Michael Stich wird wegen Off-Court-Coaching deutlich: "... dann soll er sich einen anderen Job suchen"

Ex-Wimbledon-Sieger Michael Stich hat seinen Unmut über das geplant Coaching auf der ATP Tougeäußert. "Wenn ein Spieler nicht dazu in der Lage ist, seine Probleme auf dem Platz selbst zu lösen, dann soll er sich einen anderen Job suchen", sagte der 53-Jährige während der Partie zwischen Rafael Nadal und Taylor Fritz am "Sky"-Mikrofon. "Das muss ich so hart sagen. Das wird ein Kasperltheater."

Michael Stich hält nichts vom Off-Court-Coaching

Fotocredit: Imago

Das Coaching während eines Spiels war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand hitziger Diskussionen. Bislang war Spielern und Trainer der verbale Austausch während einer Partie untersagt. Dennoch hielten sich nicht immer alle Beteiligten an die Regel.
Ein prominentes Beispiel ist der griechische Superstar Stefanos Tsitsipas und dessen Vater und Coach Apostolos.
Regelmäßig hatte Tsitsipas senior seinen Sohn verbotenerweise gecoacht. Dies sorgte sogar dafür, dass eine "Undercover"-Schiedsrichterin mit Griechischkenntnissen bei den Australian Open in der Nähe des Trainers platziert wurde, um etwaige Verstöße weiterzugeben.
Mit derlei Maßnahmen könnte bald Schluss sein.

ATP führt Coaching auf Testbasis ein

Die ATP hat unlängst eine Regeländerung angekündigt, die im Anschluss ans Wimbledon-Finale greifen soll.
Zwischen dem 11. Juli und Jahresende soll eine Testphase starten, in der das Coaching unter bestimmten Auflagen erlaubt ist. So muss der Trainer etwa auf einem extra ausgewiesenen Platz sitzen und von dort aus seine verbalen und nonverbalen Anweisungen geben.
Ein Umstand, der die Szene in Befürworter und Kritiker spaltet. Während Erfolgstrainer Patrick Mouratoglou die Legalisierung begrüßte und der ATP sogar Glückwünsche für die Entscheidung aussprach, äußerte Rafael Nadals Coach Carlos Moya im exklusiven Gespräch mit Eurosport seine Bedenken.

Moya und Kyrgios kritisieren Regeländerung

"Ich bin absolut dagegen, die Arbeit des Trainers muss vor dem Spiel erledigt sein", sagte der Spanier. Auch Nick Kyrgios scheint nicht viel von der Regeländerung zu halten.
"Tennis verliert eine der wenigen einzigartigen Eigenschaften, die keine andere Sportart hatte", schrieb der Australier seinerzeit auf Twitter und schob nach: "Was passiert, wenn ein berühmter Spieler gegen einen Spieler mit niedrigem Rang antritt, der keinen Trainer hat oder sich keinen leisten kann?"
Mit Stich haben die Kritiker nun einen prominenten Unterstützer hinzugewonnen.
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Quelle: Eurosport

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