US Open: Carlos Alcaraz legt phänomenalen Auftritt hin - fünf Stunden für die Ewigkeit in New York
Carlos Alcaraz hat bei den US Open gegen Jannik Sinner ein Viertelfinale gewonnen, das ein eigenes Kapitel in der Turniergeschichte bekommen wird. Mehr als fünf Stunden und bis kurz vor 3:00 Uhr in der Nacht lieferten die Youngster Highspeed-Tennis der Extraklasse. Die beiden Profis nahmen ihrem Sport dabei eine Angst, die seit Jahren umhergeistert. Alcaraz holt nun zum ganz großen Schlag aus.
Viertelfinale: Alcaraz gewinnt Thriller gegen Sinner - Highlights
Quelle: Eurosport
Eine Liebeserklärung an den Tennissport.
Nichts anderes war das epochale Viertelfinale zwischen Carlos Alcaraz und Jannik Sinner. Dass die Partie im größten Tennisstadion des Planeten stattfand? Nur angemessen!
Wer dabei war im Arthur Ashe Stadium, hat einen Blick in die Zukunft erhascht. Der Spanier und der Italiener, in der Addition jünger als Roger Federer alleine, lieferten den Beweis: Es kann und wird historische Matches geben, die ohne Beteiligung der Big 4 um den Schweizer, Rafal Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray auskommen.
So gesehen haben Alcaraz und Sinner ihrem Sport die Angst geraubt, es könnte in den kommenden Jahren weniger spektakulär zugehen im Tennis. Und das, obwohl weder der eine noch der andere vorher über ein Viertelfinale bei einem der vier Major-Wettbewerbe hinausgekommen war.
Alcaraz steckt alle Rückschläge weg
Alcaraz hat diese Hürde nun genommen. 5:15 Stunden hat er dafür gebraucht, musste im vierten Satz einen Matchball seines Gegners abwehren und im fünften einem Breakrückstand hinterhereilen. Es war phänomenal, wie der Teenager die Talsohlen der Partie durchschritt.
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Sensations-Ball von Alcaraz - hinterm Rücken gekontert!
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Enttäuschung, Wut, Erstaunen, Zweifel, Hoffnung - diese Emotionen zeichneten sich im in erster Linie im Gesicht von Coach Juan Carlos Ferrero ab, der auf der Tribüne eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebte.
Eine mit glücklichem Ausgang - und zwar exakt um 2:50 Uhr Ortszeit mitten in der Nacht. Nie zuvor ging eine Partie bei den US Open so spät zu Ende.
Sinner: "Weiß nicht, was den Unterschied ausmachte"
Die maßgebenden Statistiken gaben wider, wie eng es war. Alcaraz hatte etwas mehr Punkte (199:183), etwas weniger Winner (58:61) und eine marginal kleinere Punktquote über den ersten Aufschlag (63%:64%) zu Buche stehen als der Südtiroler.
In einer Kategorie aber war er deutlich besser: Alcaraz hielt die Zahl der unerzwungenen Fehler (38:63) niedriger. Ein Schlüssel für den Einzug ins Halbfinale.
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Nerven wie Drahtseile - Alcaraz wehrt Matchball gegen Sinner ab
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Sinner wirkte indes ein wenig ratlos auf der Pressekonferenz. "Ich weiß nicht, was letztlich den Unterschied ausgemacht hat, da muss ich erst mit meinem Team sprechen", gab der 21-Jährige zu. "Ich hatte schon ein paar harte Niederlagen, diese jetzt wird es in die Topliste schaffen. Es wird noch eine Weile wehtun." Wenn er aber geschlafen habe und wieder aufstehe, werde er "versuchen das Positive zu sehen".
Auf Alcaraz wartet indes ein Mann im Halbfinale, der ebenfalls zu jenen Kandidaten gehört, die den Sport in Zukunft prägen dürften: Frances Tiafoe. Der US-Amerikaner hat sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie es in seiner Branche weitergehen kann. "Ich glaube nicht, dass es Big 3 sein werden, eher Big 12", erläuterte der 24-Jährige in New York.
Tiafoe sicher: Big 12 statt Big 3
Es werde wohl "jemanden geben, der sich an der Spitze etabliert". Dieser Prozess sei "noch im Gange". Aber: "Es ist cool, eine neue Ära zu sehen." Zunächst beginnt die von Tiafoe ausgerufene neue Zeitrechnung mit einem frischen Grand-Slam-Champion. Keiner der vier Halbfinalisten triumphierte bislang bei einem Major-Event. Am nächsten kam dem Casper Ruud, der in diesem Jahr das Endspiel der French Open gegen Rafael Nadal verlor.
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Interview nachts um 3:00 Uhr - das sagt Alcaraz zum Krimi
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Sollte der Norweger oder Alcaraz das Finale von Flushing Meadows erreichen, gibt es zudem einen Debütanten auf Platz eins der Weltrangliste. Und: Sollte es Alcaraz sein, der die Spitze übernimmt, wäre gleich noch ein Rekord gebrochen. Der 19-Jährige würde als jüngster männlicher Profi der Geschichte den Platz an der Sonne einnehmen.
Clever sei es aber nicht, darüber schon jetzt zu spekulieren, sagt Tennis-Ikone John McEnrore im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de. "Wenn ich in Carlos' Umfeld wäre, würde ich als Letztes darüber reden, dass er die Nummer eins werden kann", so der einstige Weltranglistenerste.
Alcaraz: Bloß keine Luftschlösser bauen
Es ist aber nicht davon auszugehen, dass Alcaraz sich jetzt Luftschlösser zusammenbaut. "Die Sache mit der Nummer eins ging mir im Match nicht durch den Kopf, da gilt der Fokus nur dem Spiel", berichtete der Weltranglistenvierte.
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Teufelskerl Alcaraz stürzt und gewinnt Weltklasse-Rally gegen Sinner
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Neben seinem offiziellen Team hat der junge Mann aus dem Südosten Spaniens überdies seinen älteren Bruder Alvaro in New York dabei, der dem Vernehmen nach ein waches Auge auf Carlos hat. Er wolle "jetzt den Moment genießen" und sich über sein erstes Halbfinale der Karriere freuen, betonte Alcaraz.
Klingt so, als ob auch diese Partie eine Liebeserklärung an den Tennissport werden könnte.
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Entscheidung nach 5:15 Stunden - hier macht Alcaraz alles klar
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