Bei Niklas Süle ist Dampf auf dem Kessel.
Der Innenverteidiger spielt unter Trainer Hans-Dieter Flick meist durch, so auch beim 1:0-Erfolg im Ligagipfel gegen RB Leipzig.
Nichtsdestotrotz sah sich Süle im Saisonverlauf immer wieder mit - aus seiner Sicht - unfairen Vorwürfen konfrontiert. Er müsse sich "nicht alles ankreiden und unkommentiert lassen", betonte der Bayern-Profi im Februar gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", nachdem ihn Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge aufgrund eines Gegentores beim 1:2 in Frankfurt kritisiert hatte.
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Die zwischenzeitlich kursierende Meldung in den Medien, er habe mit Übergewicht zu kämpfen und es infolge dessen nicht immer in den Kader geschafft, nervt Süle gewaltig. "Irgendein Schwätzer" habe das erfunden, so der Nationalspieler.
Dennoch: Obwohl der 25-Jährige zu den Stammkräften gehört beim Rekordmeister, steht die Vertragsverlängerung auf der Kippe. "Es werden Gespräche geführt und dann wird man sehen, zu welchen Ergebnissen die führen", drückte sich Rummenigge im "ZDF" um ein klares Bekenntnis zum Abwehrspieler, dessen Arbeitspapier an der Säbener Straße am 30. Juni 2022 ausläuft.

Süle: Gehaltskürzung die einzige Chance?

Der Klub habe "finanziell nicht mehr die Masse zur Verfügung, die wir vor Corona hatten", so Rummenigge weiter. Wenn man mit Süle eine Lösung finde, sei man "grundsätzlich gerne bereit, den Vertrag zu verlängern. Das wird aber nur zu gewissen Konditionen möglich sein." Heißt im Klartext: ein niedrigeres Gehalt für den Abwehrspieler, den aktuell eine Zerrung an der Rückseite des linken Oberschenkels ausbremst.
Hört sich nicht so an, als ob die Bayern den Innenverteidiger unter allen Umständen halten wollen.
Geht Süle im Sommer, kann der FC Bayern mit einer ordentlichen Ablöse kalkulieren. Der aktuelle Marktwert des Spielers liegt nach Angaben von "transfermarkt.de" bei 37 Millionen Euro. Der FC Chelsea, so ist immer zu lesen, soll interessiert sein, den gebürtigen Frankfurter an die Stamford Bridge zu locken.

FC Bayern: Klarer Plan mit Coman

Spannend wird auch die Frage, ob die beiden Franzosen Kingsley Coman und Corentin Tolisso in der kommenden Saison noch im Münchner Ensemble spielen.

Coman über Tolisso: "Schwierige Situation für ihn"

Im Fall von Coman ist der Plan der Bosse klar. Der 24-Jährige soll bleiben, möglichst über das aktuelle Vertragsende 2023 hinaus. Es das Ziel, den "Kern aus Spielern, die den Erfolgsweg mit uns gegangen sind, zusammenzuhalten", unterstrich Hasan Salihamidzic im Gespräch mit der "Sport Bild". Neben Coman waren damit Leon Goretzka und Joshua Kimmich gemeint, die ebenfalls als unverkäuflich gelten.
Die Verhandlungen mit Coman, so berichtet der "Kicker", sollen allerdings ins Stocken geraten sein. Der Linksaußen weiß um seinen Wert für den Verein. Der spiegele sich beim Gehalt aber noch nicht ausreichend wider. An diesem Punkt dürfte sich entscheiden, wie lange der Nationalspieler noch für den FCB aufläuft. Dass er dort seine Karriere irgendwann beendet, sei zwar "nicht unmöglich, aber es ist noch zu früh, über so etwas zu sprechen", blieb Coman im Interview mit "Onze Mondial" vage.
Wie bei Süle halten sich auch beim Offensivstar Gerüchte über einen Wechsel in die Premier League, Manchester United und der FC Chelsea gelten als mögliche Ziele. Am wahrscheinlichsten ist und bleibt aber die Vertragsverlängerung in München.

Tolisso vom Pech verfolgt

Landsmann Tolisso befindet sich derweil in einer weit schwächeren Position. Der zentrale Mittelfeldspieler konnte in dieser Saison aufgrund von Muskelproblemen und einem Sehnenriss im linken Oberschenkel mit anschließender Operation kaum Argumente in eigener Sache sammeln.
Wie im Vorjahr soll laut "Calciomercato.com" Juventus Turin am Franzosen interessiert sein. Sportdirektor Fabio Paratici will demnach einen Versuch starten, Tolisso nach Turin zu holen. Sein letztes Pflichtspiel bestritt der 26-Jährige am 15. Februar beim 3:3 gegen Arminia Bielefeld, mit einem Comeback ist vor Mai nicht zu rechnen.
Was den Verbleib bei Bayern betrifft, könnte sich die Verletzung paradoxerweise aber positiv auswirken. Bei einem Verkauf im Sommer - als Interessenten gelten neben Juventus zahlreiche Klubs aus England, Spanien und Italien - würden die Roten eine niedrigere Ablöse erzielen.

Der Fall Nübel: Was ist jetzt mit der Leihe?

Ganz anders liegen die Dinge bei Alexander Nübel. Der Torhüter hat einen Langzeitvertrag bis 30. Juni 2025 unterschrieben, womit alles geregelt ist. Eigentlich. Denn nun steht der 24-Jährige vor einem Problem, das sich bereits im Moment der Verpflichtung abzeichnete: Nübel kommt kaum auf Einsätze und der fünfmalige Welttorhüter Manuel Neuer gibt, wie angekündigt, freiwillig kein Spiel ab.

Bayern-Keeper Alexander Nübel (li.) und Manuel Neuer (re.)

Fotocredit: Imago

Der Neuzugang stand bislang nur dreimal zwischen den Pfosten, in der Liga wartet Nübel sogar noch auf sein Debüt.
Berater Stefan Backs versuchte daher Anfang März den Verein im Interview mit dem "Kicker" unter Druck zu setzen. "Diese Situation ist unbefriedigend. Man muss im Sommer über eine Ausleihe nachdenken, wenn Alex nicht mehr zum Spielen kommt."
Vorstandsmitglied Oliver Kahn erteilte dieser Idee schnell eine Absage. "Nübel bleibt unsere Nummer 2", stellte der 51-Jährige im "Kicker" klar. Backs wiederum setzte bei "Sport1" nach und betonte, dass die "Leihe jetzt wieder ein Thema" sei. Der einfache Grund: "Auf der Bank wird er nicht besser. Deswegen muss man sprechen."
Beweist: Nicht nur bei Süle ist kräftig Dampf auf dem Kessel.
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