Novak Djokovic hat im Wimbledon-Halbfinale gegen Jannik Sinner die perfekte Bühne: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Novak Djokovic hat mit dem Halbfinaleinzug in Wimbledon die Pflicht erfüllt, nun wartet die Kür. Erfolge gegen Top-25-Profis wie Alex de Minaur (Achtelfinale) oder Flavio Cobolli (Viertelfinale) wurden dem 38-Jährigen zugetraut, Siege gegen die Dominatoren Jannik Sinner und Carlos Alcaraz eher nicht. Doch genau die braucht es nun für den letzten großen Traum. Wimbledon wäre die perfekte Bühne.

Novak Djokovic in Wimbledon

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Vier Niederlagen in Serie musste Novak Djokovic zuletzt einstecken gegen Jannik Sinner - in der Halle, auf Hartplatz, auf Sand. Aber der heilige Rasen im All England Club? Das ist eine andere, seine Welt.
Hier scheint für die Tennis-Ikone noch möglich, was andernorts kaum mehr realistisch erscheint: ein Grand-Slam-Titel, eine Zeitreise zurück zu größten Erfolgen. In eine Epoche, die 2023 endete, als Djokovic bei den US Open seine bis dato letzte Major-Krone holte. Seitdem haben Jannik Sinner und Carlos Alcaraz die Grand-Slam-Events untereinander aufgeteilt.
In Wimbledon aber besteht Hoffnung. Djokovic habe "die große Fähigkeit der Antizipation, gerade auf diesem Belag. Er kann das Spiel seines Gegners unglaublich gut lesen", erklärte der einstige Wimbledon-Champion Michael Stich bei "Prime Video".
In den Partien gegen seine immer jünger werdenden Herausforderer komme es zwangsläufig zu "Spielsituationen, in denen seine Gegner immer wieder gewisse Muster wiederholen. Er durchbricht diese Muster gerne", erläuterte Stich. Darüber hinaus müsse man es "erst einmal hinbekommen, sich in seinem Alter noch so zu bewegen, ohne sich zu verletzen".

Djokovic rutscht böse aus: "Hoffentlich ist alles gut ..."

Da konnte Stich freilich nicht wissen, dass Djokovic sich kurz vor Schluss seines Viertelfinals gegen Flavio Cobolli einen "bösen Ausrutscher" leisten und unsanft auf dem Rasen aufschlagen würde. Ein Missgeschick, das im Hinblick auf den Showdown mit Sinner am Freitag (beide Halbfinals ab 14:30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) noch wichtig werden könnte.
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Novak Djokovic in Wimbledon

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"Ich habe es geschafft, das Spiel zu beenden. Aber ja, ich muss es mir mit meinem Team und den Physios genauer ansehen. Hoffentlich ist alles gut in zwei Tagen", ließ Djokovic in einer ersten Reaktion wissen. Eine Ansage, die einen gewissen Interpretationsspielraum lässt.

Fragen zu Sinners Ellbogen unerwünscht

Sinner, der sein parallel laufendes Viertelfinale gegen Ben Shelton gut eineinhalb Stunden vorher beendet hatte, wollte auf die Frage nach dem Zustand seines angeschlagenen rechten Ellbogens nicht wirklich konkret eingehen.
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Jannik Sinner und der rechte Ellbogen - ein Thema in Wimbledon

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"Wenn man in einem Match mit viel Anspannung ist, versucht man, nicht daran zu denken. Seit gestern, als ich 20 Minuten auf dem Trainingsplatz mit meinen Trainern war, ist es viel besser geworden", erläuterte der 23-Jährige.
"Prime-Video"-Expertin Andrea Petkovic wusste gar zu berichten, dass beim kurzen Interview-Termin mit Sinner auf der Anlage Fragen zum Ellbogen ausdrücklich nicht erwünscht waren. Die körperliche Verfassung könnte durchaus zum Faktor werden im Halbfinale - und es wäre wenig verwunderlich, wenn beide Profis sich diesbezüglich nicht ganz in die Karten schauen lassen.

Formcheck? Kaum Unterschiede bei Djokovic und Sinner

Formtechnisch sind nur marginale Unterschiede festzustellen. Der Italiener präsentierte sich in den ersten Runden überragend, bis er im abgebrochenen Achtelfinale gegen Grigor Dimitrov bei 0:2 Sätzen vor dem Knockout stand. Gegen Shelton war der Branchenprimus stabil.
Djokovic wiederum startete gut bis sehr gut, verlor aber in den vergangenen beiden Runden jeweils den ersten Satz. Umso beeindruckender, wie der Routinier die Partien drehte, selbst wenn er dabei nicht immer auf höchstem Level agierte.
Bedeutet: Es sind alle Zutaten vorhanden für ein Spektakel im Duell der Generationen, wobei man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass Djokovic psychologisch die etwas bessere Grundvoraussetzung mitbringt.

Djokovic hat eine Gewissheit

"Die Gefühle sind dieses Mal ganz anders", räumte der Südtiroler nach dem Halbfinaleinzug ein und spielte damit auf den glücklichen Abbruchsieg gegen Dimitrov an. Schon nach dieser Partie hatte Sinner zugegeben, sich nicht wirklich wie der Gewinner zu fühlen.
Djokovic dagegen hat die Gewissheit, dass seine Rasenbilanz gegen Sinner bei 2:0 steht. Dazu bedeute es ihm "die Welt, mit 38 Jahren noch in der entscheidenden Phase von Wimbledon dabei sein zu können". Eindeutig ein Understatement, das nur bedingt verschleiern kann, dass der Superstar nichts anderes als den achten Titel an der Church Road im Kopf hat.
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Sinner über Halbfinale gegen Djokovic: "Wird harte Herausforderung"

Quelle: Perform


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