BVB: Was kann Mario Götze einem neuen Verein noch bieten?

Mario Götze wird Borussia Dortmund nach der laufenden Saison verlassen. Wohin es den 27-Jährigen zieht, ist noch nicht klar. Ein Wechsel ins Ausland kristallisiert sich als wahrscheinlichste Option heraus, obwohl es auch Gerüchte um Klubs aus der Bundesliga gibt. Doch was kann Götze, der zuletzt beim BVB kaum noch zum Zug kam, seinem neuen Verein noch bieten?

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

"Man muss die Wahrheit sagen!"
Lucien Favre fiel es nicht leicht, die Akte Mario Götze bei Borussia Dortmund endgültig zu schließen. Also besann er sich auf seinen Job als Trainer des BVB und sprach nur aus taktischer Sicht über seinen zum Sorgenkind verkommenen Spieler.
Man spiele im Moment im 3-4-3-System. Und das, so führte der Schweizer aus, sei eben einfach "nicht das ideale System für ihn", also Götze. Deswegen finde er seit Wochen so gut wie keine Berücksichtigung.
Den endgültigen Schlussstrich zog dann Manager Michael Zorc, der kurz vor dem Spiel seiner Borussia in Wolfsburg die Trennung vom Eigengewächs nach der Saison verkündete. Beim Sieg gegen den VfL schmorte der dann auch 90 Minuten lang auf der Bank, obwohl fünf Mal gewechselt wurde.

Wechsel ins Ausland scheint wahrscheinlich

Vier Jahre nach seiner Rückkehr und nach insgesamt sieben Jahren in Schwarz-Gelb geht die Zeit des WM-Helden von 2014 am Borsigplatz also zu Ende. Seit das klar ist, wird spekuliert wo und wie es für Götze weitergehen könnte.
Immer wahrscheinlicher wird ein Wechsel ins Ausland. Dort ist der Ruf des Mittelfeldspielers unbelasteter als in Deutschland.

Götze ist ein anderer Spieler geworden

Hierzulande wird der heutige Götze stets mit dem der Jahre 2009 bis 2013 verglichen. Der 27-Jährige hat aber fußballerisch so gut wie nichts mehr mit dem Wunderkind seiner frühen Jahre zu tun.
Damals, als ein nicht mal Volljähriger die Bundesliga mit blitzschnellen Haken, einem gottgegebenen Ballgefühl, unnachahmlichem Zug zum Tor und rotzfrecher Unbekümmertheit verzückte.
Seitdem ist viel passiert im Leben des Mario Götze.
Der Wechsel nach München, wo Coach Pep Guardiola eigentlich lieber Neymar gehabt hätte. Der tiefe Fall vom Publikumsliebling zum Aussätzigen in Dortmund, der ihn auch psychisch belastete.
Das WM-Turnier 2014, in dessen Verlauf er eigentlich eher durchschnittlich spielte, aber im Finale für einen kurzen Moment besser war als Lionel Messi. Die Stoffwechselerkrankung, die seinen Körper veränderte.
Heute kann Götze nicht mehr so spielen, wie sein Teenager-Ich. Ihm fehlt - und das ist es, was Favre meint - das Tempo für die internationale Klasse.
Bei der Borussia erreichen Erling Haaland, Jadon Sancho oder Achraf Hakimi in schöner Regelmäßigkeit Spitzen-Geschwindigkeiten zwischen 34 und 36,5 km/h. Götzes Top-Wert liegt bei 30,93 km/h.

Götze hat Auge und löst komplizierte Dinge auf

Trotzdem kann er einem Team noch viel geben. Denn ein guter Fußballer ist er noch immer. Sein Auge für den freien Raum, den vorletzten oder letzten Pass ist weiterhin da. Genau wie seine herausragende Technik.
Götze beherrscht es, mit einer kurzen Finte, einem kurzen Steckpass mit der Fußspitze komplizierte Situationen auf dem Platz aufzulösen. Ein Anführer dürfte er vermutlich nicht mehr werden. Und doch kann er sich mittlerweile aus einem großen Erfahrungsschatz bedienen.
Ein aufstrebendes Team, das davon profitieren will, könnte Götze aus der Tiefe heraus, als Achter, halblinker oder halbrechter Mittelfeldmann nach vorne bringen. Überfallfußball, wie ihn Dortmund mitunter spielt, ist nicht mehr sein Spezialgebiet.
Fest steht, dass Götze im Sommer einen neuen Verein finden wird. Einen, der auf seine Stärken vertraut und seine Schwächen kaschieren kann. Tipps zum neuen Lebensmittelpunkt kommen von allen Seiten.
Bastian Schweinsteiger legte seinem früheren Bayern-Kollegen nahe, einen Verein zu suchen, der ihm Spielpraxis garantiert. "Das muss nicht der beste Verein sein in Europa, aber ich hoffe, dass er einen Verein findet, wo er spielen wird. Denn jetzt mit 27, 28 kommen die besten Jahre."
Lothar Matthäus empfahl Berlin, von wo sich Manager Michael Preetz angesichts der Corona-Pandemie und den zu erwartenden Unwägbarkeiten auf dem Transfermarkt eher zurückhaltend äußerte. Die Hertha will abwarten.
Bald aber könnte es zu spät sein.

Milan in der Pole-Position?

Denn in Italien ist die Aktie Götze jetzt schon heiß. Neben dem Interesse beider Klubs aus Rom scheint besonders der AC Milan gut im Rennen zu sein. Dort könnte im Sommer mit Ralf Rangnick ein deutscher Trainer übernehmen.
Und laut "Calciomercato.com" hat der 61-Jährige einem potenziellen Transfer bereits zugestimmt. "Das wäre eine sehr interessante Option", findet auch Stefano Dolci von Eurosport Italien.
Es wird nicht die einzige bleiben. Denn auch wenn Mario Götze bei Borussia Dortmund ohne Zukunft ist, gibt es für ihn einen Markt.
Das könnte Dich auch interessieren: Der "neue BVB"? So reicht's aber nicht gegen Bayern
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung