Philipp Nawrath applaudierte dem stimmungsvollen Publikum im Östersunder Kühlschrank, dann schüttelte er artig die Hände der Norweger, Franzosen und Schweden: Den deutschen Biathleten blieb auch in der ersten Staffel des Winters nur die Rolle des Gratulanten. Nach 4x7,5 km reichte es für Erik Lesser, Roman Rees, Benedikt Doll und Nawrath zu Platz vier, das erste Podium der Saison muss weiter warten.
Das gilt auch für Franziska Preuß, die mit Rang fünf in der Verfolgung allerdings wieder eine Topleistung zeigte. Die deutschen Männer offenbarten wie schon in den Einzelrennen vor allem läuferisch Defizite, die Schießbilanz war bei minus zehn Grad mit nur sechs Nachladern ordentlich. Schlussläufer Nawrath vergab mit einem Fehler beim vorletzten Schuss im Zweikampf mit Russland die letzte kleine Chance auf Rang drei.
"Da waren wir wirklich knapp dran, die Tür war offen", sagte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler: "Erik und Philipp haben Topleistungen gebracht, aber auf Position zwei und drei haben wir fürs Podium zu viel verloren. Aber wir haben gesehen, dass wir in Schlagdistanz sind." Auch Doll sah eine "solide Staffel", auf die siegreichen Norweger fehlte letztlich 1:07,8 Minute.
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Nicht groß hadern wollte Preuß (2 Fehler/+18,8 Sekunden) mit dem erneut ganz knapp verpassten Podestplatz. "Platz fünf - passt schon", sagte die 27-Jährige mit einem Grinsen: "Die null im letzten Stehendschießen freut mich richtig. Es war schon ok das Rennen."

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Peiffer lobt Preuß: "War wieder eine klasse Leistung"

Zum dritten Mal in Serie unterlief der Bayerin ein Fehler zu viel für den Sprung aufs Stockerl, am Ende fehlten ihr beim Sieg der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland nur zehn Sekunden auf Rang drei.
"Es war wieder eine klasse Leistung", schwärmte "ARD"-Experte Arnd Peiffer: "Im Schießen waren es mal wieder die magischen 90 Prozent. Die will man im Schnitt haben, sie schafft es jedes Mal. Ich würde mir wünschen, dass ihr einmal 95 Prozent gelingen, dann würde sie den Sprung aufs Podium schaffen." Einen möglichen Podestplatz vergab Denise Herrmann schon mit zwei Fehlern beim ersten Schießen.
"Es ging holprig los, keine Ahnung was da los war. Dann musste ich mich zurückkämpfen", sagte die Oberwiesenthalerin. Das gelang mit drei Nullserien und Rang acht eindrucksvoll. "Es fehlt momentan der eine Schuss, damit es ganz nach vorne geht. Aber wirklich sehr stabil in der Weltklasse, da können wir in den nächsten Wochen gut drauf aufbauen", lobte Eisenbichler seine beiden Topathletinnen.
Zum Abschluss der Doppelweltcups in Östersund stehen am Sonntag noch die erste Saisonstaffel der Frauen (12:35 Uhr) und die Verfolgung der Männer (15:15 Uhr/jeweils live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!) auf dem Programm. Die Ausgangslage für die deutschen Biathleten ist dabei durchwachsen, Johannes Kühn startet als bester DSV-Athlet als Zwölfter mit einem Rückstand von 55 Sekunden.
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(SID)

Der Zieleinlauf: Preuß hält Platz fünf, Röiseland souverän

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