US Open - Alexander Zverev: Warum die Schwäche von Novak Djokovic keine ist

Alexander Zverev und Novak Djokovic kreuzen wie erwartet im Halbfinale der US Open die Klingen. Die Auslosung wollte es so, dass sich die Wege der Nummer eins der Welt und des Olympiasiegers schon vor dem Endspiel begegnen. Ein Favorit ist schwer auszumachen, wenngleich Djokovic Schwächen zeigte und in den vergangenen drei Runden einem Rückstand hinterherlief. Genau darin aber liegt eine Gefahr.

Alexander Zverev - US Open

Fotocredit: Getty Images

Novak Djokovic hat sich ein wenig zum Spätstarter entwickelt. "Er kommt nach anderthalb oder zwei Stunden richtig gut in Fahrt und beendet die Matches dann jeweils sehr stark", stellt auch Eurosport-Experte Boris Becker, der den Serben von 2013 bis 2016 coachte, fest.
Sowohl gegen Kei Nishikori in Runde drei als auch in den darauffolgenden Partien gegen Jenson Brooksby und Matteo Berrettini musste Djokovic den ersten Satz abgeben. Gegen Außenseiter Brooksby, als Nummer 99 der Welt gerade noch so in den Top 100 zuhause, setzte es gar ein 1:6.
Man könnte an Djokovics Stelle nun ins Grübeln kommen, ob das Niveau stimmt, um den historischen Grand Slam zu schaffen.
"Novak lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen", insistiert Becker. Ganz im Gegenteil: "Er zermürbt dich über die Länge des Matches. Es ist fast eine Strategie von ihm, die Gegner erstmal zu zermürben, um sie dann zu schlagen."
Kurioserweise lief es beim bis dato letzten Vergleich mit Zverev genau umgekehrt.

Zverev surft noch immer die Olympia-Welle

Djokovic zeigte dem Deutschen im Olympia-Halbfinale von Tokio zunächst die Grenzen auf, gewann Satz eins klar mit 6:1. Zverev wartete damals ab, ehe er Mitte des zweiten Satzes den Turbo zündete und den Rekord-Grand-Slam-Champion ausmanövrierte.
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Zverev kämpft Djokovic im Olympia-Halbfinale 2021 nieder

Quelle: Eurosport

Apropos Olympia.
Zverev hat nicht nur das Hochgefühl und die Leistung aus Japan mitgenommen nach New York. Regelmäßig sitzt der Hamburger im roten Team-D-Shirt auf den Pressekonferenzen, auch die Goldmedaille ist dabei.
Dieses neue Selbstverständnis des Champions strahlt er in jedem Match aus.
Mit dem Wissen, derzeit fast immer der bessere Spieler zu sein, steckt Zverev Rückschläge in den Partien wesentlich cooler weg als noch vor den Olympischen Spielen. Dazu kann er sich auf seinen Aufschlag verlassen, die "schärfste Waffe" im Arsenal des 24-Jährigen, wie Becker betont.

Anforderung gegen Djokovic? "Du musst perfekt sein"

Ob es gegen Djokovic reicht?
"Du musst perfekt sein, sonst gewinnst du gegen ihn nicht", erklärte Zverev auf der Pressekonferenz nach seinem 7:6 (8:6), 6:3, 6:4-Erfolg im Viertelfinale gegen Lloyd Harris. "Meistens kannst du aber nicht perfekt sein, deshalb verlieren die Leute meistens gegen ihn."
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US Open : US OPEN - Feature Djokovic vs Zverev

Quelle: Eurosport

Zverev hat immerhin bei neun Begegnung schon dreimal gegen den 20-fachen Grand-Slam-Turniersieger gewonnen. Er weiß also, was zu tun ist. "Gegen Novak muss man das Match selbst gewinnen. Du musst derjenige sein, der die Ballwechsel dominiert - und darfst dir gleichzeitig nur sehr wenige unerzwungene Fehler leisten. Novak ist der beste Spieler der Welt und entsprechend nur sehr schwer zu schlagen", so der Weltranglistenvierte, der beim Duell mit Harris allerdings Rückenprobleme bekam.

Djokovic weist Frage nach Grand Slam zurück

Djokovic hat derweil in einen neuen Modus geschalten. Auf der Zielgeraden seiner Jagd nach dem Grand Slam und dem 21. Major-Titel will der 34-Jährige plötzlich nicht mehr über die historische Chance sprechen.
Er habe die Frage danach "so oft schon" gestellt bekommen. "Ich habe sie schon zigfach beantwortet und habe genug davon, sie weiterhin zu beantworten. Ich habe millionenfach gesagt, dass mir die historische Tragweite bewusst ist und mir das Extramotivation gibt", ließ er die Presse wissen, nachdem er die Frage im On-Court-Interview nach dem Viertelfinale bereits zurückgewiesen hatte.
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Djokovic nach Viertelfinalsieg: "Frag' mich bitte nicht danach"

Quelle: Eurosport

Wenn er nun "anfange, darüber zu viel nachzudenken, dann belastet mich das", ergänzte Djokovic. Dem Branchenprimus ist klar, dass ihm mit Zverev der Kontrahent gegenübersteht, der ihm am gefährlichsten wird im Moment.

Faktor best-of-five: Djokovic liebt es

Was zweifelsohne für Djokovic spricht, ist das Best-of-Five-Format bei Grand-Slam-Events. Es lässt ihm genug Zeit, seine Extraklasse zu entfalten, Rückstände zu drehen. 26 Siege in Serie hat er bei den Major-Turnieren - Stand jetzt - eingefahren.
"Ich spiele sehr gerne best-of-five, vor allem gegen die Jüngeren. Die Erfahrung hilft mir und ich fühle mich physisch so fit wie jeder andere Spieler da draußen. Ich mag diese lange Distanz und je länger ein Match dauert, desto weniger Probleme habe ich. Ich bin der Meinung, dass ich dabei bessere Siegchancen habe als alle meine Gegner", erläuterte Djokovic.
Zum Spätstarter will er aber nicht dauerhaft werden. "Am liebsten gewinne ich in drei Sätzen." Zverev sollte also besser auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.
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Brutale Steigerung im Match - die Highlights zum Djokovic-Sieg

Quelle: Eurosport

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