"Hawaii-König" Jan Frodeno übte heftige Kritik, und auch der zweimalige Champion Patrick Lange zeigte sich schockiert: Die erneute Verlegung des Ironman-Spektakels im Inselparadies löste großes Unverständnis bei den deutschen Triathlon-Stars aus. Keine Alternativen, schlechte Kommunikation und dazu keinerlei neue Ideen - die Vorwürfe der Ausnahmeathleten gegen die Veranstalter sind drastisch.
Es sei "ein weiterer Beweis für schwaches Krisenmanagement und Mangel an Bereitschaft zu kreativen Ideen", dass der prestigeträchtige Wettkampf wegen der Corona-Pandemie aus dem Oktober in den Februar 2022 verschoben wurde, kritisierte Frodeno. Die Hoffnung auf ein großes Rennen auf Hawaii habe ihn "wirklich täglich im Training angespornt", sagte der dreimalige Sieger. Momentan sei "einfach nur die Luft raus".
Auch bei Lange saß der Schock tief. "Ich bin aus allen Wolken gefallen. Ich habe felsenfest damit gerechnet, dass der Ironman stattfinden wird", sagte der 34-Jährige dem HR und beklagte Versäumnisse der Organisatoren. Man könne ihnen zum Vorwurf machen, "dass es keine Alternativen gibt. Jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, schmeckt mir gar nicht."
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Die Veranstalter hatten aufgrund rasant steigender Corona-Zahlen am Donnerstag die Reißleine gezogen. Nach 2020 findet auch in diesem Jahr erneut kein Rennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen auf Hawaii statt. Dafür soll 2022 im Februar und zum traditionellen Termin im Oktober ein Ironman ausgetragen werden.

Triathlon-Stars von Absage überrascht

"Das Wiederaufleben des Virus und des neuen Delta-Stammes hat erhebliche Auswirkungen auf die Inselgemeinde Hawaii", betonte Andrew Messick, Geschäftsführer der Ironman-Gruppe. Durch Grenzschließungen und Reisebeschränkungen gebe es im Oktober "keinen gangbaren Weg" für eine Ausrichtung. Die hawaiianischen Inseln kämpfen derzeit mit der stärksten Corona-Welle seit dem Beginn der Pandemie.
"Dass Hawaii als Gebiet schließt, verstehe ich absolut. Die Politiker dort werden für Ihre Region schon die richtige Entscheidung treffen, da habe ich keinen Zweifel", sagte Frodeno. Doch laut Lange seien die Kommunikation und die Planung der Organisatoren verbesserungswürdig. "Das kam alles komplett überraschend", sagte er.
Die Weltmeisterschaft im Triathlon, die zuletzt bei den Männern sechs Mal und seit 2014 ausschließlich Sportler aus Deutschland gewonnen hatten, war fest eingeplant - auch bei Frodeno (2015, 2016, 2019) und Lange (2017, 2018). Anne Haug, die 2019 die letztmalige Auflage der Frauen gewonnen hatte, zeigte sich ebenfalls "sehr enttäuscht", bezeichnete die Verschiebung aber als "absolut nachvollziehbar".
Zwei Rennen in einem Jahr gab es bislang auf Hawaii nur 1982, als der jährliche Austragungsrhythmus von Februar auf Oktober umgestellt wurde.
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(SID)

Highlights: So stürmen Frodeno und Haug zum Ironman-Doppelsieg

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