Hasan Salihamidzic hatte am vergangenen Mittwoch vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain (2:3) bei "Sky" bekannt gegeben, dass der FC Bayern den Vertrag mit Jérôme Boateng nicht verlängern wird. "Das war eine gemeinsame Entscheidung der Vereinsführung, und in die war der Trainer auch eingebunden", sagte Salihamidzic.
Die Bekanntgabe sorgte nicht nur bei Trainer Hans-Dieter Flick, der Boateng zu seinen Lieblingsspielern zählt, für Unmut, sondern auch bei den Bayern-Bossen. Allen voran wohl beim Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge.
Denn laut "Sport Bild" hatte dieser im Beisein von Salihamidzic Boateng am 31. März in einem Gespräch an der Säbener Straße erklärt, dass der Verteidiger doch noch zwei bis drei Wochen warten und in dieser Zeit auch keine Gespräche mit anderen Vereinen führen solle.
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Dies geschah einen Tag nachdem der Sportvorstand Boateng und dessen Beratern erstmals in kleiner Runde gesagt hatte, dass die Bayern dem Weltmeister von 2014 keinen neuen Vertrag anbieten wollen.

Salihamidzic gibt Boateng-Aus vorzeitig bekannt

Mit dem Sechs-Augen-Gespräch am 31. März wollte Rummenigge, dem ein sehr guter Draht zu Flick nachgesagt wird, die Wogen erstmal glätten und die Tür für Boateng also wieder öffnen.
Doch Salihamidzic hielt sich nicht an die Worte seines Chefs und verkündete direkt eine Woche später öffentlich Boatengs-Aus beim Rekordmeister.
Mit der Art und Weise der Bekanntgabe handelte sich Salihamidzic dem Bericht zufolge ebenfalls weiteren Ärger ein, auch bei der Mannschaft. Der 44-Jährige soll Boateng am Tag der Partie gegen PSG während der Spielvorbereitung an der Säbener Straße über seinen Schritt in Kenntnis gesetzt haben.
Und damit mitten hinein in die Konzentrationsphase vor einem Champions-League-Viertelfinale. Das gefiel nicht nur Flick nicht, auch die Mannschaft soll davon wenig begeistert gewesen sein.

Geht Flick im Sommer zum DFB?

Es ist eine weitere Episode in dem schon seit mehreren Monaten schwelenden Konflikt zwischen Salihamidzic und Flick, der inzwischen zu einem öffentlichen Machtkampf ausgeartet ist.
Dieser könnte womöglich zum Saisonende dazu führen, dass der Trainer, der die Bayern in den vergangenen zwölf Monaten zum Sextuple geführt hatte, den Verein im Sommer in Richtung DFB verlässt. Er gilt beim Verband als Wunschkandidat auf die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw, der nach der EM zurücktreten wird.
Flick hat in München einen Vertrag bis 2023. Ob er diesen erfüllt, ist aber erst recht nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League am Dienstag gegen PSG immer fraglicher.
Nach dem Spiel sagte der 56-Jährige, angesprochen auf seine Zukunft: Darüber mache er sich "immer Gedanken". Deswegen gehe es für ihn darum, "immer wieder alles zu bewerten und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Da habe ich natürlich auch meine Vorstellungen."

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