French Open 2024 in Paris: Das Phänomen Carlos Alcaraz - mit 21 Jahren besser als Nadal, Djokovic und Federer?

Carlos Alcaraz hat bei den French Open in Paris eindrucksvoll untermauert, dass er seine Qualitäten seit dem Gewinn der US Open 2022 und Wimbledon 2023 ausgebaut hat. Der Weg ins Finale gegen Alexander Zverev und zum Titel in Roland-Garros verlief keineswegs geradlinig. Doch Alcaraz hat seine Lektionen gelernt - und es scheint so, als ob die Prophezeiung von Novak Djokovic sich erfüllen würde.

Top 5 Shots from the final day of the French Open featuring Alcaraz brilliance

Quelle: Eurosport

Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Da tritt Spaniens Jahrhundert-Spieler Rafael Nadal bei seinen wohl letzten French Open an und scheitert in Runde eins an Alexander Zverev.
Der wiederum muss sich zwei Wochen später im Endspiel dem nächsten Jahrhundert-Talent made in Spain geschlagen geben: Carlos Alcaraz. 21 Jahre jung, dreifacher Grand-Slam-Champion.
Wahrscheinlich wissen sie in der Real Federación Española de Tenis, dem Landesverband in Spanien, gar nicht mehr, wohin mit all der Freude.
In einer Hinsicht hat Alcaraz sogar den großen Nadal, sein Idol, überboten: Er ist seit dem 6:3, 2:6, 5:7, 6:1, 6:2 im Endspiel von Roland-Garros gegen Alexander Zverev der jüngste Profi der Geschichte, der auf allen drei Belägen einen Major-Titel gewonnen hat. Nadal erreichte diesen Meilenstein 2009 im Alter von 22 Jahren bei den Australian Open.

Becker: "Alcaraz mit 21 besser als Nadal, Djokovic, Federer"

"Carlos ist in meinen Augen mit 21 besser als es Nadal, Novak Djokovic oder Roger Federer im gleichen Alter waren", lobte Boris Becker bei Eurosport die Leistungen des Ausnahmesportlers aus Murcia. "Und dann die Art und Weise, wie er sich gibt, man muss ihn einfach gern haben."
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Matchball Becker: Das sagt Boris Becker zum Zverev-Drama im Finale

Quelle: Eurosport

Die Aussage dürfte von nahezu allen in der Szene so unterschrieben werden. Das überschwängliche Lob von Finalgegner Zverev ("Du bist schon ein Hall-of-Famer, ein unglaublicher Spieler. Du hast so viel erreicht und bis erst 21 Jahre alt") kam nicht von ungefähr.
"Wir brauchen Carlos im Moment mehr als alles andere im Tennis. Er wird unseren Sport und die Art, wie die Leute Tennis betrachten, in vielerlei Hinsicht verändern", sagt der siebenmalige Grand-Slam-Turniersieger Mats Wilander im Gespräch mit Eurosport. Alcaraz strahle Fröhlichkeit aus und sei trotz aller Erfolge "bescheiden" geblieben. "Das ist großartig für das professionelle Tennis."

Henman: "Zweistellige Zahl von Grand-Slam-Titeln drin"

Mehr noch als das sympathische Auftreten sticht aber die sportliche Extraklasse des Spaniers heraus. Natürlich ist bei einem so jungen Spieler Vorsicht geboten mit allzu fantastischen Zukunftsbildern, dennoch lassen Alcaraz' Leistungen auf Großes hoffen.
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Finale: Alcaraz besiegt Zverev in fünf Sätzen - Highlights

Quelle: Eurosport

"Ich glaube, dass er eine zweistellige Anzahl von Grand-Slam-Titeln gewinnen kann", befand der einstige Top-5-Profi Tim Henman. Alcaraz werde sich in den kommenden Jahren zwar neuer Talente und Spielweisen erwehren müssen, "aber sein Spiel und sein Skillset sind komplett, seine athletischen Fähigkeiten unfassbar, ebenso die Einstellung und der Kampfgeist". Es sei "einfach alles da", so der Brite.

Alcaraz überwindet die Zweifel

Tatsächlich hat Alcaraz mit dem Coup von Roland-Garros einen wertvollen Schritt gemacht. Nicht nur wegen des Erfolgs, sondern aufgrund der widrigen Umstände. "Es gab viele Zweifel, als ich hier nach Paris kam und nicht viel trainieren konnte", gab der Champion zu und spielte damit auf seine Verletzung am rechten Schlagarm an, die ihn in den Wochen vor den French Open arg behindert hatte.
Umso beeindruckender war die Vorstellung bei den French Open, wo er in den letzten drei Runden Stefanos Tsitsipas, Sinner und Zverev in die Knie zwang. Nicht immer spielte Alcaraz dabei auf höchstem Niveau, aber stets konnte er in der entscheidenden Phase zulegen. "Das Endspiel hat mir gezeigt: Er wird acht oder neun Majors gewinnen", betonte Wilander.
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Alcaraz im Eurosport-Interview: "Hatte nach Satz drei meine Zweifel"

Quelle: Eurosport

Möglicherweise baut Alcaraz seine Sammlung schon im Juli aus. Beim Rasen-Klassiker in Wimbledon geht er als Titelverteidiger an den Start - bei den US Open als Vorjahreshalbfinalist und Sieger von 2022. Es ist eine fast furchterregende Bandbreite an Belägen, die der Weltranglistenzweite auf höchstem Level abdeckt.
Für die Konkurrenz, so stark sie sein mag, werde es "schwer, an Carlos dranzubleiben. Jetzt, da er in der Lage ist, gegen die Besten der Welt zu gewinnen, auch wenn er selbst nicht sein bestes Tennis spielt", führte Wilander aus.

Djokovics Prophezeiung beginnt zu wirken

Eine wichtige Entwicklung für den Youngster, der sein Lehrgeld bereits bei den French Open 2023 bezahlt hat. Damals stand er im Halbfinale gegen Djokovic beim 3:6, 7:5, 1:6, 1:6 komplett auf verlorenem Posten - physisch wie psychisch.
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Alcaraz erhält French-Open-Trophäe - und fühlt mit Zverev

Quelle: Eurosport

"Ich hatte Krämpfe vor lauter Nervosität und Anspannung, weil ich gegen eine Legende wie Novak gespielt habe. Ich muss die Lektion für das nächste Mal lernen", sagte Alcaraz damals.
Djokovic wiederum bemerkte nach der Partie, er sei sicher, dass sein Gegner "dieses Turnier noch viele, viele Male gewinnen" werde.
Eine Prophezeiung, die sich nun zu erfüllen beginnt.
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Der Matchball: Alcaraz gewinnt in Paris - Zverev bitter enttäuscht

Quelle: Eurosport


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