Novak Djokovic reagiert auf herbe Kritik an seinen Aussagen
Novak Djokovic hat in den vergangenen Wochen mit offenen Aussagen zu einer Reihe brisanter Themen für Aufsehen gesorgt - und infolge dessen eine Menge Kritik abbekommen. Nun gestand der Serbe auch Fehler ein. "Manchmal sage ich Dinge und wenn ich danach darüber nachdenke, wird mir klar, dass ich sie nicht so hätte formulieren sollen, wie ich es getan habe", so Djokovic im Podcast "Wish & Go".
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Das klare Nein zu einer möglichen Corona-Impfung, die umstrittenen Aussagen zur Umwandlung von giftigem Wasser in solches mit Heilkraft durch Gedanken, die harsche Kritik an den US Open oder auch der sorglose Umgang mit Nähe bei der aktuell laufenden Adria Tour - Novak Djokovic polarisiert im Moment wie kein zweiter Tennisspieler.
Kritik gab es von vielen Seiten - vor allem für seine Meinungen zu den nicht sportlichen Themen, die der 32-Jährige über die sozialen Netzwerke direkt an Millionen von Followern weitergab. "Die Leute weisen immer auf die Verantwortung hin, die ich trage", so der 17-fache Grand-Slam-Turniersieger. Dabei gehe es auch um "die Tatsache, dass jede Information, die ich weitergebe, einen erheblichen Einfluss hat in Bezug auf ihre Reichweite. Ich sage nicht, dass ich in dieser Hinsicht schuldlos bin", gab Djokovic zu.
Die ehemalige French-Open-Doppelsiegerin Mary Carillo etwa entrüstete sich über einen Instagram-Live-Chat des Tennis-Stars mit seinem Freund und selbst ernannten Alchemisten Chervin Jafarieh. "Ich bin sehr verstört, dass Djokovic und der andere Typ sagen, dass man giftiges Wasser in Trinkwasser umwandeln kann", monierte die US-Amerikanerin.
Er kenne "einige Leute, die durch energetische Transformationen, durch die Kraft von Gebeten, durch die Kraft von Dankbarkeit, das giftigste Essen oder vielleicht das giftigste Wasser in das Wasser mit der größten Heilkraft verwandelt haben", hatte Djokovic im Gespräch mit Jafarieh erklärt und sich dabei offenbar auf Erkenntnisse des 2014 verstorbenen Parawissenschaftlers Masaru Emoto bezogen.
Herbe Kritik an Djokovic nach Impf-Aussage
Ähnlich negativ fielen die Reaktionen aus, als Djokovic Mitte April klarstellte, dass er nichts von einer Impfung gegen das Corona-Virus halte, sollte es diese irgendwann geben. "Ich persönlich bin gegen Impfungen. Ich möchte nicht, dass mich jemand zwingt, einen Impfstoff einzunehmen, um reisen zu können", teilte Djokovic seiner Anhängerschaft auf Facebook mit. Zuvor waren Debatten aufgeflammt, ob es im globalen Tennissport den Profis nicht zur Auflage gemacht werden soll, sich zu impfen.
Die Aussagen sorgten für mächtig Aufsehen, auch in seinem Heimatland Serbien. Der Epidemiologe Predrag Kon, Mitglied des nationalen Krisenstabs, belehrte den wohl populärsten Sportler des Landes öffentlich: "Ich wünschte mir, ich hätte die Gelegenheit gehabt, Djokovic die Bedeutung und den immensen Beitrag von Impfungen für die Gesundheit der Bevölkerung zu erklären", so der Virus-Experte.
Fußballspiel und Video-Meeting - Djokovic zieht Unmut auf sich
In den vergangenen Tagen musste sich der Serbe dann im Rahmen der von ihm initiierten Adria Tour Kritik gefallen lassen, nachdem er bei einem Fußballspiel mit einigen Profi-Kollegen wie Alexander Zverev und Dominic Thiem keinerlei Abstand hielt. Die Bilder, wie die Tennis-Stars sich nach Toren umarmten und abklatschen, kamen nicht gut an - zumal Djokovic kurz zuvor die US Open für deren Corona-Konzept kritisiert hatte und durchblicken ließ, das Event auslassen zu wollen.
"Es ist eine riesige Möglichkeit für die Profis, wieder etwas Geld zu verdienen. Und dann kommt der Weltranglistenerste und sagt, dass es zu schwierig ist, nur eine Person mitzubringen und nicht seine ganze Entourage", hielt US-Profi Danielle Collins dem Superstar auf Instagram vor. "Es wäre wirklich schön, wenn der beste Spieler der Welt diese Möglichkeit unterstützen und das Ganze nicht für Sportler und Fans zerstören würde."
Darüber hinaus zog sich Djokovic den Unmut der Szene zu, nachdem er an einem Video-Meeting zur aktuellen Lage im Tennis mit rund 400 Spielern, Trainern und Funktionären nicht teilgenommen hatte. "Es ist nicht respektvoll, seine Meinung per Interview und WhatsApp kundzutun, wenn solch ein Meeting angesetzt ist", machte Dirk Hordorff, Vizepräsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB), keinen Hehl aus seiner Meinung.
"Ich bin kein Roboter"
Djokovic betonte unterdessen, dass ihm Werte wie "Gleichberechtigung, Fairness und Respekt" wichtig seien. Seine Meinung lasse er sich aber nicht verbieten. "Ich habe meine Sicht der Dinge dargelegt, weil ich das Recht dazu habe und mich verantwortlich fühle, Themen anzusprechen, die die Tenniswelt betreffen", hatte der amtierende Australian-Open-Champion vor rund zwei Wochen gesagt.
Dieser Linie will Djokovic treu bleiben. "Ich bin ein Mensch und habe keine Probleme damit, zuzugeben, wenn ich falsch liege. Ich bin schließlich kein Roboter und kann mein Leben nicht in einer Blase verbringen - denn so bin ich nicht."
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