Wimbledon: Alexander Zverev im Halbfinale gegen Arthur Fery hoch favorisiert - diese Taktik bietet sich an
Alexander Zverev steht nach einer Topleistung gegen Taylor Fritz erstmals im Halbfinale von Wimbledon - und trifft dort auf einen Gegner, den keiner auf der Rechnung hatte: Arthur Fery, die Nummer 114 im ATP-Ranking. Der Brite hatte vor Turnierbeginn nur vier Hauptfeldpartien bei einem Grand Slam gespielt. Es ist ein Tennis-Märchen, das Zverev nun beenden will. Die Strategie liegt auf der Hand.
Highlights: Zverev unwiderstehlich, "Fery"-Tale geht weiter
Quelle: SNTV
Alexander Zverev weiß, was am Freitag im Halbfinale auf ihn zukommt. "Ich bin ja nicht blöd", konstatierte der Hamburger bei "Prime" hinsichtlich der Tatsache, dass er auf dem Centre Court ein Auswärtsspiel haben wird.
Die britischen Fans werden geschlossen hinter Arthur Fery stehen. Geboren wurde der 23-Jährige zwar in Frankreich, aufgewachsen aber sei er "nur fünf Minuten" vom All England Club entfernt, wie er wissen ließ.
Das wahr gewordene Märchen vom krassen Außenseiter, der mit einer Wildcard ins Turnier kam und sich als Weltranglisten-114. mit Erfolgen gegen Topleute wie Grigor Dimitrov (Achtelfinale) oder Flavio Cobolli (Viertelfinale) in die Runde der letzten Vier katapuliert, prägt den Rasenklassiker in dieser Saison.
Auch Zverev sieht im Lauf des jungen Briten eine "wunderschöne Geschichte". Eine, die er nun beenden will, ja muss. So will es der Turnierbaum. Der French-Open-Sieger ist klarer Favorit gegen Fery - und auch die mögliche Strategie liegt auf der Hand.
Mischa Zverev: Fery auf der Rückhand verwundbar
Denn: Der Shootingstar ist über die Rückhand verwundbar. "Da ist er nicht schnell. Wenn Sascha den Ball neutralisieren möchte, dann spielt er ein-, zweimal auf die Rückhand. Dann kommt irgendwann die Chance", erläuterte Bruder Mischa Zverev im Gespräch mit "Prime". Tatsächlich schlug der Brite im Viertelfinale gegen Flavio Cobolli nicht einen Winner über die Rückhand.
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Alexander Zverev in Wimbledon
Fotocredit: Imago
Zverev selbst sei vor allem "in Wimbledon in der Lage, über Rück- und Vorhand Winner zu spielen - variabel, in beide Ecken. Das macht ihn aus meiner Sicht so unberechenbar." Darüber hinaus sei nur sehr schwer zu lesen, welchen Schlag der Weltranglistendritte auspacke.
Zverev: Aufschlag stark, Körpersprache vielsagend
Ein weiterer Faktor, der die Klasse des 29-Jährigen unterstreicht, ist der Service in Drucksituationen. 21 Breakbälle hatte Zverev im Turnierverlauf gegen sich, 17 Mal brachte er den ersten Aufschlag ins Feld. Meist mit einem Tempo deutlich jenseits der 200-km/h-Marke. Die Folge: Zverev kassierte in fünf Begegnungen nur vier Breaks.
Hinzu kommt eine sehr positive Körpersprache. Beim 6:4, 6:4, 6:2 im Viertelfinale gegen Taylor Fritz habe Zverev diese spezielle "Ausstrahlung" gehabt, befand "Prime"-Experte Michael Stich. "Er hat im singalisiert: 'Das wird heute nichts für dich.'"
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Alexander Zverev im Viertelfinale von Wimbledon gegen Taylor Fritz
Fotocredit: Getty Images
Das Gesamtpaket, das Zverev derzeit auf den Platz bringt, ist beeindruckend. Oder anders gesagt: Er agiert mit dem Selbstverständnis und der Cleverness eines Grand-Slam-Champions.
Zverev lobt Fery: "Sehr saubere Technik, saubere Grundschläge"
Was nicht heißt, dass er die Vorbereitung auf die Fery-Partie auf die leichte Schulter nimmt. Man werde Videos analysieren, sich besprechen, bestätigte Zverev auf der Pressekonferenz. Es ist das erste Aufeinandertreffen überhaupt mit dem 23-Jährigen.
"Das erste Mal habe ich Arthur dieses Jahr in Australien gesehen, als er in der 1. Runde Cobolli geschlagen hat. Ich war damals schon beeindruckt. Er hat eine sehr saubere Technik, saubere Grundschläge", lobte Zverev seinen Gegner.
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Arthur Fery in Wimbledon
Fotocredit: Getty Images
Hatte Zverev vor Turnierbeginn noch tief gestapelt und erklärt, dass er nicht zu den Favoriten gehöre, so stellte er nach dem Einzug ins Halbfinale klar, dass "hier noch zwei Matches" bestreiten wolle.
Stich: "Zverev von allen, die noch drin sind, der Beste"
Präsentiert sich der Hamburger im Duell mit Fery als "Spielverderber", ginge es im Endspiel am Sonntag gegen Titelverteidiger Jannik Sinner oder Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic.
Zverev wäre nach Lage der Dinge weder gegen den Italiener noch gegen den Serben der Außenseiter - oder wie Ex-Wimbledonsieger Stich sagte: "Von allen, die noch drin sind, ist er der Beste."
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Highlights: "Fery"-Tale vor Federers Augen
Quelle: SNTV
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