Das Offensivspiel organisieren, als Kapitän vorangehen - und ein Stück weit auch Erling Braut Haaland ersetzen. Auf Marco Reus kommt Schwerstarbeit zu, der 31-Jährige hat bei der Mission, das Jahr mit vier Siegen abzuschließen, eine Schlüsselrolle inne.
Sportdirektor Michael Zorc hat im Vorfeld des Bundesligaspiels gegen den VfB Stuttgart noch einmal bekräftigt, dass die von Reus eingeforderte Erfolgsserie "auch unser Anspruch" sei.
Damit hat die Mannschaft quasi noch einmal offiziell bestätigt bekommen, was in den drei Ligaspielen gegen den VfB, in Bremen, bei Union Berlin sowie im Pokal bei Eintracht Braunschweig angestrebt wird.
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Der Ausfall von Haaland, der sich einen Muskelfaserriss zuzog und im fernen Katar am Comeback arbeitet, kommt zur Unzeit.

Haaland-Ersatz? Bisher keine Lösung gefunden

Der 20-Jährige ist mit 17 Toren und drei Assists bei 14 Pflichtspieleinsätzen eigentlich nicht zu ersetzen. Das zeigten die bisherigen Versuche von Reus, Julian Brandt und Thorgan Hazard, die in dieser Saison bereits als Mittelstürmer aufliefen, bei Weitem aber nicht die Durchschlagskraft des jungen Norwegers entwickelten.

BVB-Star Erling Haaland erhält Ehrenpreis in Norwegen

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"Die drei Spieler sind keine richtigen Stürmer, das weiß man", gab Favre zu und ließ erkennen, dass Youssoufa Moukoko trotz seiner erst 16 Jahre durchaus eine Option sein könnte. Man werde "sehen, wer gegen Stuttgart vorne spielt", blieb der Coach gewohnt vage.
Reus ist ohnehin besser auf seiner Stammposition im offensiven Mittelfeld aufgehoben, und auch in dieser Rolle ist der Nationalspieler derzeit nicht unumstritten.

Watzke verteidigt Reus

Schon im Oktober sah sich BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dazu veranlasst, den Offensivstar gegen Kritik in Schutz zu nehmen. Es sei "ja wohl einleuchtend, dass Marco nach dieser langen Verletzungspause Zeit benötigt, seine Leistung zu stabilisieren", so der 61-Jährige gegenüber der "Bild". Man wisse genau, was man an Reus habe.

Favre nimmt Reus in Schutz: "Das braucht Zeit"

Watzke spielte damit auf das große Verletzungspech des Borussen-Profis an, der in der vergangenen Bundesliga-Rückrunde 14 von 17 Partien aufgrund einer hartnäckigen Muskelverletzung verpasste. Die Auswirkungen sind bis heute spürbar, Reus tastet sich immer noch an die volle Belastung heran.
Erst dreimal stand der Kapitän in dieser Spielzeit wettbewerbsübergreifend über 90 Minuten auf dem Platz. Nur: Die Schwarz-Gelben brauchen einen Reus in Bestform - und zwar jetzt.
In der Bundesliga fuhr der BVB an den vergangenen vier Spieltagen nur einen Sieg ein. War man am 6. Spieltag noch punktgleich mit Tabellenführer FC Bayern, beträgt der Rückstand nach zehn Runden schon vier Punkte. Ein Negativtrend, den es zu stoppen gilt.

BVB: Dreckige Siege statt Schönspiel-Preis?

Ob Reus diesbezüglich die nötigen Impulse setzen kann, ist nun die große Frage. "Seine Leistung in der zweiten Halbzeit gegen Zenit war ganz okay", hielt Favre fest. Wohlwissend, dass mehr kommen muss, denn auch vermeintlich schwächere Gegner wie der 1. FC Köln (1:2) und Eintracht Frankfurt (1:1) haben das Dortmunder Spiel zuletzt entschlüsselt. Die kommenden Kontrahenten aus Stuttgart, Bremen und Berlin gehören in etwa derselben Gewichtsklasse an.
Der BVB braucht dringend Reus' kreative Ideen und Angreifer, die diese in Tore umsetzen. Einen Schönspiel-Preis will und muss die Borussia dabei nicht unbedingt gewinnen, es zählen bis zum Jahreswechsel nur Ergebnisse. Wie das aussehen kann, zeigte der Bundesligist diese Woche beim 2:1-Erfolg in der Champions League bei Zenit St. Petersburg.
"Das war nicht glorreich, das war ein dreckiger Sieg", sagte Reus. Und weiter: "Endlich mal. Das tut uns gut." Vielleicht war das Erfolgserlebnis von St. Petersburg die Initialzündung - für die Mannschaft im Allgemeinen und für Marco Reus im Besonderen.
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