BVB: Mateu Morey fehlt lange - jetzt könnte es teuer werden für Borussia Dortmund

Mateu Morey wird dem BVB mindestens für den Rest des Kalenderjahres 2021 fehlen. Da auch Lukasz Piszczek seine Profikarriere nach der Saison beendet, stehen den Dortmundern ab Sommer mit Thomas Meunier und Felix Passlack lediglich zwei Rechtsverteidiger zur Verfügung. Angesichts der schwachen Form, in der sich Meunier bisher präsentierte, ist der BVB wohl gezwungen, noch einmal nachzulegen.

Mateu Morey schreit vor Schmerz

Fotocredit: Getty Images

Dass Mateu Morey dem BVB lange fehlen wird, das war schon wenige Sekunden nach seiner Verletzung im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel (5:0) sonnenklar. Es waren nicht nur die Schreie, die der junge Spanier am Boden liegend ausstieß und die den anwesenden Betreuern und Journalisten im ansonsten menschenleeren Signal Iduna Park durch Mark und Bein gingen, auch die Reaktionen der restlichen Profis auf dem Spielfeld verdeutlichten: Da ist gerade Schlimmes passiert.
Etwas mehr als eine Woche später steht eine genaue Diagnose seitens des Vereins noch aus. Wenig verwunderlich, denn der BVB kommuniziert Verletzungen der eigenen Spieler nur selten transparent und unmissverständlich.
Fest steht: Morey wurde bereits operiert, von einem ersten "Akuteingriff" war die Rede. Fest steht auch: Es wird mindestens eine weitere OP folgen.
"Jetzt wurden das Außenband und die Kapsel in einer ersten Operation gemacht, das vordere Kreuzband wird in einem weiteren Eingriff angegangen", bestätigte Pressesprecher Sascha Fligge auf der Pressekonferenz vor dem Bundesligaduell mit RB Leipzig (3:2) am vergangenen Samstag.
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Mateu Morey - BVB - Screenshot: Mateu Jaume

Fotocredit: Twitter

Wie lange der 21-Jährige letztlich ausfällt, bleibt ungewiss - das Kalenderjahr 2021, so pessimistisch muss man sein, dürfte für den Rechtsverteidiger jedoch gelaufen sein.

Moreys Verletzung kommt zur Unzeit

Die Verletzung kommt für Morey nicht nur aufgrund der Tatsache, dass er das Pokalfinale (Donnerstag ab 20:45 Uhr im Liveticker) verpasst, zur Unzeit. Unter Edin Terzic hatte der ehemalige Jugendspieler des FC Barcelona seinen Durchbruch bei den Profis geschafft und fortan mit Leistung überzeugt. Er verdrängte Thomas Meunier auf die Bank und zementierte seinen Stammplatz mit konstant guten Leistungen.
Nun wird er sich abermals durch eine schwere Zeit kämpfen müssen. Schon vor seinem Wechsel nach Dortmund im Sommer 2019 riss er sich in Barcelona den Meniskus und fehlte 231 Tage. Kaum genesen, zog er sich einen neuen Bänderriss im Knie zu (45 Tage Ausfallzeit). Ob und wie lange es dieses Mal dauert, bis er sein altes Level erreicht, ist unmöglich vorherzusagen. Es ist jedoch logisch, dass dies nicht direkt nach der Rückkehr ins Mannschaftstraining im Frühjahr 2022 der Fall sein wird.
Der BVB muss sich also darauf einstellen, womöglich die komplette kommende Saison ohne seinen zuletzt besten Rechtsverteidiger auskommen zu müssen. Das wirft unweigerlich die Frage auf, ob im Sommer auf dem Transfermarkt nachgebessert werden muss.

Meunier, Passlack, Wolf: Reicht das wirklich aus?

Schaut man sich das verbliebene Personal für die Rechtsverteidigerposition an, muss die Antwort eigentlich "Ja" lauten.
Da auch Routinier Lukasz Piszczek (Ende der Profikarriere) nach der Saison nicht mehr im Kader der Schwarzgelben stehen wird, blieben aktuell noch Meunier, Felix Passlack und der derzeit an den 1. FC Köln verliehene Marius Wolf für hinten rechts.
Der vor der Saison ablösefrei von PSG zum BVB gewechselte Meunier sollte eigentlich die 1A-Lösung nach dem Abgang von Achraf Hakimi zu Inter Mailand sein, enttäuschte in seiner Premierensaison aber auf ganzer Linie. Passlack verlängerte erst kürzlich seinen Vertrag in Dortmund bis 2023, ist aber als reiner Backup eingeplant.
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Felix Passlack verlängert seinen Vertrag in Dortmund

Fotocredit: SID

Und Wolf? Mit dem hatte man eigentlich gar nicht mehr im BVB-Trikot gerechnet. Der 25-Jährige galt als klarer Verkaufskandidat im Sommer - die Verletzung Moreys könnte die Verantwortlichen nun aber zum Umdenken bringen und dem 25-Jährigen einen neuen Anlauf beim BVB unter Marco Rose bescheren.

BVB muss hinten rechts nachbessern

Denn rein mit dem Duo Meunier und Passlack in die neue Saison zu gehen, wäre riskant. Meunier ist bislang nicht der Spieler, den man sich bei seinem Transfer im Sommer versprochen hatte. Sportdirektor Michael Zorc wollte sich zwar in der vergangenen Woche nicht in die Karten schauen lassen und sagte: "Rein numerisch [...] haben wir zum Stand 1. Juli auf der rechten Seite Meunier und Passlack, auf der linken Seite Schulz und Guerreiro unter Vertrag. Das sind für jede Seite zwei. Wir brauchen keine fünf."
Wie haltbar diese Aussage ist, darüber lässt sich streiten. Denn im Vergleich zur linken Verteidigerposition, auf der mit Raphael Guerreiro einer der besten Außenverteidiger der Bundesliga zur Verfügung steht, fällt die rechte Seite deutlich ab. Die Borussia wird daher den Markt nach potentiellen Upgrades sondieren - und warum nicht angesichts des schwächelnden Meuniers gleich im oberen Regal suchen?
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Julian Brandt (li.) und Thomas Meunier

Fotocredit: Getty Images

"Wir machen uns natürlich immer Gedanken", räumte Zorc weiter ein und gab zu bedenken, dass jetzt nicht der Zeitpunkt sei, das Personalkarussell in Gang zu setzen: "Das machen wir später."
Wie kostenintensiv die Gedankenspiele sein werden, das hängt vor allem vom Ausgang dieser Saison ab. Denn gewinnt der BVB die verbleibenden beiden Bundesligaspiele, darf er auch kommende Saison auf die großzügigen Einnahmen aus der Champions League zurückgreifen.
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