Porsche Tennis Grand Prix - Iga Swiatek peilt nach Dopingsperre, Kritik und Beleidigungen wieder Titel an: "Hoffe, meine Waffen einsetzen zu können"
Iga Swiatek mag die Nummer zwei der Weltrangliste sein, nach schweren Monaten mit unschönen Vorfällen durchläuft die einstige Dominatorin aber eine Findungsphase. Der Porsche Tennis Grand Prix kommt zum idealen Zeitpunkt - die Polin gewann den Wettbewerb bereits zweimal. Schöne Erinnerungen, die ihr die Hoffnung geben, "meine Waffen einsetzen zu können", wie Swiatek im Eurosport-Interview sagt.
Swiatek exklusiv: "Hoffe, meine Waffen einsetzen zu können"
Quelle: Eurosport
Als Sportliche Leiterin des Porsche Tennis Grand Prix hat Anke Huber ein gutes Gespür für die Spielerinnen. Fragt man die Australian-Open-Finalistin von 1996 nach Iga Swiatek, bekommt man sehr viel Positives zu hören.
"Ich erlebe sie sehr locker, lockerer sogar als in den Jahren zuvor. Iga ist aufgeschlossener, offener, macht einen sehr positiven Eindruck", berichtet Huber im Gespräch mit Eurosport.de: "Ich habe sie hier in Stuttgart ein paar Minuten beim Training gesehen, aber wie gut sie spielerisch darauf ist, kann ich nicht einschätzen."
Das dürfte auch der Konkurrenz so gehen. In den Spielzeiten 2023 und 2024 gewann Swiatek elf Turniere, darunter zweimal die French Open, die WTA Tour Championships und fünf Events der 1000er-Kategorie. 125 Wochen lang war es ihr Name, der im Ranking ganz oben stand.
Nur: Die Rolle der klar besten Spielerin der Welt musste sie längst an Aryna Sabalenka abtreten. Auch, weil im November des vergangenen Jahres die Meldung einschlug, dass Swiatek bereits im August positiv auf die verbotene Substanz Trimetazidin - eigentlich eine Arznei für die Langzeitbehandlung von Angina pectoris - getestet wurde.
Swiatek tankt Kraft in Polen
Die insgesamt einmonatige Sperre empfanden einige Kolleginnen als zu milde, die Debatte wurde emotional. Sie habe damals "drei Wochen lang jeden Tag geweint", ließ Swiatek wissen.
Nach dieser "schwierigsten Erfahrung des Lebens" präsentierte sie sich nach der Rückkehr auf die Tour in guter Verfassung, für einen Titel aber reichte es seitdem nicht mehr.
Obendrein geriet der Tennis-Star in die Kritik, nachdem ein aus Wut weggedroschener Ball beim Wettbewerb in Indian Wells nur knapp ein Ballkind verfehlte. Swiatek räumte später ein, "nicht stolz" auf den Aussetzer zu sein, prangerte aber auch die "harten Verurteilungen" ihr gegenüber an.
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Highlights: Swiatek scheitert sensationell an Wild-Card-Teilnehmerin
Quelle: Perform
Kurz darauf kam es zu einem hässlichen Zwischenfall beim Folgeturnier in Miami. Die Warschauerin wurde von einem Zuschauer verbal angegriffen und beleidigt, die WTA reagierte mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen, um die Spielerin zu schützen.
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Swiatek: "Stuttgart ist ein guter Platz, genau das zu tun"
"Sie haben schnell reagiert, ich habe mich dann sicher gefühlt", erzählt Swiatek bei Eurosport. Was ihr außerdem geholfen habe, sei die Zeit in ihrer polnischen Heimat gewesen: "Ich kann da zwar nicht einfach rausgehen, weil ich doch so etwas wie berühmt bin in meinem Land, aber ich habe dort Unterstützung und Freunde." Über den Tennis-Zirkus habe sie eher wenig nachgedacht und stattdessen "ein ruhiges Leben" geführt.
Wohlwissend, dass sich dies wieder ändern wird, denn auch beim Porsche Tennis Grand Prix steht Swiatek im Fokus der Medien und Fans. Allerdings freut sie sich darauf. "Der Wechsel auf Sand ist immer spannend, zumal es der Belag ist, auf dem ich mich am wohlsten fühle", so die fünfmalige Grand-Slam-Turniersiegerin: "Ich hoffe, meine Waffen einsetzen und mein Spiel zeigen zu können. Stuttgart ist ein guter Platz, genau das zu tun."
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Iga Swiatek beim Porsche Tennis Grand Prix in Stuttgart
Fotocredit: Getty Images
Dabei reiche es aber nicht aus, sich auf die Meriten der Vergangenheit zu verlassen. "Es ist gut, zurückzukommen und diese schönen Erinnerungen zu haben, aber das ändert nichts daran, was in der Zukunft passieren wird", betont Swiatek. Ein hilfreicherer Faktor ist da schon die Tatsache, dass sie ihre bislang letzten drei Titel allesamt auf Sand geholt hat.
Nadal als spielerisches Vorbild: Swiatek und der Topspin
Kann Swiatek auf dem roten Belag ihr bestes Level erreichen, dürfte es bald vorbei sein mit der gut zehnmonatigen Titel-Durststrecke. Der Grund liegt auf der Hand: Das Spiel der Polin ist an jenes angelehnt, dass Sandplatzkönig Rafael Nadal zur Legende machte. "Meinen Spielstil habe ich mir wohl von ihm abgeschaut", verriet die 23-Jährige mal dem "Tennis Magazin".
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Rittner zu Dopingfällen Sinner und Swiatek: "Klarheit fehlt"
Quelle: Eurosport
Sie liebe es, wie Nadal "mit viel Topspin auf die Bälle zu schlagen. Mein erster Trainer hat mir auch gesagt, dass es für ein Mädchen ungewöhnlich ist, mit Topspin zu spielen. Er hat mir geraten, mich darauf zu fokussieren, da es eines Tages eine große Stärke sein wird."
Der Topspin dürfte eine jener "Waffen" sein, die Swiatek in der Porsche Arena einsetzen und ausspielen möchte. Zum Auftakt bekommt es die Mitfavoritin, die in Runde eins ein Freilos hatte, mit der Kroatin Jana Fett zu tun. Alles andere als ein Sieg wäre ein herber Rückschlag, denn Stuttgart ist auch ein wichtiger Härtetest für die French Open Ende Mai.
Lockerheit ist Trumpf bei Swiatek
Im Stade Roland-Garros nämlich will Titelverteidigerin Swiatek spätestens wieder die Alte sein und den Sandplatz-Klassiker zum vierten Mal (!) in Serie und zum insgesamt fünften Mal für sich entscheiden.
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Finale: Swiatek nach Rückstand gnadenlos zum Titel - Highlights
Quelle: Eurosport
Es ist fast nicht zu glauben, dass Swiatek bei all ihren Erfolgen, Wochen als Nummer eins und auch schweren Phasen gerade einmal 23 Jahre alt ist und einen Großteil ihrer Laufbahn noch vor sich haben dürfte.
Die neue Lockerheit, die Huber an der Polin festgestellt hat, dürfte eine clevere Idee sein, um die Karriere wieder in die gewohnten (Erfolgs)bahnen zu lenken.
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Lys exklusiv: "Ziel ist es, das Lucky zu streichen"
Quelle: Eurosport
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