auf den Punkt. "Der Glaube ist der stärkste Muskel", betonte der dreimalige Wimbledon-Champion und spielte damit auf das Taopatch an, das Novak Djokovic während der French Open auf der Brust trug.
Mit dem kleinen Gerät aus der Nanotechnologie, das nach Angaben des Herstellers "die Wärme des Körpers in Licht umwandelt und dies wiederum ins Nervensystem" sendet, fühlte sich der Serbe gestärkt für die historische Aufgabe, die er mit dem 23. Grand-Slam-Titel erfolgreich abschloss.
Die Wirkung des Taopatches ist schwer zu verifizieren, Djokovic aber stellte klar, dass es ihm helfe, "auf dem Platz mein Bestes abzuliefern". Wie so oft beim 36-Jährigen sind die Reaktionen gespalten - zwischen Hokuspokus-Vorwürfen und purer Bewunderung ist alles dabei.
Einer, der sehr gut nachvollziehen kann, was Djokovic dabei antreibt, ist Mischa Zverev. "Das ist typisch für Novak. Es ist gut und gesund, denn wir entwickeln uns weiter, sonst würden wir immer noch mit Holzschlägern oder weißen Tennisbällen spielen", sagt der einstige Australian-Open-Viertelfinalist im Eurosport-Interview.
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Finale: Djokovic steckt Fehlstart weg und triumphiert - Highlights
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Djokovics Methoden seien aber nicht jedem Spieler anzuraten. Der Superstar aus Belgrad könne dagegen "experimentieren, weil er weiß, was mit ihm passiert. Es gibt viele Tennisspieler oder Sportler, die sagen einfach: 'Ok, was soll ich machen?' Die denken sich nie wirklich rein", so Zverev.
Djokovic setzt auf Druckkammer und Diäten
Djokovic ist das krasse Gegenteil, kennt keine Berührungsängste und probiert (fast) alles aus. "Novak ist immer auf dem neuesten Stand der Sportmedizin und versucht immer, seinen Körper, er ist inzwischen 36, fit zuhalten und schnell zu regenerieren", erläutert Becker, der den Routinier von 2013 bis 2016 coachte.
Schon vor Jahren begann Djokovic, mit einer eigenen Druckkammer zu arbeiten. Dabei wird durch die Simulation von Höhenluft die Produktion roter Blutkörperchen angeregt. "Wie in einem Raumschiff" fühle sich das an, ließ der Tennisstar vor ein paar Jahren wissen.
Dazu verordnete sich der Ausnahmespieler eine vegane und glutenfreie Ernährungsweise. Ein weiterer Baustein des Erfolgs.
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Becker zu Djokovic: "Richtig, dass er wieder die Nummer eins ist"
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"Meine Ernährung hat nicht nur mein Spiel verändert, sondern auch mein Leben - mein Wohlbefinden. Wenn ich mich vegan ernähre, bin ich mir meines Körpers auf dem Platz bewusster und aufmerksamer. Ich habe meinen Körper von Giftstoffen befreit, damit sind alle Entzündungen und andere Dinge verschwunden, die mein Energieniveau beeinträchtigt haben", erklärte Djokovic im Gespräch mit dem Magazin "Forbes".
Djokovic holt sich spirituelle Hilfe von Imaz
Während die Druckkammer messbaren Einfluss auf die Physis hat und wohl niemand die Sinnhaftigkeit einer gesunden Ernährung infrage stellt, sorgte der Rekord-Grand-Slam-Champion mit anderen Maßnahmen für Verwunderung.
Etwa, indem er sich spirituellen Beistand bei Guru Pepe Imaz holte und den Spanier 2016 ins Team integrierte. Die Methode "Licht und Liebe" war nicht allen in der Mannschaft geheuer.
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Djokovic bei Siegerehrung: Kein Zufall, dass es in Paris passiert
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Der damalige Trainer Boris Becker soll damit ebenso ein Problem gehabt haben wie der langjährige Coach Marian Vajda. "Ich wollte, das Novak aufhört, mit Imaz zu arbeiten", gab der Slowake im Gespräch mit "sport.sk" zu. Tatsächlich beendete Djokovic die Zusammenarbeit mit Imaz in der Saison 2018 wieder.
