Sperrstunde in Wimbledon: Darum müssen Taylor Fritz, Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff ihre Matches unterbrechen
VonJan Zesewitz
Update 03/07/2025 um 09:10 GMT+2 Uhr
Taylor Fritz, Alexander Zverev - und nun ist auch Jan-Lennard Struff betroffen: Diese Stars mussten ihre Partien in Wimbledon vor 23:00 Uhr unterbrechen und am nächsten Tag fortsetzen. Bei den Championships herrscht eine strenge Sperrstunde. Bei den Spielern sorgte dies manches Mal für Unmut - immerhin wird ihnen dadurch meist der Ruhetag genommen. Das sind die Regeln des Wimbledon-"Curfew".
In Wimbledon gibt es eine strenge Sperrstunde
Fotocredit: Getty Images
"Bei der Sperrstunde um 23:00 Uhr handelt es sich um eine Planungsbedingung, die angewandt wird, um die Rücksichtnahme auf die Anwohner mit dem Ausmaß einer internationalen Tennisveranstaltung, die in einem Wohngebiet stattfindet, in Einklang zu bringen", hieß es in einem Statement der Veranstaltung aus dem Jahr 2018.
Das strikte Ende war nicht immer eine Regel bei dem Grand-Slam-Turnier - sie war auch nicht nötig. Sie wurde im Jahr 2009 eingerichtet, seit ein Dach den Centre Court schmückt.
Zuvor mussten die Spiele wegen des schwindenden Tageslichts vorzeitig abgebrochen werden - so wie heute noch auf einigen Außencourts, was Jan-Lennard Struff in seiner Zweitrunden-Partie gegen Felix Auger-Aliassime erfahren musste, nachdem ihm nach großem Kampf der Satzausgleich zum 1:1 gelungen war.
"Die Verkehrsanbindung und damit verbundene sichere Heimkehr der Besucher ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt", hieß es von offizieller Seite. Darum ist um 23:00 Uhr Schluss - auch auf Court No. 1, der inzwischen ebenfalls ein Dach hat. Dort musste Fritz gegen Mpetshi Perricard vorzeitig enden.
Keine solche Regel bei anderen Grand Slams
2012 gab es eine Ausnahme: Damals schlug Andy Murray Marcos Baghdatis und verwandelte den Matchball um genau 23:02 Uhr. "Flexibilität und gesunder Menschenverstand behielten die Oberhand", kommentierte Stephen Alambritis, der Vorsteher des Merton Council, des Stadtrats, der über dieses Gebiet Londons entscheidet.
Bei den anderen Grand-Slam-Turnieren sind derartige Regeln nicht in Kraft. Im vergangenen Jahr schlug Novak Djokovic Lorenzo Musetti in Roland-Garros nach drei Uhr morgens, ein Jahr zuvor bekämpften sich Jannik Sinner und Alexander Zverev bis zwei Uhr morgens bei den US Open.
Auch diese Marathon-Matches bis in die frühen Morgenstunden sorgten häufiger für Kritik. In Wimbledon kann den Spielern das nicht passieren. Im All England Club gehen die Uhren seit jeher ein wenig anders als im Rest der Tennis-Welt.
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