Toni Nadal spricht über Rafael Nadal: "Tennis ist ihm derzeit egal"

Tennis ist Rafael Nadal in Zeiten der Corona-Pandemie ziemlich "egal". Das berichtete Toni Nadal, Onkel und ehemaliger Trainer des Superstars, gegenüber der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo". Die Gefahr, dass der Weltranglisten-Zweite den Fokus auf seinen Sport und das Gefühl für sein Spiel verliert, sieht der 59-Jährige aber nicht. Ältere Spieler wie Rafael Nadal seien sogar im Vorteil.

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Der Kampf um den Grand-Slam-Rekord sollte das große Tennis-Thema dieser Saison werden. Eigentlich. Novak Djokovic schnappte sich zu Jahresbeginn bei den Australian Open Titel Nummer 17 und rückte damit näher an Rafael Nadal (19) und Roger (20) heran.
Dann kam das Coronavirus und nach dem ersten Schock hitzige Debatten um Turnierverlegungen, gekrönt vom Alleingang der French Open.
Toni Nadal, selbst Turnierdirektor des ATP-Turniers von Mallorca, hat deshalb im Interview mit der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo" klargestellt: "Es zählt jetzt das Coronavirus, nicht der Tennissport." Das sehe auch sein Neffe Rafael Nadal so:
Für die Profis bedeutet die aktuell bis mindestens 13. Juli anberaumte Zwangspause eine besondere Herausforderung. Es gilt, sich unter erschwerten Bedingungen körperlich fit zu halten und das Gefühl für den Schläger nicht zu verlieren.

Youngster im Nachteil gegenüber Routiniers

Aus der Sicht von Toni Nadal dürfte dies den Jüngeren auf der ATP Tour mehr Probleme bereiten. "Ein junger Spieler, der sich noch in der Lernphase befindet, ist nicht mit einem fertigen Profi zu vergleichen, der sicher schneller wieder in den Rhythmus seiner Karriere findet", so der 59-Jährige.
Sein Neffe Rafael, den er bis Ende 2017 trainierte, habe es "schwer gehabt, den Ball wieder sauber zu treffen, wenn er als Kind eine Woche lang nicht gespielt hat". Mit zunehmender Erfahrung habe sich das gegeben. Inzwischen hat der 33-Jährige 19 Grand-Slam-Erfolge auf dem Konto, eine längere Auszeit sei daher kein Problem, so Toni Nadal:
Ein echter Vorteil in einer Saison, in der niemand weiß, wann und ob es tatsächlich weitergehen kann. Nadal darf aber noch immer hoffen, seinen French-Open-Rekord auf 13 Titel auszubauen. Die Veranstalter haben den Sandplatz-Klassiker ohne Absprache mit Verbänden und anderen Turnieren in den September verlegt.

Toni Nadal verteidigt French-Open-Entscheidung

Nicht ganz unerwartet mag sich Toni Nadal dem Sturm der Kritik nicht anschließen, ganz im Gegenteil: Der Mallorquiner verteidigt das Vorgehen. "Es gibt Leute, die sich darüber beschwert haben, nicht konsultiert worden zu sein, aber wenn ich Roland Garros bin, dann konsultiere ich sie eben nicht. Ich mache mir Sorgen um mein Turnier, ohne Zeit damit zu verschwenden, andere zu fragen."
Insgesamt aber bleibt Nadal skeptisch, was die Aussichten betrifft, die Tour in diesem Jahr fortzusetzen. "Was ist, wenn im Oktober eine weitere Welle zurückkehrt? Wie viele Länder werden keine Mobilitätseinschränkungen vornehmen? Ich weiß es nicht - und Tennis ist eine Sportart, bei der viele Menschen von einem Land in ein anderes reisen."
Es sieht ganz so aus, als ob der Kampf um den Grand-Slam-Rekord auf die Saison 2021 vertagt werden müsste.
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