Wasser mit Heilkraft? Djokovic löst Irritationen aus
Ebenso irritiert reagierten viele in der Szene, als Djokovic während der Corona-Pandemie die Vorzüge "energetische Transformationen" hervorhob. Er kenne Leute, die "durch die Kraft von Gebeten, durch die Kraft von Dankbarkeit, das giftigste Essen oder vielleicht das giftigste Wasser in das Wasser mit der größten Heilkraft verwandelt haben", berichtete Djokovic auf Instagram.
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Matchball, Emotionen, Rekord - Djokovic am Ziel aller Träume
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Das Thema Wasser treibt den 36-Jährigen noch immer um, Anfang des Jahres stieg er deshalb bei der österreichischen Firma Waterdrop als Investor ein, die mit Hilfe von Brausetabletten Leitungswasser behandelt. Er habe sich dafür entschieden, "abgefüllte Getränke nicht mehr zu unterstützen", begründete Djokovic den Schritt.
Djokovic trägt Konsequenzen des Impfverzichts
Es gibt wohl keinen anderen Sportler, der sich derart breit gefächert mit Ernährung, Körperlichkeit und mentaler Gesundheit auseinandersetzt - und dabei strikt seinem eigenen Weg folgt, sei die Kritik noch so vehement.
So verzichtet er aus gesundheitlichen Überlegungen bis heute darauf, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die sportlichen Kosten waren hoch: Djokovic verpasste dadurch zwei Grand-Slam-Turniere und einige Masters-Wettbewerbe.
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Mehr Weltklasse geht nicht: Djokovic holt entscheidendes Break
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Unvergessen bleibt die Posse um die Einreise nach Australien im Januar 2022. Der Belgrader war bereits vor Ort, hatte offenbar eine Ausnahmegenehmigung - und wurde nach mehreren Gerichtsterminen vor Beginn des Turniers des Landes verwiesen.
Erfahrungen, die ihn schwer trafen, aber nicht umwarfen. Ein Jahr später, die Einreise nach Australien war wieder ohne Coronaimpfung möglich, kehrte Djokovic nach Melbourne zurück und holte sich den 22. Grand-Slam-Titel - der Rekord von Rafael Nadal war eingestellt. Bei den French Open brach er dann die Bestmarke seines ewigen Rivalen.
Djokovic und die "Pyramide der Sonne"
Für solche Erfolge braucht es neben sportlicher Klasse und guter Gesundheit in erster Linie mentale Stärke. Die holt sich Djokovic beim Yoga und bei der Meditation - manchmal auf dem Berg Visocica in Bosnien und Herzegowina.
Die Erhebung im dinarischen Gebirge ist auch als "Pyramide der Sonne" bekannt, seitdem der amerikanisch-bosnische Unternehmer und Esoteriker Semir Osmanagic diese Behauptung aufstellte. Djokovic bezeichnete den Ort als "Himmel auf Erden" und versucht, daraus Kraft zu schöpfen.
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Djokovic kritisiert Schiedsrichter im Finale: "Warum so eilig?"
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"Ich verbringe gerne Zeit mit mir selbst, ich meditiere gerne, ich wende bewusste Atemtechniken an, die mich in die richtige Stimmung bringen, ich analysiere meine Gegner und mein eigenes Spiel", gab Djokovic einst Einblicke in seine Herangehensweise.
Djokovic arbeitet mit Visualisierung
Lässt man die vergangenen Jahr revue passieren, wird klar: Djokovic dreht jeden Stein um, wenn es darum geht, sich psychisch in die bestmögliche Verfassung zu bringen. Dazu gehört auch die Visualisierung bestimmter Ereignisse.
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Final-Spektakel! Tweener von Ruud, Djokovic patzt am Netz
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"Ich habe das Match im Geiste durchgespielt, bevor wir auf den Platz gegangen sind", erklärte er 2019 nach dem epochalen Wimbledonfinale gegen Roger Federer, das er nach Abwehr zweier Matchbälle 7:6, 1:6, 7:6, 4:6, 13:12 (7:3) gewann.
Djokovic hat auf dem Weg zur historischen 23 mehr ausprobiert als die Konkurrenz. Manche Dinge hat er wieder verworfen, andere waren Irrwege, vieles aber hat funktioniert und dem Mann aus Belgrad einen vorderen Platz im Geschichtsbuch des Weltsports gesichert.
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Im Finale überlistet: Ruud cleverer am Netz als Djokovic
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