Timo Werner: FC Bayern München wohl wieder interessiert

Das Kapitel Timo Werner galt beim FC Bayern nach dem Transferveto im Sommer eigentlich als geschlossen. Nachdem der Rekordmeister jedoch allem Anschein nach Abstand von einer Verpflichtung von Leroy Sané nimmt, rückt der Torjäger von RB Leipzig plötzlich wieder voll in den Fokus. Die Causa Werner ist für Cheftrainer Hansi Flick gleichzeitig die große Chance, intern ein Ausrufezeichen zu setzen.

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"Es gibt vieles, das machbar ist“, antwortete Hansi Flick kürzlich vielsagend auf die Frage, ob er sich Robert Lewandowski und Timo Werner Seite an Seite im Sturmzentrum des FC Bayern vorstellen könne.

FC Bayern mit verbaler Ohrfeige für Werner

In der Tat scheint jenes Szenario im Hinblick auf die kommende Saison plötzlich gar nicht mehr so abwegig zu sein, ganz im Gegenteil: Nachdem ein Transfer des lange auserkorenen Wunschspielers Leroy Sané laut dem "kicker" zu platzen droht, könnten die Aktien des Leipzig-Torjägers beim deutschen Rekordmeister in ähnliche Sphären steigen wie im vergangenen Sommer.
Damals scheiterte eine Verpflichtung des Nationalspielers an den Restzweifeln von Flicks Vorgänger Niko Kovac und Hasan Salihamidzic. Der Münchener Sportdirektor betonte erst vor wenigen Wochen gegenüber "Sport Bild", dass der 24-Jährige mit seiner Spielweise nicht optimal zum FC Bayern passen würde:
Eine verbale Ohrfeige für einen Außnahmestürmer wie Werner, der sich vor der Coronavirus-Pause wohl in der Form seines Lebens befand (39 Scorerpunkte in 36 Pflichtspielen). Außerdem stellte er bereits in der Vergangenheit unter Beweis, dass er nicht nur im Sturmzentrum mit oder anstelle von Lewandowski stürmen, sondern auch über die Außen für Torgefahr sorgen könnte.

Causa Werner: Große Chance für Flick

Flick hingegen hätte dem Vernehmen nach einen Transfer schon vor wenigen Monaten als Assistent Kovacs befürwortet. Der Cheftrainer gilt als großer Fan von Werner und sieht in ihm die perfekte Ergänzung für die Offensive des Rekordmeisters. "Timo steht bei 21 Toren und sieben Assists. Er hat in seiner Entwicklung einen gewaltigen Sprung gemacht. Ich möchte es so formulieren: Timo kann bei vielen Top-Mannschaften spielen", schwärmte Flick und ließ gleichzeitig jede Menge Spielraum für weitere Spekulationen.
Im Vergleich zu Paradiesvogel Sané gilt Nationalmannschaftskollege Werner als introvertiert und wäre für den amtierenden deutschen Meister und seinen Übungsleiter wohl der pflegeleichtere Spieler.
Die Causa Werner ist für Flick die große Chance, nach seiner Vertragsverlängerung intern ein erstes Ausrufezeichen zu setzen und sich in der Personalfrage klar zu positionieren. Schließlich forderte der 55-Jährige als Bedingung für eine langfristige Zusammenarbeit ein Mitspracherecht bei Transferangelegenheiten ein, das ihm Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge im Zuge der Vertragsverlängerung auch gewährte:
Nun, da die wichtigste Personalfrage beim FC Bayern geklärt ist, kann sich der Rekordmeister voll und ganz auf die Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison konzentrieren.

Werner: RB Leipzig rechnet sich Chancen aus

So realistisch die Chancen des FC Bayern auf eine verspätete Verpflichtung von Werner in diesen Tagen scheinen, ganz aufgegeben hat RB Leipzig die Hoffnung auf einen Verbleib des Torjägers noch lange nicht.
"Es gibt bisher keine Anfragen für ihn. Also gehe ich davon aus, dass er nächstes Jahr bei uns ist", erklärte RB-Sportdirektor Markus Krösche "Bild" und führte an:
Werner ist beim Champions-League-Viertelfinalist noch bis 2023 gebunden, soll in seinem Arbeitspapier aber eine Ausstiegsklausel von 55 bis 60 Millionen Euro verankert haben. Bei einem Transfer in diesem Sommer müsste jene Freigabesumme, so heißt es, bis spätestens 30. April aktiviert werden.
Der FC Bayern täte somit gut daran, zeitnah eine Entscheidung zu treffen, denn auch beim FC Liverpool, der als potentieller Interessent gilt, gibt es besonders finanziell "vieles, das machbar ist".
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