Olympia 2022 - Eurosport-Experte Michael Rösch kritisiert Prämienvergabe von Deutscher Sporthilfe: "Armutszeugnis"

In der vergangenen Woche hatte Biathlet Erik Lesser die Deutsche Sporthilfe für die Vergabe von Prämien kritisiert. Der 33-Jährige bemängelte, dass Skispringer, Biathleten und Skirennläufer keine Prämien für den Gewinn von Medaillen erhalten. Nun erhielt der Thüringer Unterstützung von Eurosport-Experte Michael Rösch. "Das ist ein Armutszeugnis", schimpfte der Staffel-Olympiasieger von 2006.

Eurosport-Experte Michael Rösch (l.) - Olympiasiegerin Denise Herrmann (r.)

Fotocredit: Eurosport

"Ski alpin, Skisprung Herren und Biathlon bekommen nämlich genau 0 Euro dafür, aber ganz viel Ruhm und Ehre", schrieb Lesser süffisant über Instagram und fügte an: "Wenn ihr euch auf die Balkone stellt und einfach klatscht so als 'Danke".
Damit verwies der zweimalige Weltmeister auf die Situation von Pflegerinnen und Pflegern während der Corona-Pandemie.
"Da gehe ich mit Erik mit. Was für ein Quatsch", sagte Rösch nun im Eurosport-Podcast "Hambüchen & Friends". Die DSV-Athleten erhalten bei den Winterspielen in Peking für einen Olympiasieg von der Deutschen Sporthilfe 20.000 Euro. Silber- und Bronzemedaillen werden mit 15.000 Euro und 10.000 Euro honoriert.
Das aber gilt nicht für alle Sportarten. Gegenüber der "dpa" hatte DSV-Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach bestätigt: "Es stimmt, dass unsere drei Disziplinen Alpin, Biathlon und Skisprung von der Sporthilfe keine Prämien beziehungsweise Förderung bekommen."
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Erik Lesser

Fotocredit: Getty Images

Rösch bezeichnet Prämienvergabe als "beschämend"

Der Funktionär begründete die Entscheidung damit, dass die Sportlerinnen und Sportler in diesen Sportarten deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten hätten, als Athletinnen und Athleten anderer Disziplinen.
Dennoch sprang Rösch dem 33 Jahre alten Lesser zur Seite und bezeichnete die Entscheidung bei Eurosport als ein "Armutszeugnis". Er könne "nicht verstehen, dass Biathlon, Ski alpin und Skispringen jetzt rausgenommen werden", erklärte der 38-Jährige.
Das gilt nun auch für Olympiasiegerin Denise Herrmann. Die 33-Jährige gewann beim Auftakt der Biathletinnen am Montag die Goldmedaille im Einzel. Von der Deutschen Sporthilfe erhält sie dafür nun aber keine Prämie.
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Fehlerfrei im letzten Schießen: Herrmann macht Gold perfekt

Quelle: Eurosport

Eurosport-Experte: "Es muss honoriert werden!"

Für den 38-Jährigen Ex-Biathleten nicht nachvollziehbar. "Wenn jemand Gold für das eigene Land gewinnt, muss das auch belohnt werden - egal, wie es demjenigen gerade finanziell geht. Es muss honoriert werden", forderte Rösch.
Im Olympia-Podcast legte Rösch nun nach. "Gerade, wenn Politiker kommen und sich mit Olympiasiegern brüsten – da muss das mehr passieren. Mit einem feuchten Händedruck belohnt zu werden, dass du dir dein Leben lang den Arsch aufgerissen hast, das ist fast schon beschämend", wetterte der Olympiasieger und gab Lesser damit Recht.
Lesser zeigte sich zuletzt als Mann der klaren Worte. Vor seiner Abreise hatte der Thüringer das IOC und Präsident Thomas Bach auch für die Olympia-Vergabe nach Peking kritisiert. "Wir Sportler müssen jetzt das ausbaden, was das IOC nicht hinbekommen hat. Wir stehen jetzt da und müssen uns rechtfertigen für Olympische Spiele in einem Land, in dem Menschenrechte verletzt werden."
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Olympiasiegerin Herrmann exklusiv: "Das Warten war das Schlimmste"

Quelle: Eurosport

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